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Ant-Man
Ant-Man
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kinocharts USA (24. - 26.7.): "Ant-Man" zu groß für Adam Sandler's "Pixels"

Todesschüsse in Louisiana leeren Kinos nicht

Vor drei Jahren sorgten die Todesschüsse von Aurora in Texas während einer Vorstellung von "The Dark Knight Rises" für eine Schockstarre in den USA, die sich auch noch während des laufenden Kinowochenendes an den Kassen bemerkbar machte. Verunsicherte Zuschauer wagten sich nicht ins Dunkel der Säle, blieben lieber daheim und sorgten dafür, dass die Zahlen des dritten Christopher Nolan-"Batman" ebenso hinter den Erwartungen zurückblieben wie auch die aller anderen Streifen.

Nun stellte sich in den vergangenen Tagen die Frage, ob die Todesschüsse eines psychisch Kranken in Lafayette in Louisiana bei der Vorstellung von "Trainwreck" die Ergebnisse ähnlich dämpfen würde. Die für die Kinobesitzer gute Nachricht: Offenbar ließen sich die Amerikaner und Kanadier die Lust auf das Kino nicht nehmen. Verglichen mit dem Vorjahreswochenende, als "Lucy" mit Scarlett Johansson und einem Einspiel von 44 Millionen Dollar die Spitze eroberte und insgesamt durch die Top Twelve 137 Millionen Dollar umgesetzt wurden, lag das diesjährige Wochenende knapp obenauf: 140 Millionen Dollar klingelten in den Kassen, und gerade "Trainwreck" hielt sich gut.

Die Goldmedaille ging wie in der Vorwoche an "Ant-Man", der zwar sehr viele Besucher einbüßte (minus 56 Prozent), aber mit rund 25 Millionen Dollar immer noch ein respektables und vor allem für die Spitze ausreichendes Ergebnis erzielte. Die Walt Disney-Produktion war für ihr zweites Wochenende auf zusätzliche zwölf Spielpläne gesetzt worden und lief somit in 3868 Lichtspielhäusern, was einem guten Schnitt von 6400 Dollar pro Filmkopie entspricht. Die Comic-Verfilmung mit Paul Rudd liegt nun bei insgesamt bereits 106 Millionen Dollar.

Nur mäßig - und noch schlechter als erwartet - geriet der Start für "Pixels". Einig sind sich alle, dass die Idee der Komödie putzig ist: In die Jahre gekommene Gamer müssen die Monster a la Pac-Man aus den Spielen der Computer-Steinzeit bekämpfen. Aber noch mehr sind alle einer Meinung, dass der Chris Columbus-Streifen diese Idee spektakulär versemmelt: Die Kritiken und die Zuschauerreaktionen sind verheerend schlecht, und die miese Vorabpropaganda hat sicherlich ihren Teil dazu beigetragen, dass statt der alten 40plus-Premierenwochenenden für Adam Sandler-Werke lediglich 24 Millionen Dollar zusammen gekommen sind. Das reichte immerhin für Rang zwei. Die Columbia Pictures-Produktion lief in 3723 Filmtheatern an, wo sie einen mittelprächtigen Schnitt von 6400 Dollar erreichte. Die Produktionskosten von 88 Millionen Dollar sind derzeit nur mit dem Fernglas zu erkennen. Der aus den gehackten e-mails bekannt gewordene Wunsch von Sony-Mitarbeitern (Muttergesellschaft von Columbia), keine Adam Sandler-Filme mehr produzieren zu müssen, könnte sich wohl bald erfüllen.

Von zwei auf drei mit einem großen Besucherrückgang von 55 Prozent ging es für "Minions" runter. Der "Despicable Me" ("Ich - einfach unverbesserlich")-Ableger hat mit insgesamt 262 Millionen Dollar das Gesamtergebnis des ersten "Despicable Me" (251 Millionen Dollar) bereits übertrumpft. Am Wochenende waren nochmals Tickets im Wert von 22 Millionen Dollar für die Universal Pictures-Produktion verkauft worden, die mit 4066 Leinwänden (minus 245) der meistgezeigte Streifen Nordamerikas blieb. Der Schnitt für den Animationsfilm lag am dritten Wochenende bei guten 5400 Dollar.

