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22. Internationales Filmfest Oldenburg
22. Internationales Filmfest Oldenburg

Internationalen Filmfest Oldenburg 2015

Preisträger & Abschlussbilanz

Seit 1998 ist der German Independence Award als Auszeichnung des Internationalen Filmfest Oldenburg zur festen Größe geworden - die Ehrung für das aufregendste und beliebteste Werk innerhalb der zentralen Independent-Reihe.

Der German Independence Audience Award ging in diesem Jahr an die wunderbare deutsch-französische Komödie "Im Sommer wohnt er unten" von Tom Sommerlatte, der vom Publikum als bester Film des Festivals ausgewählt wurde.

Der Seymour Cassel Award - in diesem Jahr erstmalig sowohl für die Beste Schauspielerin als auch für den Besten Schauspieler - wurde an Sarah Silverman ("I Smile Back") und Nikola Rakocevic ("Travelator") verliehen, die die Jury des Festivals durch ihre außergewöhnlichen darstellerischen Leistungen überzeugten.

Die Jury setzt sich aus RP Kahl, Deborah Kara Unger und Buddy Giovinazzo, den Mitgliedern des im letzten Jahr gegründeten "Advisory Board", zusammen.

Die Kurzfilmjury, bestehend aus den beiden Oldenburgern, Produzent und Verleiher Marcus Machura ("Jack", deutscher Filmpreis in Silber und Abschlussfilm Oldenburg 2015), und Regisseur Andreas Schaap ("Must Love Death", Oldenburg 2012, "Tim Sanders goes to Hollywood", Oldenburg 2013) sowie dem Schauspieler Marco Hofschneider ("Hitlerjunge Salomon", "Luther"), vergab den German Independence Award für den Besten Kurzfilm an den niederländischen Kurzfilm "Free" von Martijn De Jong.

Jurybegründung:
"Eine zärtliche Beziehung zwischen einem kleinen Mädchen und einem lebenslänglich verurteilten Strafgefangenen - Am Anfang des Films steht ein Schock, der mit einem Schmunzeln aufgelöst wird, ein Film, der trotz tragischem Ende mit großer Leichtigkeit und wunderschönen Bildern erzählt wird. Verzweiflung, Hoffnung, Enttäuschung, Tod - Mehr geht nicht in 48 Minuten."

German Independence Award - Publikumspreis: "IM SOMMER WOHNT ER UNTEN" von Tom Sommerlatte
Seymour Cassel Award - Beste Schauspielerin: Sarah Silverman in "I SMILE BACK"
Seymour Cassel Award - Bester Schauspieler: Nikola Rakočević in "TRAVELATOR"
German Independence Award - Bester Kurzfilm: "FREE" von Martijn De Jong

Des Weiteren wurden erstmalig auf dem Internationalen Filmfest Oldenburg die Nominierungen für die European Discovery - Prix FIPRESCI bekanntgegeben, der im Dezember im Rahmen des Europäischen Filmpreises in Berlin verliehen wird:
Ich seh, Ich seh von Veronika Franz & Severin Fiala (Österreich),
Limbo von Anna Sofie Hartmann (Deutschland, Dänemark),
Mustang von Gamze Ergüven (Frankreich, Deutschland, Türkei),
Slow West von John Maclean (Neuseeland, Großbritannien)
und der frisch gekürte German Independence Award-Preisträger Im Sommer wohnt er unten von Tom Sommerlatte (Deutschland, Frankreich)

Im Anschluss an die Preisverleihung im Staatstheater wurde Prashant Nairs wundervoll träumerischer Film "Umrika" gezeigt, der in diesem Jahr schon in Sundance lief und auf dem legendären amerikanischen Independentfilmfestival mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde.

