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25. Internationales Filmfest Braunschweig
25. Internationales Filmfest Braunschweig
© www.filmfest-braunschweig.de

So viel Filmfest gab’s noch nie!

Internationales Filmfest Braunschweig feiert 25. Jubiläum!

(Pressemitteilung) „European Actors Award“ für Isabelle Huppert +++ Filmsammlung Schneider +++ Musik und Film: „Ohm Sweet Ohm 2.5“ +++ Neue Filme aus Hongkong/China +++ Panel: „Filmfestivals – Kino der Zukunft?“ +++ Filmsammlung Wolfgang Schneider

183 Kurz- und Langfilme aus 33 Ländern erwarten die Zuschauer des 25. Internationalen Filmfest Braunschweig vom 8.-13. November.

Zur Einstimmung auf das Jubiläum lädt das Filmfest bereits am 28.10. zu einem cineastischen Stadtrundgang: Mit mobilen Projektionen führt die Hamburger Künstlergruppe A WALL IS A SCREEN Festivalfans an die Kino-Orte, an denen das Festival im Laufe seiner 25 Jahre zu Gast war. Start ist um 19:00 Uhr auf dem Braunschweiger Kohlmarkt.

Der Hauptpreis des Festivals, der europäische Schauspielpreis „Die Europa“ geht in diesem Jahr an die französische Schauspielerin Isabelle Huppert. Ausgezeichnet wird sie für ihre herausragenden darstellerischen Leistungen und Verdienste um die europäische Filmkultur. Das Filmfest zeigt eine Retrospektive mit neun ihrer Filme, darunter „Die Spitzenklöpplerin“ von Claude Goretta (1977) und „Die Klavierspielerin“ (2001) von Michael Haneke sowie ihre jüngeren Filme „White Material“ (2009) von Claire Denis, „Copacabana“ von Marc Fitoussi (2010), in dem sie an der Seite ihrer Tochter spielt und „I’m not a f**king princess“ (2011), dem Debütfilm von Eva Ionesco.

Isabelle Huppert wird die Auszeichnung auf der Preisver­leihung am 13.11. im Großen Haus des Staatstheaters in Empfang nehmen. Die Laudatio hält der Filmproduzent Alfred Hürmer. Durch den Abend führt die Moderatorin Ulrike von der Groeben. Die Auszeichnung, die mit einem Preisgeld von 10.000 Euro verbunden ist, stiftet der Hauptsponsor des Filmfests, die Volkswagen Financial Services AG.

Im Publikumswettbewerb „Der Heinrich“ für europäische Debüt- und Zweitfilme stehen 10 Filme aus acht Ländern, darunter vier deutsche Erstaufführungen.

Die Deutschland-Premieren sind „Patient 17“ von Tuyet Le (UK 2011, 77 Min, OmdU) mit Hannah Waterman und Michael Budd (Sales: Tuyet Le), „Let My People Go!“ von Mikael Buch (F 2011, 86 Min., OmeU) mit Carmen Maura und Amira Casar (Sales: Les Films du Losange), „What are Bears for?” von Tom Fernandez (Spanien 2011, 100 Min, OmdU) mit Geraldine Chaplin und Emma Suárez (Sales: Imagina), „Behold the Lamb“ von John Mcllduff (UK 2011, 83 Min., OmdU) mit Sandra Ni Bhroin (Sales: MediaLuna).

