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David Bowie ist tot

Sänger und Schauspieler erlag Krebsleiden

David Bowie, der legendäre Glamrock-Sänger und einer der erfolgreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts, ist im Alter von 69 Jahren seiner Krebs-Krankheit erlegen. Ein Sprecher teilte heute Morgen via Facebook mit: "David Bowie ist heute Morgen im Kreise seiner geliebten Familie nach einem mutigen, 18-monatigen Kampf gegen den Krebs in Würde gestorben. Viele von euch werden diesen Verlust mit uns betrauern, dennoch bitten wir darum, die Privatsphäre der Familie in dieser Zeit zu wahren."

Sein Sohn Duncan Jones, bekannt als Zowie Bowie und als Filmregisseur von "Moon" und "Source Code", bestätigte die Nachricht via Twitter: "Sehr traurig, aber wahr. Ich werde eine Weile offline sein. Liebe an euch alle." Auch der Sänger Billy Idol meldete sich zu Wort: "Es bringt mich fast zum Weinen, die Nachricht von David Bowie's Tod zu hören."

Erst vor drei Tagen veröffentlichte der Star an seinem 69. Geburtstag sein letzes Album "Blackstar". In den letzten Monaten hatte man ihn zuvor kaum bei öffentlichen Auftritten gesehen.

David Bowie, der am 8. Januar 1947 in London geboren worden war, ist über vier Jahrzehnte eine der bekanntesten Künstler der Musikszene gewesen - als Sänger, Liederautor, Musiker mehrerer Instrumente, Plattenproduzent, Arrangeur, Maler und als Schauspieler. Er war einer der innovativsten Musiker aller Zeiten, und seine androgyne Erscheinung in den Siebzigern und Achtzigern waren Teil seines Images und auch optisch hohen Wiedererkennungswerts.

1969 landete er seinen ersten Hit mit "Space Oddity". 1972 kreierte er sein Alter Ego Ziggy Stardust mit dem Album "The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders of Mars" und der Single "Starman", mit denen er die Glamrock-Phase entscheidend prägte. 1975 hatte Bowie mit der Single "Fame" und dem Album "Young Americans" erstmals auch Erfolg in den Vereinigten Staaten. Es folgte Ende der Siebziger die so genannte Berlin-Trilogie mit "Low", "Heroes" und "Lodger", bei denen er mit Brian Eno elektronisch dominierte Songs einspielte.

Großen Erfolg verzeichnete der Engländer auch mit seiner Single "Ashes to Ashes" von 1980, dem dazugehörigen Album "Scary Monsters (And Super Creeps)" sowie ein Jahr darauf mit "Under Pressure", einer Kooperation mit Queen. 1983 folgte das extrem erfolgreiche Album "Let's Dance".

Während der Neunziger und Nuller experimentierte David weiterhin mit verschiedenen Musikstilen wie Soul, Industrial oder Jungle. 2003/04 ging er mit der "Reality Tour" letztmals auf Tournee. Seinen letzten Live-Auftritt absolvierte er 2006. Während seiner Karriere verkauften sich seine Tonträger weltweit 100 Millionen Mal.
Der Filmmusikkomponist David Buckley sagt über David Bowie, dieser habe "einen einmaligen Einfluss auf die Populärkultur ausgeübt" und "mehr Leben verändert als jede vergleichbare Figur".

Bowie wirkte auch in zahlreichen Filmen mit. Sein Debut "The Man Who Fell to Earth" von Nicolas Roeg aus dem Jahr 1976 ist sein wahrscheinlich bekanntester und nutzte sein androgynes Image zum Nutzen der Titelfigur, eines humanoiden Außerirdischen. Es folgte 1978 die Hauptrolle in dem deutschen Drama "Schöner Gigolo, armer Gigolo", den David Hemmings in West-Berlin drehte, wo der Sänger von 1976 bis 1978 lebte. Die feindseligen Kritiken für den Flop, der Marlene Dietrich's Leinwandabschied markierte, waren so extrem, dass Bowie meinte, "das war wie alle 32 Elvis-Filme in einen gepackt".

1983 spielte er in Tony Scott's Debut, dem Fantasy-Film "The Hunger" ("Begierde") einen schnell alternden Vampir. In "Merry Christmas Mr Lawrence" aus dem selben Jahr verkörperte er einen englischen Offizier, der in einem japanischen Gefangenenlager während des Zweiten Weltkriegs interniert ist. 1986 folgte nach Nebenrollen in "Kopfüber in die Nacht" und "Absolute Beginners" die Hauptrolle in einem weiteren Fantasy Film, "Labyrinth" ("Die Reise ins Labyrinth") von Jim Henson. Für Martin Scorsese trat er als Pontius Pilatus in dem Drama "The Last Temptation of Christ" 1988 vor die Kameras.

In den Neunzigern spielte er größere Rollen in der Komödie "The Linguini Incident" ("Houdini & Company") aus dem Jahr 1991, dem Drama "Basquiat" von 1996, und 2000 übernahm er in dem Fantasy-Film "Mr. Rice's Secret" die Titelrolle. Von 1997 bis 2000 führte er zusammen mit Terence Stamp in der Fernsehserie "The Hunger" in die verschiedenen Horrorgeschichten ein. In seinem besten Film, Christopher Nolan's Kriminalfilm "The Prestige" aus dem Jahr 2006, verkörperte er in einer entscheidenden Nebenrolle den Erfinder Nikola Tesla. Seinen letzten Leinwandauftritt absolvierte er 2008 in dem Drama "August" ("Der Börsen-Crash").

Seine Musik ist in fast 500 Kino- und Fernsehfilmen zu hören gewesen, zuletzt prominent in dem Golden Globe-Gewinner "The Martian", in welchem Ridley Scott David's Song "Starman" nutzte. 1983 war er für sein Lied "Cat People" aus dem gleichnamigen Streifen selbst für einen Golden Globe nominiert. Für das deutsche Kinopublikum ist sein Name untrennbar mit dem Drama "Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" aus dem Jahr 1981 verbunden, in dem er nicht nur bei einem Bühnenauftritt zu sehen ist, sondern der Soundtrack allein aus seinen Songs besteht.

David Bowie hinterlässt seine Frau Iman, mit der er in zweiter Ehe seit 1992 verheiratet gewesen ist und aus der seine 2000 geborene Tochter Alexandria stammt. Sein 1971 geborener Sohn Duncan Jones ging aus der ersten Ehe mit Angie Brown hervor, mit welcher der Musiker von 1970 bis 1980 bis zur Scheidung verheiratet war.


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