ABSCHLUSSBILANZ

Das Internationale Filmfest Oldenburg bewies auch in diesem 22. Jahrgang, dass es seinen Ruf als "deutsches Sundance" mehr als verdient. Das spannende Programm und die aufregenden Gäste lockten diesmal nicht nur mehr Zuschauer in die Kinos, sondern auch deutlich mehr internationale Branchen- und Pressevertreter nach Oldenburg. Über 15000 Zuschauer, 10 Prozent mehr als im letzten Jahr, und über 500 Gäste und Branchenteilnehmer besuchten die oft ausverkauften Vorstellungen an fünf vollgepackten Festivaltagen mit tollen Filmen, stimmungsvollen Events und Partys, die alle Gäste zu einer eingeschworenen Festivalgemeinde zusammenschweißten. Dieser besondere Oldenburg-Mix - der Independent-Geist und die gleichzeitig glamouröse und familiäre Atmosphäre - ist sicher der wichtigste Grund dafür, dass das Moviemaker Magazine das Internationale Filmfest Oldenburg in die Liste der 25 coolsten Filmfestivals der Welt wählte.

Joanna Cassidy, der der diesjährige Tribute gewidmet war, bezauberte Oldenburg nicht nur bei der feierlichen Enthüllung ihres Sterns auf dem OLB-Walk of Fame. Sowohl die drei Cassidy-Klassiker "Blade Runner", "Unter Feuer" und "Falsches Spiel mit Roger Rabbit" als auch ihr neuster Film "Too Late" von Dennis Hauck wurden im Rahmen des Tributes gezeigt. Auch Regie-Ikone George Armitage, dem die diesjährige Retrospektive gewidmet war, eroberte die Herzen der Stadt und neben den Klassikern seiner bemerkenswerten Karriere hatte er eine aufwändig restaurierte Fassung seines Kultfilms "Hot Rod" dabei.

Filme wie Guillaume und Stéphanie Malandrins "Ich bin tot, macht was draus!", Hank Bedfords "Dixieland","Three Days in Auschwitz", der neue Film des letztjährigen Retrospektiven-Gastes Philippe Mora oder Dito Tsindatzes "God of Happiness" und natürlich Tom Sommerlattes "Im Sommer wohnt er unten" sorgten für volle Vorstellungen und Filmemacher wie Alex Holdridge und Linnea Sassen ("Meet me in Montenegro"), Nick Basile ("Dark") und Samuel Schwarz ("Polder - Tokyo Heidi") stellten dem filmbegeisterten Publikum ihre Werke vor.

Im Rahmen des Filmfests war von Freitag bis Sonntag außerdem die Oldenburger JVA zum 10. Mal ein besonderes Festivalkino und Ort der Begegnung. Nach dem Einlass an den Sicherheitsschleusen der JVA begegneten sich wieder Filmfestgäste und Insassen auf den ca. 130 Plätzen der Gefängnis-Kapelle und erlebten gemeinsam Thomas Stillers Serien-Weltpremiere "Gottlos", Elisabeth Scharangs "Jack", Hank Bedfords berührenden "Dixieland" und am Freitag den Tukur-"Tatort" "Wer bin ich?". Gefeiert wurde der Auftakt unter anderem in Anwesenheit des Oldenburger Oberbürgermeisters Jürgen Krogmann und der Staatsekretärin im Niedersächsischen Justizministerium Stefanie Otte, die JVA-Direktor Gerd Koop und Festivalleiter Torsten Neumann zum Jubiläum gratulierten.

Zu den Stargästen des diesjährigen Festivals gehörten neben Joanna Cassidy, Regielegende George Armitage, Deborah Kara Unger und RP Kahl auch Nadeshda Brennicke ("God of Happiness"), Dagmar Manzel ("Besuch für Emma"), Victoria Schulz ("Taub und Stumm", letztjährige Seymour Cassel-Preisträgerin), Matthias Koeberlin ("Gottlos"), Nina Gnädig ("Gottlos") und junge, spannende Talente wie Matthew Modines Sohn Boman Modine ("Merry Xmas"), Eliza Bennett ("Haters"), Claire Carré ("Embers"), Whitney Able ("Dark") oder Nikola Rakočević (European Shooting Star 2014, "Travelator").

Der 22. Jahrgang des Internationalen Filmfest Oldenburg war ein rauschendes Filmfest und ein voller Erfolg.


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