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Wer ist Oda?
Wer ist Oda?
© Magdalena Hutter / Berlinale

Berlinale Perspektive Deutsches Kino 2016

Unsichtbares sichtbar machen

Die ersten sechs Filme sind für das kleine Jubiläum der Perspektive Deutsches Kino 2016 auf der Berlinale eingeladen. "Mit dem Amtsantritt des Intendanten Dieter Kosslick wurde vor 15 Jahren die Sektion Perspektive Deutsches Kino speziell für deutsche Nachwuchsfilme ins Leben gerufen", sagt die Leiterin Linda Söffker anlässlich der Präsentation der neuen Auswahl. "Hier ist der Ort, um erste Anerkennung und große Aufmerksamkeit für die oft schwierige Suche nach einem eigenen Erzählstil zu bekommen. Dafür steht die Perspektive."

"Unsichtbares sichtbar machen" ist die Herausforderung in diesem Jahrgang. Die jungen Filmemacherinnen und Filmemacher konfrontieren das Publikum in ihrer jeweiligen Filmsprache mit Dingen, die sich nicht sagen lassen, oder mit Dingen, die in keiner einfachen Beziehung von Ursache und Wirkung stehen. Überall geht es um Wünsche, Sehnsüchte, Weltanschauungen, die sich in Bildern oder in der Architektur eines Ortes manifestieren.

Die deutsch-bulgarische Malerin Oda Jaune ist keine Frau der vielen Worte. Aber wie sie etwas sagt, klingt schön und ist besonders. Sie spricht leise, aber laut durch ihre Malerei. Sich diesem Prozess der Wort-Bild-Findung anzunähern, wagt die KHM-Studentin Kamilla Pfeffer in ihrem Abschlussfilm "Wer ist Oda Jaune?" und schenkt uns ein sehr intimes Porträt der Künstlerin.

Der Geist der großen mexikanischen Malerin Frida Kahlo schwebt über den assoziativen Erzählsträngen im 25-minütigen Spielfilm "Las cuatro esquinas del círculo" ("Kreis mit vier Ecken") von Katarina Stanković. Es ist die Liebe zum Leben, die den verschiedenen Erzählungen in Mexiko und Serbien ihre Gestalt gibt und sich in der jugoslawischen Version von "Paloma Negra", gesungen von Nevenka Arsova, wiederfindet.

Es gibt einen magischen Ort in der Picardie, wo der Pfau ruft, und wunderbare Dinge wie von selbst entstehen. Hier realisierte die Regisseurin Jules Herrmann ihren ersten Spielfilm "LIEBMANN" als intuitives Experiment und kreatives Abenteuer. Antek Liebmann (Godehard Giese) fährt ins sommerliche Nordfrankreich, um die Geister seiner Vergangenheit in Deutschland zurückzulassen. Als die Alpträume ihn einholen, findet er einen Weg sie zu bannen und macht sich frei für einen Neuanfang.

Kann man eine mörderische Tat verstehen, fragt Regisseur David Clay Diaz mit seinem ersten Spielfilm "Agonie". Was sind die Gründe, gibt es zu viele, gibt es keinen? Lässt sich nicht immer nur spekulieren? In einem Alltags-Protokoll des 24-jährigen Christian und des 17-jährigen Alex, deren Lebensläufe sich niemals kreuzen, versucht Diaz das Unerklärbare sichtbar zu machen. Ein inhaltlich und formal auffälliger Film eines an der Hochschule für Fernsehen und Film in München studierenden Österreichers.

Wie sich die Geschichte und damit Biografie und Alltag von Menschen in die Architektur eines Ortes einschreibt und umgekehrt, interessiert Manuel Inacker, Student des zweiten Jahrgangs an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, in seinem 25-minütigen Dokumentarfilm "Pallasseum – Unsichtbare Stadt". In einer Art Leinwand-Triptychon hat er dafür die perfekte Form gefunden.

Maximilian Feldmann ist für seinen Diplomfilm "Valentina" an der Filmakademie Baden-Württemberg nach Skopje in Mazedonien gefahren und hat nördlich von dort, in der Roma-Gemeinde Šuto Orizari, die zehnjährige Valentina und ihre Familie gefilmt. In ruhigen Schwarz-Weiß-Bildern lernen wir den Alltag der zwölfköpfigen Familie Demaili kennen und folgen Valentina, der Meisterin des Geschichtenerzählens, in ihrem täglichen Überlebenskampf.

Das gesamte Programm der Perspektive Deutsches Kino wird im Januar bekannt gegeben.


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