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Crystal Lake mit Shea Glover
Crystal Lake mit Shea Glover
© Jennifer Reeder

Berlinale Generation 2016: Unterschätze niemals die schöpferische Kraft der Jugend

Programm vollständig

Mit etwa 2000 Lang- und Kurzfilmen sind in diesem Jahr mehr Einreichungen denn je bei dem Berlinale-Wettbewerb "Generation" eingegangen. Davon sind insgesamt 63 Lang- und Kurzfilme aus 35 Produktions- und Koproduktionsländern sind in die Berlinale-Wettbewerbe "Generation Kplus" und "Generation 14plus" eingeladen worden. Das Programm ist damit vollständig.

"Junge Menschen auf der ganzen Welt sind ständig mit dystopischen Realitäten konfrontiert, die sie nicht geschaffen haben", sagt Maryanne Redpath, Leiterin von "Generation". "In den Filmen aus dem diesjährigen Programm erleben wir auf vielfältige Weise, wie sie ihre eigenen Schicksale in die Hand nehmen." Die Beiträge machen Gegensätze wie kindlich und erwachsen, verboten und erlaubt, wirklich und erträumt sichtbar und stellen diese in Frage.

Auch in den insgesamt fünf Kurzfilmreihen von "Generation" werden formale und inhaltliche Grenzen gesprengt, vermeintliche Gegensätze aufgehoben. Themen wie Freundschaft, Verlust, Genderrollen, Flucht oder Vorurteile finden Ausdruck in dokumentarischen Portraits, animierten Erzählungen oder experimentellen Gedankenspielen.

Generation 14plus:

"6A" (Schweden) Von Peter Modestij Mobbing
Schulschwänzen, Gewaltausbrüche: In der Klasse 6A läuft einiges schief. Aber liegt die Schuld dafür wirklich allein bei Denise und ihren Freundinnen, wie die meisten Eltern glauben? Beeindruckend realistisch observiert der Regisseur ein höchst unangenehmes Zusammentreffen aller Beteiligten, das vor allem die psychischen Untiefen der Erwachsenen entlarvt. Weltpremiere.

"Avant les rues" (Before the Streets) (Kanada) Von Chloé Leriche
Das Leben im Atikamekw Reservat in der kanadischen Provinz Québec ist angespannt und lässt auch den jungen Shawnouk hadern. Als dessen Situation eskaliert, flieht er in die Wälder. In traditionellen Ritualen helfen Feuer und Rauch, die alten Bäume und die Beats seiner Ahnen Shawnouk bei der schonungslosen Konfrontation mit sich selbst. Gedreht in der Sprache der Atikamekw entsteht ein authentisches wie hoffnungsvolles Portrait. Weltpremiere.

"El Soñador" (The Dreamer) (Peru) Von Adrián Saba
Um seinem trostlosen Leben als Kleinkrimineller für kurze Augenblicke zu entkommen, driftet Sebastián in seine Traumwelten ab. Nur hier kann er sich und seine Liebe zu Emilia beschützen und versuchen, der realen Bedrohung zu entkommen. Im zunehmenden Zusammenspiel von prägnanten Licht- und Farbkompositionen verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Illusion. Weltpremiere.

"Es esmu šeit" (Mellow Mud) (Lettland) Von Renars Vimba
Um nicht ihr Zuhause zu verlieren, verheimlichen die 17-jährige Raya und ihr kleiner Bruder den Tod ihrer Großmutter. Trickreich organisiert Raya ihr Überleben und lebt gleichzeitig ihre Gefühle für ihren Englischlehrer in vollen Zügen aus. Aber die Dinge geraten langsam außer Kontrolle. Hilfe erhofft sie sich bei ihrer Mutter im fernen London. Weltpremiere.

"Ma Révolution" (My Revolution) (Frankreich) Von Ramzi Ben Sliman
Mitten in Paris schlägt der arabische Frühling seine Triebe. Marawann mischt sich unter die singenden und tanzenden Maghrébins. Seine tunesischen Wurzeln waren für den 15-jährigen Franzosen noch nie so bedeutend. Marawann ist aufgewühlt, was wohl aber eher an seinen Gefühlen für Sygrid liegt. Internationale Premiere.

"Royahaye Dame Sobh" (Starless Dreams) (Iran) Von Mehrdad Oskouei
Mord und Raub, Drogenhandel und Drogensucht: Junge Leben mit traumatischen Geschichten führen in das iranische "Korrektur- und Rehabilitationszentrum" für Mädchen. Manche fühlen sich im Gefängnis wohler als bei ihren Familien. Ein seltener dokumentarischer Blick in eine weggeschlossene Welt und das respektvolle Portrait junger Frauen im Ringen um Würde. Weltpremiere.

"Valderama" (Iran) Von Abbas Amini
Wer ist Valderama? Mit seinem auffällig gelocktem Haar und verschmitzten Lächeln kehrt der eltern- und für die Behörden identitätslose Junge seiner Stadt den Rücken und flüchtet ins weit entfernte Teheran. Seine Sehnsucht nach Geborgenheit und Zugehörigkeit treiben ihn voran und lassen ihn immer wieder an gesellschaftliche, religiöse und kulturelle Grenzen stoßen. Weltpremiere.

"Zhaleika" (Deutschland) Von Eliza Petkova
Zwischen monumentaler Ödnis und zögerlichem Begehren lebt Lora ihre Jugend in einem bulgarischen Dorf. Ihr Leben wird von starren religiösen, gesellschaftlichen und sozialen Bräuchen bestimmt, bis ein radikaler Einschnitt sie an die Grenzen der kleinen Gemeinde und darüber hinaus führt. Für die Enge des kleinen Ortes und die Weite im Empfinden einer klugen jungen Frau findet die Regisseurin Bilder, die lange nachwirken. Weltpremiere.

