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American Sniper mit Bradley Cooper und Madeleine McGraw
American Sniper mit Bradley Cooper und Madeleine McGraw
© Courtesy of Warner Bros. Pictures

Kinocharts USA (16. - 18.1.): Volltreffer für Bradley Cooper

Rekorddebüt für "American Sniper"

Oft liegen die Analysten mit ihren Vorhersagen für das Kinoverhalten der Zuschauer erstaunlich dicht an den dann am Wochenende tatsächlich verbuchten Zahlen. Nicht so am vergangenen. Was sich dort abspielte, darf man getrost mit dem sonst vielleicht allzu schnell verwendeten Wort "sensationell" bezeichnen.

Klar war, dass "American Sniper" am Wochenende die Nummer eins in den US-Kinos werden würde. Darauf deuteten die guten Kritiken und die positive Mundpropaganda ebenso hin wie die Geschäfte, welche das Drama in drei Wochen in nur vier Kinos in Los Angeles und New York gemacht hatte. Mit nur diesen vier Kinos hatte der 59 Millionen Dollar teure Streifen bereits drei Millionen Dollar im Sack, bevor der landesweite Kinostart überhaupt anstand. Dass der Kartenvorverkauf gut lief, die Preview-Vorstellungen am Donnerstagabend ausverkauft waren und "American Sniper" just am Donnerstag noch mit acht "Oscar"-Nominierungen reichlich bedacht worden war, ließ ebenfalls Gutes für Warner Brothers erwarten, die den Bradley Cooper-Film nun in 3555 Kinos schickten.

Doch was dann geschah, kann sich niemand so richtig erklären. Erwartet hatte man ein Einspiel von über 40 Millionen Dollar. Der vor genau einem Jahr von der Universal Pictures-Komödie "Ride Along" aufgestellte Premierenrekord für den Monat Januar von 41 Millionen Dollar schien überbietbar. "American Sniper" schaffte es auch. Und hätte es auch geschafft, wenn er nur die Hälfte dessen umgesetzt hätte, was er dann erreichte.

Unglaubliche rund 90 Millionen Dollar setzte der Film von Clint Eastwood um. Das entspricht einem sagenhaften Schnitt von über 25 000 Dollar pro Leinwand. Das ist nicht nur mit weitem Abstand der Rekord einer Premiere im Januar, sondern auch für den Regisseur selbst. 2009 hatte sein "Gran Torino" mit knapp 30 Millionen Dollar debütiert. Offensichtlich trifft "American Sniper" ins Schwarze: Ein Qualitätsfilm zur rechten Zeit, den sich sowohl Kinoliebhaber als auch konservative Patrioten wie auch militärkritische Progressive alle gemeinsam anschauen können.

Die Konkurrenz hatte da keine Schnitte, obwohl auch sie gute Ergebnisse erzielte: Zwar himmelweit von seinem Januar-Rekord des letzten Jahres war "Ride Along"-Star Kevin Hart diesmal mit "The Wedding Ringer" entfernt. Aber wegen der restriktiveren Altersfreigabe von "R", die Jugendliche ohne Erwachsenenbegleitung ausschließt, war das auch nicht erwartet worden. So sind die 20 Millionen Dollar in den 3003 Filmtheatern und Platz zwei in den Charts aller Ehren wert. Der Schnitt pro Saal liegt bei soliden 6900 Dollar für die Screen Gems-Komödie. Die Produktionskosten von 23 Millionen Dollar sind nun schon drin.

Ebenfalls positiv verlief der Start des britischen Imports "Paddington", der mit der Empfehlung von weltweit bereits 120 Millionen Dollar Umsatz von The Weinstein Company in 3303 Lichtspielhäuser gebracht wurde. Obwohl Weinstein nicht besonders groß die Werbetrommel für die Komödie mit Hugh Bonneville gerührt hatten, kamen 19 Millionen Dollar (Schnitt von 5800 Dollar) zusammen. Das reicht zu Bronze.

Es brauchte nicht lange, bis sich herumsprach, wie bescheiden "Taken 3" ist. Im Vergleich zum Vorwochenende verlor der so gut gestartete Thriller mit Liam Neeson fast zwei Drittel seines Publikums und stürzte vom Platz an der Kinokassensonne auf vier ab. 63 Millionen Dollar stehen für die Fox-Produktion zu Buche.

Auf dem fünften Rang liegt das Paramount-Drama "Selma" (insgesamt 26 Millionen Dollar), Sechster ist das britische Drama "The Imitation Game" (50 Millionen Dollar), auf sieben liegt das Disney-Musical "Into the Woods" (114 Millionen Dollar), Achter ist "Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere" (245 Millionen Dollar), auf Rang neun rangiert "Unbroken" (109 Millionen Dollar).

Ein ganz böser, aber nicht überraschender Flop explodiert gerade Universal Pictures in den Händen: Auch "the sexiest man alive", Mr. Thor himself, Chris Hemsworth, kann nicht verhindern, dass "Blackhat" einer der mit Sicherheit gigantischsten Flops des Jahres wird. Regisseur Michael Mann ("Public Enemies") hat da ein böses Ei gelegt: Kritiker wie Zuschauer lehnen seinen Hacker-Thriller unisono ab. Die 70 Millionen Dollar teure Produktion startete mit 2567 Kopien, die dem Publikum lediglich 3,8 Millionen Dollar wert war. Ein miserabler Schnitt von 1500 Dollar pro Kino und Rang zehn sind die Folge.

Bei so vielen Neustartern verabschiedeten sich einige Filme aus den Top Ten. "Nachts im Museum 3" traf es am 5. Wochenende. Die Fox-Komödie liefert mit 108 Millionen Dollar Umsatz kein großes Argument für eine Weiterführung der Ben Stiller-Reihe, zumal die Produktionskosten mit 127 Millionen Dollar nicht gerade niedrig gewesen sind. Ebenfalls nach fünf Wochen fiel "Annie" aus dem Zehnerkreis. 82 Millionen Dollar hat das Columbia Pictures-Musical eingenommen. Mäßig, aber immerhin über den Produktionskosten von 65 Millionen Dollar. Auch keine Fortsetzung dürfte die britische Horrorfilmreihe "Die Frau in Schwarz" erfahren, denn das Ergebnis von 25 Millionen Dollar ist recht mau.

Und schließlich: Nach neun Wochen gehen die "Hunger Games" langsam zu Ende. "Mockingjay - Part One" hat inzwischen 332 Millionen Dollar verbucht, so dass der Lionsgate-Science Fiction-Streifen es doch noch schaffen wird, "Guardians of the Galaxy" (333 Millionen Dollar) zu überrunden und erfolgreichster Film des Jahres 2014 zu werden. Damit tut es der dritte "Tribute von Panem"-Teil es seinem Vorgänger "Catching Fire" gleich, der 2013 das kassenträchtigste Werk des Jahres war.



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