Zwei weitere Neustarts erreichten wie erwartet nicht das Treppchen, wobei Analysten überrascht wurden, wie viel schwächer als gedacht "Paper Towns" ("Margos Spuren") abschnitt. Die Jugendbuchverfilmung aus der Feder des "Das Schicksal ist ein mieser Verräter"-Autoren John Green musste "Southpaw" deutlich den Vortritt lassen.

"Southpaw" erreichte mit 16 Millionen Dollar den fünften Platz. Bei 2772 Sälen entsprach das einem durchschnittlichen Umsatz von 5900 Dollar. Ein mäßiges Ergebnis für die Weinstein Company-Produktion, die nur gemischte Kritiken erhalten hat, aber sehr gute Bewertungen von Zuschauern verbucht. Da das Jake Gyllenhaal-Boxer-Drama lediglich 30 Millionen Dollar gekostet hat, könnte es mit guter Mundpropaganda zumindest das Produktionsbudget wettmachen.

"Paper Towns" hatten Branchenkenner bis zu 22 Millionen Dollar zugetraut. Und immerhin war "The Fault in Our Stars" ("Das Schicksal ist ein mieser Verräter") letztes Jahr sogar mit 48 Millionen Dollar gestartet. Doch nun muss sich das 20th Century Fox-Drama mit gerade mal 12 Millionen Dollar auf dem sechsten Rang begnügen. Das egalisiert zwar schon mal die Auslagen für den Cara Delevingne-Streifen, aber am Flop-Status dürfte das wenig ändern. Die mit 3031 Kopien debütierende Jugendbuchverfilmung erreichte einen nur schwachen Schnitt von 4100 Dollar pro Kino.

Auf den weiteren Plätzen liegen: Vierter ist "Trainwreck" ("Dating Queen / 2. Woche / bisher 62 Millionen Dollar insgesamt ); Siebter ist "Inside Out" ("Alles steht Kopf" / 6. Woche / 320 Mio.); Achter ist "Jurassic World" (7. Woche / 623 Mio.), der jetzt "The Avengers" überholt hat und nach Umsatz der dritterfolgreichste Film aller Zeiten hinter "Avatar" und "Titanic" in Nordamerika ist. Nach Zuschauerzahlen liegt der Science Fiction-Film derzeit auf Rang 27, knapp hinter "Grease" von 1978. Neunter ist das britische Drama "Mr. Holmes" mit Ian McKellen (2. Woche / 6,4 Mio.) und Zehnter schließlich "Terminator Genisys" (4. Woche / 86 Mio.).

Aus den Top Ten mussten weichen: "Magic Mike XXL" an seinem vierten Wochenende mit 63 Millionen Dollar. Wegen der mit 14 Millionen Dollar sehr niedrigen Produktionskosten springt für Warner Brothers sicherlich ein hübscher Profit heraus (zumal weltweit inzwischen bereits über 101 Millionen Dollar zusammen gekommen sind). Aber bedenkt man, dass das Original vor drei Jahren 114 Millionen Dollar in Nordamerika alleine generierte, bleibt doch ein schaler Nachgeschmack.

Der billige und miese Horrorfilm "The Gallows" verabschiedet sich am dritten Wochenende mit immerhin 21 Millionen Dollar. Nur eine Fußnote der Filmgeschichte, da New Line Cinema aber den star-losen Streifen buchstäblich für einen Appel und ein Ei hergestellt haben (das Budget soll bei 100 000 Dollar liegen), können die Buchhalter des Filmstudios dennoch mit einem Gläschen Sekt anstoßen.

"Ted 2" wiederholt das "Magic Mike XXL"-Schema, nur auf kleinerer Flamme: An sich sind Ticketverkäufe in Höhe von 80 Millionen Dollar ein solider Erfolg. Allerdings kostete die Universal Pictures-Produktion 68 Millionen Dollar (da sind Marketing und Vertrieb noch gar nicht eingerechnet), und das Original spielte vor drei Jahren 219 Millionen Dollar ein. Eine dritte Teddy-Klamotte rund um Seth McFarlane ist damit genauso unwahrscheinlich geworden wie ein weiterer Stripper-Streifen.



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