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Jurassic World mit Chris Pratt
Jurassic World mit Chris Pratt
© Universal Pictures International Germany

Kinocharts USA (12. - 14.6.): Dino-Dominanz

"Jurassic World" ist erfolgreichste Premiere aller Zeiten

Es ist doch schön, dass im Leben nicht alles vorausberechbar ist und manchmal echte Überraschungen dem Ganzen Würze verleihen. Und so steht die gesamte Kinobranche momentan mit offenen Mündern da und versteht nicht ganz, was sich da vor ihren Augen abspielt.

Dass "Jurassic World" groß rauskommen würden, hatten Analysten erwartet. Aber das prognostizierte Einspiel von rund 120 Millionen Dollar wäre nichts Außergewöhnliches für einen Hollywood-Sommerfilm gewesen. Als dann der Kassensturz am Freitagabend allerdings ergab, dass schon 82 Millionen Dollar umgesetzt worden waren, dämmerte es den Branchenkennern, dass sich da etwas Gewaltiges zusammenbraute. Und da wir hier von Dinosauriern reden, wurde es dann auch nochmal ein Tacken gewaltiger.

Mit 208 Millionen Dollar am Startwochenende versetzt der Science Fiction-Film nicht nur die Filmbranche und die Medienlandschaft in ein ungläubiges Staunen ob des so nie erwarteten Erfolges, sondern stellt auch einen neuen Rekord auf: Die Universal Pictures-Produktion ist damit die erfolgreichste Premiere aller Zeiten und löst "The Avengers" ab, der 2012 mit 207 Millionen Dollar gestartet war.

Sicherlich ist ein nicht unerheblicher Teil dieser gewaltigen Summe auf die erhöhten Eintrittspreise in den 3D-Vorstellungen zurückzuführen, aber das soll die Erfolgsgeschichte nicht schmälern. Der Colin Trevorrow-Streifen war mit der massiven Zahl von 4274 Kopien in Nordamerika angelaufen (noch nie startete eine Universal-Produktion in so vielen Kinos) und löste "San Andreas" als meistgezeigten Film ab. Der Schnitt pro Lichtspielhaus lag bei sagenhaften 49 000 Dollar. Ganz Amerika wollte die Dinos sehen!

Und nicht nur Amerika. Auch im Rest der Welt bricht "Jurassic World" Rekorde: Als erster Film schaffte es das Werk, an einem Wochenende über eine halbe Milliarde Dollar zu erlösen: 524 Millionen Dollar gaben die Kinozuschauer umgerechnet für den Streifen aus. Das Sahnejahr für Universal Pictures geht also nahtlos weiter: Als erstes Studio hat es in diesem Jahr in Nordamerika die Milliardengrenze durchbrochen - so schnell wie kein anderes zuvor (den Rekord hielten Paramount Pictures im "Iron Man"-Jahr 2008). Und noch nie kam ein Studio so schnell zu drei Milliarden Dollar im Ausland (hier hielten 20th Century Fox den Rekord im "Avatar"-Jahr 2010).

Offenbar hat sich das Interesse an den Dinos seit ihrem letzten Auftritt in "Jurassic Park 3" vor 14 Jahren weniger abgekühlt als gedacht. Als weitere Gründe für das grandiose Ergebnis werden Hauptdarsteller Chris Pratt als Publikumsmagnet sowie die großartigen Werbe-Spots genannt. Und die guten Kritiken haben sicherlich auch nicht geschadet.

Bei solcher Dino-Dominanz hatte das restliche Angebot nicht mehr viel zu melden. Vorwochensieger "Spy - Susan Cooper Undercover" erreichte mit 15 Millionen Dollar in 3175 Filmtheatern (minus 536) den zweiten Rang. Die Melissa McCarthy-Komödie hielt sich an ihrem zweiten Wochenende dabei achtbar (nur minus 46 Prozent Umsatz gegenüber dem Startwochenende). Der Schnitt pro Saal lag somit bei soliden 4900 Dollar, und insgesamt hat die 20th Century Fox-Produktion bisher 57 Millonen Dollar eingespielt.

Im Kampf der Spezialeffekte-Spektakel musste "San Andreas" ungleich stärker unter den Dinosaueriern leiden: Der Umsatz sackte im Vergleich zur Vorwoche um minus 58 Prozent weg. Der Dwayne Johnson-Thriller erreichte Platz drei mit knapp 11 Millionen Dollar in 3535 Kinos (minus 277), was einem soliden Schnitt von 3000 Dollar pro Leinwand entspricht. Alles in allem hat die Warner Brothers-Produktion in drei Wochen nun 119 Millionen Dollar umgesetzt.

Auf den weiteren Plätzen folgen: Vierter ist "Insidious Chapter 3" (2. Woche / insgesamt 37 Millionen Dollar); Fünfter ist "Pitch Perfect 2" (5. Woche / 171 Mio.); Sechster ist "Entourage" (2. Woche / 26 Mio.); Siebter ist "Mad Max: Fury Road" (5. Woche / 139 Mio.); Achter ist "Avengers: Age of Ultron" (7. Woche / 445 Mio.); Neunter ist "Tomorrowland" ("A World Beyond" / 4. Woche / 84 Mio.) und Zehnter schließlich "Love & Mercy", das Drama über Beach Boy Brian Wilson mit John Cusack (2. Woche / 4,7 Mio.).

Aus den Top Ten fielen heraus: Cameron Crowe's Mega-Flop "Aloha", der sich am 3. Wochenende mit gerade mal 19 Millionen Dollar verabschiedet (das Produktionsbudget der Columbia Pictures-Produktion lag bei 37 Millionen Dollar), sowie das "Poltergeist"-Remake, das mit lediglich 46 Millionen Dollar ebenfalls für rote Zahlen bei 20th Century Fox sorgt.

Aber dank des Überfliegers "Jurassic World" hat sich das US-Kino aus seiner Frühjahrsmüdigkeitsperiode befreien können: Die Top Twelve verdienten 264 Millionen Dollar, so viel wie noch nie im Monat Juni. Letztes Jahr hatten die Top Twelve - mit "22 Jump Street" und Jonah Hill und einem Premiereneinspiel von 57 Millionen Dollar an der Spitze - nur 180 Millionen Dollar verbucht. Also knapp 30 Millionen Dollar weniger als am letzten Wochenende "Jurassic World" alleine!



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