Außerdem im Wettbewerb: „Code Blue“ von Urszula Antoniak (NL/DK 2011, 78 Min., OmdU) mit Bien de Moor und Lars Eidinger (Sales: Bavaria), „17 Girls“ von Delphine und Muriel Coulin (F 2011, 85 Min., OmdU) mit Louise Grinberg und Juliette Darche (Verleih: Arsenal), „Kriegerin“ von David Wnendt (D 2011, 100 Min., dt.) mit Alina Levshin (Verleih: Ascot Elite), „Undercurrent“ von Árni Ólafur Ásgeirsson (ISL 2010, 95 Min., OmeU) mit Ingvar Eggert Sigurdsson und Nina Dögg Filipusdóttir (Verleih: Islandic Film Centre), „My Name is Ki“ von Leszek Dawid (PL 2011, 93 Min., OmdU), mit Roma Gasiorowska und Adam Woronowicz (Sales: Skorpion Arte) sowie „Morgen“ von Marian Crisan (ROM/H/F 2010, 100 Min., OmeU) mit András Hathazi und Yilmaz Yalcin (Sales: Les Films du Losange). Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro stiftet die Volkswagen Financial Services AG. Es geht je zur Hälfe an die Regie und den Verleih, der den Gewinnerfilm in die deutschen Kinos bringt.

Zwanzig Filme aus neun Ländern stehen im Wettbewerb um den Kurzfilm-Musikpreis „Der Leo“. Sie stellen sich dem Urteil der Jury mit Regisseurin Verena S. Freytag, Journalist Uwe Golz, Filmkomponist Dieter Schleip und dem Leiter des Deutschen Wettbewerbs der Kurzfilmtage Oberhausen Carsten Spicher. Das Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro, das sich Regie und Filmmusik/Soundesign teilen, stiftet die Firma BEL NET.

Den deutsch-französischen Jugendpreis „KINEMA“ vergibt eine Jury aus fünf deutschen und französischen Jugendlichen. Unter der Anleitung von Regisseur Gordrian Maugg werden sie einen dieser sechs deutschen bzw. französischen Debütfilme auswählen:

„17 Filles“ (17 Girls) von Delphine Coulin und Muriel Coulin, „Let My People Go!“ von Mikaël Buch, „Ne nous soumets pas à la tentation“ (Und führe uns nicht in Versuchung) von Cheyenne Carron, „Kaddisch für einen Freund“ (Kaddish for a Friend) von Leo Khasin, „Kriegerin“ (Combat Girls) von David Wnendt und „Der Preis“ (The Prize)von Elke Hauck.

Alle Preise werden auf der Filmfest-Gala am 13.11. im Großen Haus des Staatstheaters Braunschweig verliehen, die um 19:00 Uhr beginnt.

In der Reihe „Musik und Film“ schlägt das Festival einen weiten Bogen von den großen Filmklassikern zu aktueller elektronischer Filmmusik. Die Reihe der Stummfilmkonzerte mit Orchesterbegleitung setzt Fritz Langs „Die Nibelungen I+II“ mit dem Staatsorchester Braunschweig unter der Leitung von Helmut Imig fort. Am Freitag, 11.11. wird die restaurierte Fassung von 2010 mit dem rekonstruierten Score von Gottfried Huppertz in der Stadthalle Braunschweig aufgeführt.

Zurück in die Gegenwart führt die Reihe „Ohm Sweet Ohm 2.5“, mit der eine neue Generation von elektronischen Filmmusikern vorgestellt wird. „The Insects“ aus Bristol, Geburtshelfer des Trip-Hop, berichten u.a. über ihren Festivalhit „Owning Mahowny“ mit Oscar-Preisträger Philip Seymour Hoffman und „Creep“ von Christopher Smith. Erstmals in ihrer 25-jährigen Geschichte sprechen Tim Norfolk und Bob Locke alias „The Insects“ auf einem Filmfestival über ihre Arbeit!

Aus New York kommt das Komponisten-Duo Will Bates und Phil Mossman, die als „Fall on your Sword“ bekannt sind. Erstmals auf einem deutschen Festival stellen sie Kompositionen zu „Aardvark“ (Regie: Kitao Sakurai, 2010) und „Another Earth“ (2011), für den Regisseur Mike Cahill auf dem Sundance Festival mit dem Spezial Preis der Jury ausgezeichnet wurde, persönlich in einer Music Master Class vor.

