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War Room
War Room
© FaithStep Films © Affirm Films

Kinocharts USA (4. - 6.9.): Heiliger Bimbam!

Christen-Drama "War Room" erobert die Spitze

Labor Day-Wochenende. Die Amerikaner genießen mit dem verlängerten Wochenende das letzte Sommerwochenende mit Ausflügen - und machen traditionell einen Bogen um die Kinos. Die großen Hollywood-Studios versuchten daher gar nicht erst, mit ihren Prestige-Produktionen gegen den Trend anzukämpfen und überließen das Feld kampflos kleineren Filmgesellschaften - denen die Gunst der Stunde aber auch nicht vergönnt war. Kein Film konnte ein zweistelliges Ergebnis erzielen, die Neustarts nicht überzeugen (bis auf einen mexikanischen Außenseiter). Mit insgesamt 64 Millionen Dollar lagen die Top Twelve aber immerhin deutlich über den erbärmlichen 51 Millionen Dollar des Vorjahres, als "Guardians of the Galaxy" mit Chris Pratt und 10 Millionen Dollar zum sechsten Mal an der Spitze stand.

Gold
Nicht "The Transporter Refueled" und nicht "A Walk in the Woods" beendeten die drei Wochen währende Rapper-Regentschaft in den nordamerikanischen Kinos, sondern das kleine religiöse Drama "War Room" an dessen zweitem Wochenende. Zur Premiere hatte die TriStar-Pictures das Rennen um den Kinokassenthron noch knapp verloren, nun gelang die Revanche an "Straight Outta Compton". Mit 9,4 Millionen Dollar setzte sich der nur 3 Millionen Dollar teure Streifen, der auf eine Werbekampagne in den Sonntagspredigten der christlichen Kirchen bauen kann, auf den Platz an der Kinokassensonne. Mit nur minus 16 Prozent Zuschauereinbuße hielt sich der Streifen ohne Stars hervorragend und erreichte einen sehr guten durchschnittlichen Umsatz von 6200 Dollar pro Leinwand. Zu sehen war der Alex Kendrick-Streifen in 1526 Lichtspielhäusern (plus 391). Alles in allem hat "War Room" bereits 25 Millionen Dollar erlöst und ist damit mehr als profitabel.

Silber
Für "Straight Outta Compton" wurden an dessen viertem Wochenende noch Karten im Wert von 8,9 Millionen Dollar verkauft, so dass das Universal Pictures-Drama nun bei insgesamt 148 Millionen Dollar liegt. Mit minus 32 Prozent Zuschauerschwund hielt sich der Rückgang in Grenzen, auch bei der Zahl der Spielpläne konnte sich das F. Gary Gray-Werk gut behaupten, gab nur 48 Säle ab, so dass er in 3094 Filmtheatern zu sehen war. Der Schnitt pro Kino lag bei guten 2800 Dollar.

Bronze
Bester Neustarter wurde nicht der mit wesentlich mehr Kopien startende "The Transporter Refueled", sondern "A Walk in the Woods" ("Picknick mit Bären"), die Independent-Komödie mit Robert Redford und Nick Nolte, die in lediglich 1960 Sälen zu sehen war. 8,2 Millionen Dollar war die Literaturverfilmung den Zuschauern wert, was zu einem mäßigen Schnitt von 4200 Dollar reicht. Zumindest sind die reinen Produktionskosten für BroadGreen Pictures schon wieder drin.

Die Neuen
Ohne Jason Statham war für "The Transporter Refueled" der Tank ziemlich leer. Auf das Treppchen fuhr der Thriller aus dem Hause Luc Besson nicht, sondern stotterte sich mit 7,2 Millionen Dollar auf den vierten Rang. Dabei hatte die Europacorp Distrubution-Produktion den Vorteil der meisten Spielstätten Nordamerikas auf ihrer Seite (womit sie "No Escape" als meistgezeigten Streifen ablöste): In 3434 Lichtspielhäusern lief der vierte "Transporter"-Teil an, der aber kaum jemand interessierte: Der schwache Umsatzschnitt von 2100 Dollar belegt das. In den USA wird die französische Produktion, die auf Englisch gedreht wurde, ihre Produktionskosten von 22 Millionen Dollar schwerlich einspielen. Dazu hätte es schon eines Premierenergebnisses von 12 Milionen Dollar gebraucht, das der dritte "Transporter" 2008 eingespielt hatte.

Überraschung auf dem neunten Rang: Erstmals qualifiziert sich mit "Un gallo con muchos huevos" ("Ein Hahn mit vielen Eiern") ein mexikanischer Zeichentrickfilm in den US-Charts. Dazu reichten der spanischsprachigen Produktion 3,4 Millionen Dollar in lediglich 395 Filmtheatern. Das reichte zum besten Schnitt von 8600 Dollar in den Top Ten.

Auf den Plätzen
Fünfter ist "Mission Impossible - Rogue Nation" (6. Woche / insgesamt 180 Millionen Dollar bisher); Sechster ist "No Escape" mit Owen Wilson (2. Woche / 18 Mio.); Siebter wurde "The Man from U.N.C.L.E." (4. Woche / 39 Mio.), Achter wurde "Sinister 2" (3. Woche / 24 Mio.) und Zehnter schließlich Pixar-Wiedereinsteiger "Inside Out" ("Alles steht Kopf" / 12. Woche / 348 Mio.).

Raus mit Applaus (oder auch nicht)
"Hitman: Agent 47" hat 20th Century Fox wieder keine Freude bereitet. Die Videospieladaption mit Rupert Friend konnte schon wie die Erstverfilmung mit Timothy Olyphant im Jahr 2007 nicht überzeugen, womit sich das Format jetzt endgültig erledigt haben dürfte. In drei Wochen kamen für die 35 Millionen Dollar teuren Thriller gerade mal 20 Millionen Dollar zusammen.

Erfreut dürften Marvel Pictures und Muttergesellschaft Walt Disney Pictures über das Ergebnis von "Ant-Man" sein - der Beweis, dass auch einer der "kleineren" Superhelden mit einem kleineren Science Fiction-Film Kasse machen kann: In acht Wochen hat der Paul Rudd-Streifen 173 Millionen Dollar verbucht - bei Kosten von etwa 130 Millionen Dollar ist das Werk, das eine so schwere Geburt hatte und dem nicht wenige einen Absturz prophezeit hatten, dank des Auslandsgeschäftes profitabel.

Der Film des Jahres, "Jurassic World", hat an seinem 13. (!) Wochenende die Top Ten verlassen müssen. Bei 647 Millionen Dollar steht die Universal Pictures-Produktion aktuell, international hat sie die Milliarden-Grenze geknackt, so dass der Chris Pratt-Streifen weltweit bei 1,6 Milliarden Dollar liegt. In Sachen Umsatz ist "Jurassic World" jeweils hinter "Avatar" und "Titanic" der dritterfolgreichste Film aller Zeiten weltweit; bei den Zuschauerzahlen liegt er auf Rang 26 hinter "Mary Poppins".

Der Independent-Thriller "The Gift" von und mit Joel Edgerton ist mit 40 Millionen Dollar in fünf Wochen kein großer Erfolg geworden, da er aber für nur 5 Millionen Dollar produziert worden ist, können der Künstler und Verleiher STX Entertainment zufrieden sein.



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