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Gérard Depardieu
Gérard Depardieu
© BANG Showbizz

Gérard Depardieu ging auf den Strich

Autobiographie erscheint auf Deutsch

Dass Gérard Depardieu keine leichte Kindheit und Jugend hatte - und auch kein Kind von Traurigkeit war - ist hinlänglich seit der Kampagne im Jahr 1991 gegen den damals "Oscar"-nominierten Darsteller bekannt. In seiner bald auch auf Deutsch erscheinenden Autobiographie "Es hat sich so ergeben" wartet der 66-Jährige jetzt mit noch erstaunlicheren Details auf und nimmt in dem zusammen mit dem Schriftsteller Lionel Duroy verfassten Werk kein Blatt vor den Mund.

So erzählt er vom Aufwachsen als ungeliebtes Kind im ländlichen Chateauroux, wo sein Vater Alkoholiker und seine Mutter dauerschwanger war. Letztere hatte versucht, ihn als Baby abzutreiben. "Ich habe alle Gewalt überlebt, die sich meine arme Mutter angetan hat", schreibt Depardieu. "Mit ihren Stricknadeln, mit ihren Abtreibungstees aus Kirschenstielen und was es sonst noch gab." Die Familie habe sich höchstens einmal die Woche gewaschen.

Schnell wurde Gérard kriminell, im Alter von zehn Jahren bot er sich Männern zum Sex an und raubte danach seine Freier oft aus: "Ich wusste schon, dass homosexuelle Männer mich attraktiv finden. Da ich äußerlich schon als 15 durchging, bot ich ihnen sexuelle Dienste gegen Geld an. Wenn die Typen mit Fressen wie Lino Ventura, wie Lastwagenfahrer, wie Schausteller, anboten, mir einen zu blasen, nannte ich sofort meinen Preis. Ich bin mehr auf der Straße aufgewachsen als in der Schule. Dort habe ich kaum mehr als lesen und schreiben gelernt." Wie auch sein Vater war er ein fast Analphabet, daher lernt er auch keine Texte auf Papier auswendig, sondern stets mit Knopf im Ohr.

Der Charakterdarsteller fiel in den letzten Jahren vor allem durch seinen Alkoholkonsum und seine Steuerflucht aus Frankreich auf. Er wollte in seinem Heimatland keine Steuern mehr zahlen und fühlte sich durch die unter Präsident Francois Hollande eingeführten hohen Steuersätze für Besserverdiener diffamiert. In Wladimir Putin habe er einen Leidensgefährten gefunden: "Ich habe Putin aufmerksam zugehört und verstanden, dass auch er von ganz unten gekommen ist und niemand einen Cent auf ihn gesetzt hätte, als er fünfzehn war." Die Beiden verbinde eine enge Freundschaft, mit der er sich im Ansehen der Öffentlichkeit schade, wie der Star abschließend selbst einräumt.


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