China ist in diesem Jahr ein besonderer Fokus gewidmet, denn seit Mitte Jahres ist Zhuhai in der Nähe von Hong Kong und Macao Braunschweigs Partnerstadt. In der Reihe „Neue Filme aus Hong Kong und China“ zeigt das Filmfest acht aktuelle Produktionen, darunter die Europa-Premiere des prallen Episodenfilms „Love sucks... actually“ von Regisseur Scud.

Mit im Programm sind Produktionen etablierter Regisseure, wie das Historiendrama „Sacrifice“ von Chen Kaige („Lebewohl, meine Konkubine“ gewann 1993 die Goldene Palme in Cannes). Aber auch junge Filmemacher, wie Yan Yan Mak und Clement Cheng mit „Merry-go-round“ sind vertreten, eine Deutschlandpremiere. Ebenfalls von Clement Cheng, in Ko-Regie mit Derek Kwok, stammt die Kung-Fu-Actionkomödie „Gallants“, die 2011 den Hong Kong Film Award gewann. Beide Regisseure sind auf dem Filmfest zu Gast. Des Weiteren im Programm vertreten sind Zhao Tianyus „The Law of Attraction“ mit vier außergewöhnlichen Liebesgeschichten im modernen China sowie die Komödie „The Piano in a Factory“ von Zhang Meng.

Zum ersten Mal in Deutschland zu sehen sind die Kurzfilmprogramme „Quattro Hong Kong I+II“, die auf Initiative des Hong Kong International Filmfestivals entstanden sind. Jacqueline Liu, Filmproduzentin und bis September 2011 Senior Manager beim Hong Kong-Asia Film Financing Forum der HKIFF Society Limited, wird gemeinsam mit den Regisseuren Clement Cheng und Derek Kwok im Rahmen eines Vortrages einen Einblick in die zeitgenössische Film- und Festivalkultur Chinas geben.

In der Reihe „Neues Internationales Kino“ warten Festivalerfolge wie „Mad Circus“ von Alex de la Iglesia und „Der Junge auf dem Fahrrad“ von den Brüdern Dardenne. Stellan Skarsgard, Europa-Preisträger des letzten Jahres, ist in „King of Devil’s Island“ von Marius Holst zusehen. Charlotte Rampling und Rudger Hauer verkörpern in „The Mill and the Cross“ von Lech Majewski das Bruegel Bild „Die Kreuztragung Christi“. Das Zeug zum neuen Indie-Kult-Film hat „Submarine“ aus Großbritannien. „Top Foor Left Wing“ aus Frankreich ist eine turbulent-komödiantische Geiselnahme mit einem gehörigen Schuss Multi-Kulti. Amüsant augenzwinkernd schildert „Princess“ aus Finnland das Schicksal einer ehemaligen Cabaret-Tänzerin in einer Nervenheilanstalt.

Der israelische Film „The Slut“ führt aufs Land, wo sich eine zweifache Mutter nach vielen Affären für einen Mann entscheidet und plötzlich ihre Freiheit vermisst. Im belgischen Road-Movie „The Giants“ von Bouli Lanners verbringen drei Teenager einen besonderen Sommer. Oscar-Gewinner Fernando Truebas Liebesgeschichte „Chico & Rita“ spielt in den 1940er Jahren auf Kuba. Robert Guédiguian aus Frankreich legt mit „The Snows of Kilimanjaro“ einen Film in der Tradition des sozial engagierten Kinos eines Ken Loach vor.

Unter den 14 Filme aus 11 Länder laufen drei deutsche Erstaufführungen: der Filmessay „The Forgotten Space“ von Allan Sekula und Noel Burch (NL 2010), die Hitchcock-Hommage „The Cat Vanishes“ von Carlos Sorín (ARG/ESP 2011), und das Dreiecksdrama „Ne nous soumets pas à la tentation - Und führe uns nicht in Versuchung“ von Cheyenne Caron (F 2011).

