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Kinocharts USA (12. - 14.2.): Rekordmann Ryan Reynolds

"Deadpool" pulverisiert Bestmarken

Schön, wenn das Leben noch Überraschungen bereit hält. Eine solche - und zwar faustdicke - hat das US-Kinowochenende gebracht. "Deadpool" startete mit dem stärksten Februar-Ergebnis aller Zeiten und machte einen Umsatz, der mit 132 Millionen Dollar doppelt so hoch war, als von Analysten erwartet. Das trieb den Gesamtumsatz der Top Twelve auf 234 Millionen Dollar, deutlich mehr als am Vorjahres-Valentinswochenende, als "Fifty Shades of Grey" mit Dakota Johnson und 85 Millionen Dollar den Februar-Premierenrekord errang und die Top Twelve 200 Millionen Dollar einbrachten.

Gold
Ein Triumph sondergleichen für Regiedebutant Tim Miller, Hauptdarsteller Ryan Reynolds und das ganze Team bei 20th Century Fox, insbesondere die Marketing-Abteilung, die mit ihrer originellen Werbekampagne und -strategie maßgeblich dazu beigetragen hat, dass "Deadpool" sich zu einem "Muss ich sehen"-Film entwickelte. Die 132 Millionen Dollar in den 3558 Kinos sind um so erstaunlicher, weil der Science Fiction-Streifen mit der Altersfreigabe "R" (Restricted) große Teile des jugendlichen Publikums ausschließt.

Fans der Marvel-Comic-Figur wird dieser Sensationserfolg besonders freuen, zeigt er doch, dass es einen Markt für härtere Action-Filme gibt und nicht alles weichgespült werden muss, um die umstrittene Altersfreigabe "PG-13" (Jugendliche bis 13 Jahren nur in Erwachsenenbegleitung) zu erhalten. In jedem Fall hat die Comic-Verfilmung auch den besten Start aller Zeiten für ein Werk mit der Altersfreigabe "R" hingelegt. Der Schnitt pro Kopie lag bei irrwitzigen 37 000 Dollar, und die reinen Produktionskosten von 58 Millionen Dollar sind schon längst wieder drin. Die Fortsetzung wurde vermutlich bereits Freitagabend in den Fox Studios genehmigt.

Silber
Auch auf dem zweiten Platz rangiert eine erfolgreich 20th Century Fox-Produktion: "Kung Fu Panda 3" verlor am dritten Wochenende die Spitze an die "Deadpool"-Dampfwalze, hielt sich dabei aber großartig. Nur um minus 7 Prozent gegenüber dem Vorwochenende ging der Besuch des Animationsfilms an diesem verlängerten Wochenende (heute ist Presidents Day in den USA), an dem viele Familien offensichtlich die Filmpaläste aufsuchten, zurück. Knapp 20 Millionen Dollar erreichte der Jack Black-Streifen in den 3844 Lichtspieltheatern (minus 143), was einem sehr guten Schnitt von 5100 Dollar pro Saal entspricht. Der Zeichentrickfilm bleibt der meistgezeigte des Landes und hat bis jetzt 94 Millionen Dollar eingenommen.

Bronze
Der Film für das Valentinswochenende "How to Be Single" setzte sich vor den prominenter besetzten Mitdebutanten "Zoolander 2". Die Komödie mit Dakota Johnson erreichte rund 18 Millionen Dollar in 3343 Spielstätten. Das entspricht durchschnittlich soliden 5300 Dollar pro Filmtheater für das 38 Millionen Dollar teure Warner Brothers-Werk.

Die Neuen
Die dritte Premiere des Wochenendes beantwortet die Frage, ob wirklich jemand nach einer Fortsetzung zum 15 Jahre alten "Zoolander" verlangt hat. Die Antwort: Nicht wirklich. Mit 14 Millionen Dollar erreicht die Komödie "Zoolander 2" von und mit Ben Stiller den vierten Platz. In den 3394 Kinos wechselten durchschnittlich mäßige 4100 Dollar die Besitzer. Ob der Paramount Pictures-Streifen seine 50 Millionen Dollar Produktionskosten in den USA wieder einspielen kann, scheint auch aufgrund der miesen Mundpropaganda eher unwahrscheinlich. Die "Zoolander"-Reihe ist damit Geschichte.

Auf den Plätzen
Fünfter wurde "The Revenant" (8. Woche / bisher insgesamt 159 Millionen Dollar); Sechster wurde die Coen Brothers-Komödie "Hail, Caesar!" mit George Clooney (2. Woche / 21 Mio.); Siebter wurde "Star Wars: The Force Awakens" (9. Woche / 915 Mio.); Achter wurde das Nicholas Sparks-Drama "The Choice" mit Teresa Palmer (2. Woche / 13 Mio.); Neunter wurde "Ride Along 2" (5. Woche / 83 Mio.) und Zehnter schließlich der Independent-Horrorfilm "The Boy" mit Lauren Cohan (4. Woche / 31 Mio.).

Raus mit Applaus (oder auch nicht)
Die Idee des Crossover einer Jane Austen-Adaption und eines Zombie-Films ist ein Schnapsidee gewesen: "Pride and Prejudice and Zombies" mit Lily James ist bereits am zweiten Wochenende wieder im hohen Bogen aus den Top Ten geflogen. Bis jetzt sind gerade mal erbärmliche 9 Millionen Dollar für die 28 Millionen Dollar teure Lionsgate-Komödie zusammen gekommen.

Ebenfalls gefloppt, wenn auch mit bis jetzt immerhin 23 Millionen Dollar Umsatz ist der Walt Disney-Thriller "The Finest Hours" mit Chris Pine, der am dritten Wochenende die Top Ten verlassen hat. Ein kostspieliger Fehlschlag bei Produktionskosten von 80 Millionen Dollar.

Wäre es nach den Kritikern gegangen, dann wäre "Dirty Grandpa" nie in die Kinos gekommen. Aber das Publikum ging milder mit Robert De Niro's möglicherweise schlechtestem Film (in dem er eine Hauptrolle spielt) um und kaufte in vier Wochen Eintrittskarten im Wert von 33 Millionen Dollar für die 11 Millionen Dollar teure Lionsgate-Komödie.



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