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Die Gewinner des 16. Kinematheksverbunds-Preises
Die Gewinner des 16. Kinematheksverbunds-Preises
© Bundesverband der Kommunalen Kinos

Preise des Kinematheksverbundes vergeben

Engagement für eine vielfältige Kinokultur

Zum 16. Mal ist am Freitag der Preis des Kinematheksverbundes vergeben worden, der Kinos für ihre herausragenden Programme und ihr kontinuierliches Engagement für eine anspruchsvolle und vielfältige Kinokultur in Deutschland würdigt. Die Preise sind mit insgesamt 25 000 Euro dotiert und wurden im Filmmuseum Potsdam an 16 Lichtspielhäuser aus 16 Städten verliehen.

Zum ersten Mal fand diese Preisverleihung im Rahmen des 11. Bundeskongresses der Kommunalen Kinos statt. Rund 120 Teilnehmer trafen sich, um unter der Überschrift "Abschied von gestern #kinovonmorgen" über die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung auszutauschen und die Zukunft des Kinos zu sondieren. Die Veranstaltung, organisiert vom Bundesverband der Kommunalen Kinos, erreichte branchenweit Kinomacher, Filmkritiker, Festivalmacher, Kuratoren, Filmwissenschaftler und kommerzielle Kinobetreiber.

Volker Schlöndorff betonte in seiner Eröffnungsrede die enorme Bedeutung der Kommunalen Kinos für die deutschen Filmemacher: "Ich bin für die Kommunalen Kinos, weil ich sonst gar nicht wüßte, wo meine Filme laufen sollten." Er verknüpfte die Erfolgsgeschichte des Jungen Deutschen Films mit der zeitgleichen Entstehung der Komunalen Kinos. Junge Filmemacher seien heute wie damals auf diese Abspielstätten angewiesen.

Die Preise des Kinematheksverbundes wurden vergeben an:

Zeughauskino, Berlin
Das Zeughauskino ist nach wie vor eines der wenigen Kinos, das sich dezidiert der Filmgeschichte widmet. Dabei werden verschiedene Filmgenres wie zum Beispiel Industriefilme miteinbezogen, so dass ungewöhnliche Blicke auf Filmgeschichte ermöglicht werden. Ein höchst informatives und niveauvolles Programmheft sowie eine gut gestaltete, übersichtliche Website bieten einen hervorragenden ersten Eindruck und laden dazu ein, Filme in Werkzusammenhängen zu verstehen.

Filmklub 813, Köln
Dem Filmklub 813 gelingt es, trotz geringer finanzieller Mittel ein absolut einmaliges Programm auf die Beine zu stellen, das von intimer Kenntnis der Filmgeschichte geprägt ist. Dieser Filmclub beleuchtet außergewöhnliche Seitenstränge der Filmgeschichte, so beispielsweise populäre Filmgenres, die zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind, darunter Trashfilme, B-Movies oder frühe Experimentalfilme.

Filmmuseum München
Das Filmmuseum München besticht seit Jahren mit sehr gut konzipierten Programmreihen und umfassenden Retrospektiven, die die internationale Filmgeschichte beleuchten – und sich dabei sehr guter Besucherzahlen erfreuen. Hervorzuheben ist außerdem die qualitätsvolle Präsentation der Kinoarbeit im Programmheft sowie über Facebook und Twitter.

Filmhaus Nürnberg
Das Filmhaus Nürnberg hält seit Jahren ein hohes Niveau der Programmgestaltung, die alle Aspekte kultureller Filmarbeit abdeckt. Auch die Angebote für Kinder und Jugendliche beziehen die ganze Bandbreite der Filmgeschichte und unterschiedlicher Kinematographien mit ein. Ein eigenes Leporello für die Kinderveranstaltungen belegt, dass auch die jungen Zuschauer als Besucher ernst genommen werden. Hiervon zeugen nicht zuletzt innovative, partizipative Veranstaltungen wie die erstmalig durchgeführten Kinderfilmtage "Little Big Films", bei der Kinder das Programm selbst gestaltet haben.

Die Pumpe, Kiel
An einem schwierigen Standort leistet dieses Kino bemerkenswerte Arbeit im Bildungsbereich: Mit den Jugendfilmwochen werden auch junge Erwachsene gezielt angesprochen. Schulkooperationen wie das gewiss einzigartige "CinEscuela", ein spanischsprachiges Schulkinoprojekt, Filmanalyse-Kurse für Schulklassen sowie die Zusammenarbeit mit der Kieler Universität, in deren Rahmen Studierende Filmreihen konzipieren, setzen innovative Akzente.

mon ami, Weimar
Die Angebote für Kinder und Jugendliche zeichnen das mon ami besonders aus, gehen sie doch weit über das klassische Kinderkino hinaus und erfreuen sich großer Resonanz. Zu erwähnen sind insbesondere die Filmprogramme für die Kleinsten in der Reihe "Kita-Kino", die Angebote von "Lernort Kino – Schule des Sehens" sowie die Filmseminare zu besonderen Filmreihen, wie im vergangenen Jahr zum Ersten Weltkrieg oder mit Kinodramen nach Shakespeare.

B-Movie, Hamburg
Das kollektiv betriebene Stadtteil-Kino zeigte auch im vergangenen Jahr konsequent randständiges Kino: vernachlässigte Genres wie zum Beispiel Mumblecore, Underground-Filmemacher (Jörg Buttgereit, Bruce LaBruce) oder "Heimatfilme" aus St. Pauli. Letztere spiegeln das Selbstverständnis des B-Movie-Teams, im und für den Stadtteil aktiv zu sein, Themen und Probleme "vor der Haustür" filmisch zu reflektieren.

Kino im Sprengel, Hannover
Auch das Kino im Sprengel wird kollektiv betrieben und versteht sich dezidiert politisch. Dabei wird das Politische nie nur als "Thema" aufgegriffen, sondern immer filmisch gedacht. Reihen zum Urbanismus, zum Fischfang oder zu Ritualen schließen Experimentelles und Abseitiges mit ein. Archivausgrabungen gehören ebenso zum Programm wie Klassiker des unabhängigen Kinos.

Cinémathèque in der naTo, Leipzig
"Ästhetisch wach und politisch verantwortungsbewusst" – so versteht sich die Cinémathèque Leipzig. Diese Position spiegelt sich in Filmreihen wie "Mythos Freiheit: Gefängnis und Demokratie" oder "Avantgarde ist keine Strömung" wider. Besonders hervorzuheben sind die Monatsprogrammkarten, die ungewöhnlich und ansprechend gestaltet sind.

Trauma, Marburg
Präsentation ungewöhnlicher Filme für ein junges Publikum.

Koki, Rendsburg
Ein engagiertes Kino an einem mehr als schwierigen Ort.

Cinemayence, Mainz
Unter schwierigen finanziellen Bedingungen wird ein sehr engagiertes Programm gemacht mit vielen Diskussionsveranstaltungen, die das Publikum einbeziehen.

8 1⁄2 Saarbrücken
Für ein gleichbleibend gut durchdachtes Programm mit beeindruckend vielen Kooperationen.

Kommunalkino City 46, Bremen
Insbesondere für die innovative Filmbildungsarbeit und die Kooperation mit der Universität.

Kommunales Kino, Lübeck
Trotz geringer finanzieller Ausstattung bietet das Kino an einem schwierigen Standort alternatives Programm mit filmpädagogischen Angeboten.

Kommunales Kino im alten Wiehrebahnhof, Freiburg
Für ein seit Jahren hervorragendes Programm, das insbesondere mit seinen Filmreihen zu gesellschaftlichen Themen punktet.



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