Das Beste aus heimischer Produktion zeigen die „Neuen deutsche Filme“, von denen zwei erstmals auf deutschen Leinwänden zu sehen sind. Udo Kier und Nicolette Krebitz spielen um ihr Leben im Thriller „90 Minuten – Das Berlin Projekt“ von Ivo Trajkov (A 2011) und Nikolaus Geyrhalter denkt in seinem Filmpoem „Abendland“ (A 2011) über Europa nach.

Außerdem sind im Programm Andreas Dresens in Cannes prämierter „Halt auf freier Strecke“, das Debüt von Karl Markovich „Atmen“, Leo Khasins „Kaddish für einen Freund“, „Der Preis“ von Elke Hauck, die Skateboard-Doku „Pushed“ von Florian Schneider, „Die verlorene Zeit“ von Anna Justice und die Dokumentation „Bingo – toletzt entscheed jümmers das Glück“ von Margot Neubert-Maric und Gisela Tuchtenhagen. Der Dokumentarfilm „Wader/Wecker – Vater Land“ von Rudi Gaul begleitet die beiden politischen Liedermacher auf ihrer gemeinsamen Tournee 2010.

Mit der Filmsammlung Wolfgang Schneider präsentiert das Filmfest eine filmhistorische Sensation! Rund 1.100 lange und 900 kurze Filme im Format 35 und 16mm hat der Filmliebhaber Wolfgang Schneider aus der Nähe von Wolfsburg in jahrzehntelanger Sammelleidenschaft zusammengetragen. Damit dürfte sein privates Archiv eines der größten seiner Art sein. Die Sammlung umfasst Filme aus insgesamt 21 Ländern und dem gewaltigen Zeitraum von 1915 („Birth of a Nation“ von David W. Griffith) bis 1990 („Starfire“ von Richard C. Sarafian).

Das Filmfest stellt neun Filme der Sammlung vor. Sie alle sind Meilensteine der Filmgeschichte und ihre Filmkopien Raritäten. Gezeigt werden: „Hafen im Nebel“ (1938) von Marcel Carné mit Jean Gabin, „Der Pakt mit dem Teufel“ (1949) von René Clair, „Wild ist der Wind“ (1957) von George Cukor mit Anthony Quinn, „Blick zurück im Zorn“ (1956) von Tony Richardson mit Richard Burton, „Schlafwagenabteil“ (1962) von Vilgot Sjöman mit Bibi Andersson, „Die Frau in den Dünen“ (1964) von Hiroshi Teshigahara, „Le Bonheur“ (1965) von Agnès Varda, „Der Start“ (1967) von Jerzy Skolimowski mit Jean-Pierre Léaud und „Bluthochzeit“ (1981) von Carlos Saura.

Michael Schurig, Leiter des Filmarchiv des Deutschen Instituts für Film in Wiesbaden, wird in einem Vortrag am 9.11., 17:30 Uhr anhand des Funds die Bedeutung privater Filmarchive für das kulturelle Gedächtnis darstellen und von der Arbeit wissenschaftlicher Filmarchive berichten. Ziel der Präsentation ist es, die Sammlung in ihrer Gesamtheit für ein öffentliches Filmarchiv zu erhalten.

Jubiläumsjahre bieten nicht nur Gelegenheit auf das Erreichte zurückzublicken, sondern sind ein willkommener Anlass in die Zukunft zu schauen. Daher hat das Filmfest namhafte Vertreter anderer deutscher Festivals eingeladen, um zu diskutieren, welche Bedeutung und Aufgaben Filmfestivals künftig haben werden. Linde Fröhlich, Künstlerische Leiterin der Nordischen Filmtage Lübeck, Silke Johanna Räbiger vom Internationalen Frauenfestival Dortmund/Köln, Andreas Max Ströhl von 2003-2011 Leiter des Filmfests München und Volker Kufahl, Festivalleiter in Braunschweig nehmen auf dem Podium Platz, das von Journalist Max-Peter Heyne moderiert wird.

Das Filmfest startet am 8.11. mit Nanni Morettis neuer Komödie „Habemus Papam“, in der Michel Piccoli einen Papst spielt, der keiner sein will.


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