Bereits gemeldet waren:
"Ani ve snu!" (In Your Dreams!) (Tschechische Republik / Slowakische Republik / Bulgarien) von Petr Oukropec
"Born to Dance" (Neuseeland) von Tammy Davis
"Girl Asleep" (Australien) von Rosemary Myers
"Las Plantas" (Plants) (Chile) von Roberto Doveris
"Sairat" (Wild) (Indien) von Nagraj Manjule
"Triapichniy Soyuz" (Rag Union) (Russische Föderation) von Mikhail Mestetskiy
"What’s in the Darkness" (Volksrepublik China) von Yichun Wang

Generation Kplus:

"Jamais contente" (Frankreich) Von Emilie Deleuze
Aurore hat zwar nicht die besten Noten, aber doof ist sie nicht. Ziemlich scharfsinnig beobachtet und kommentiert sie ihr Umfeld - ihre Eltern, die Jungs, ihren Französischlehrer und sich selbst. Mit trotziger Sturheit testet Aurore ihre Grenzen aus und findet dabei heraus, dass die Musik ein Ventil und sie letztlich doch nicht "frigide" ist. Der Film basiert auf der erfolgreichen französischen Jugendbuchtrilogie "Le Journal d’Aurore". Mit Catherine Hiegel, Alex Lutz. Weltpremiere.

"Little Men" (USA) Von Ira Sachs
Schnell werden Tony und Jake, der neu in der Brooklyner Nachbarschaft ist, zu besten Freunden. Empathisch und zugleich mit einem feinen Gespür für soziale Dissonanzen erzählt Regisseur Ira Sachs von einer jungen Freundschaft im Konflikt mit der Logik einer erwachsenen Welt. Mit Jennifer Ehle, Greg Kinnear, Alfred Molina. Internationale Premiere.

"Mavi Bisiklet" (Blue Bicycle) (Türkei, Deutschland) Von Ümet Köreken
Der zwölfjährige Ali lebt in kargen Verhältnissen in der anatolischen Provinz. Sein mühsam verdientes Geld spart er für seinen größten Traum: ein nagelneues, blaues Fahrrad. Als seiner heimlichen Liebe Elfi in der Schule eine große Ungerechtigkeit widerfährt, nimmt Ali den engagierten Kampf für die Demokratie und gegen ein festgefahrenes System auf. Weltpremiere.

"Ottaal" (The Trap) (Indien) Von Jayaraj Rajashekaran Nair.
Das paradiesisch anmutende Leben des achtjährigen Kuttappayi wird getrübt vom Verlust der Eltern. In eindringlich schöner Natur lebt, fischt und lacht er nun mit seinem Großvater, dem Entenhirten. In die Zukunft blickt der Junge mit hoffnungsvollen Träumen und ahnt nicht, dass er bald das Schicksal vieler Millionen Kinder weltweit teilen wird, die zu Kinderarbeit gezwungen werden. Internationale Premiere.

"Rara" (Chile, Argentinien) Von Pepa San Martín
Jungs interessant finden, Jungs doof finden, der besten Freundin ganz nahe sein und vor ihr Geheimnisse haben, Sorgen in der Schule und die nervigen Eltern: Die Probleme einer 13-Jährigen. Das alles hat für Sara nichts damit zu tun, dass ihre Mutter mit einer Frau zusammenlebt. Ihr Vater sieht das anders. Pepa San Martín inszeniert ihr Langfilmdebüt nach einem chilenischen Sorgerechtsfall. Weltpremiere.

"Solan og Ludvig - Herfra til Flåklypa" (Louis & Nolan – The Big Cheeserace) (Norwegen) Von Rasmus Sivertsen
Für den frechen Elster-Jungen Solan geht es beim Käserennen um weit mehr als die Ehre. Siegessicher und mit viel Einfallsreichtum geht er mit seinen beiden Mitstreitern an den Start. Aber das ausgebuffte Gegnerteam aus dem verfeindeten Nachbardorf kämpft mit harten Bandagen. Turbulent und mit viel Humor erzählt diese liebevoll umgesetzte Knet-Animation, dass es nicht immer ums Gewinnen geht. Internationale Premiere.

"Woorideul" (The World of Us) (Republik Korea) Von Yoon Ga-eun
Alleine unterwegs in den sommerlichen Gassen knüpfen die beiden zehnjährigen Sun und Jia ein Band zärtlicher Freundschaft. Die turbulente soziale Dynamik ihrer Schulklasse droht es wieder zu zerreißen. Ga-eun Yoon kehrt mit einem Debüt auf die Berlinale zurück, das in leisen Tönen eindringlich das Erleben eines zarten jungen Mädchens schildert und dabei zu großer Kunst findet. Weltpremiere.

Bereits gemeldet waren:
"ENTE GUT! Mädchen allein zu Haus" (Deutschland) von Norbert Lechner
"Genç Pehlivanlar" (Young Wrestlers) (Türkei / Niederlande) von Mete Gümürhan
"Rauf" (Türkei) von Barış Kaya und Soner Caner
"Siv sover vilse" (Siv Sleeps Astray) (Schweden / Niederlande) von Catti Edfeldt und Lena Hanno Clyne
"Ted Siegers Molly Monster – Der Kinofilm" (Schweiz / Deutschland / Schweden) von Ted Sieger, Matthias Bruhn und Michael Ekblad
"Zud" (Deutschland / Polen) von Marta Minorowicz


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