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The Boss mit Kristen Bell und Melissa McCarthy
The Boss mit Kristen Bell und Melissa McCarthy
© Universal Pictures International Germany

Kinocharts USA (8. - 10.4.): Melissa McCarthy zeigt Superhelden, wer der Boss ist

Ergebnis aber nur mäßig

Es war das erwartet enge Ringen um den Kinokassenthron in den amerikanischen Kinos, und Melissa McCarthy hat es tatsächlich geschafft. Was vor Wochen noch keiner zu prognostizieren gewagt hätte, ist nun eingetreten: Der 250 Millionen Dollar teure Gigant "Batman vs. Superman: Dawn of Justice" schafft keinen Hattrick an der Spitze, weil ihm die Zuschauer in Scharen davonlaufen, wie es zuletzt höchstens noch beim "Fantastic Four"-Desaster der Fall gewesen ist.

Mit einem Vorsprung von gerade mal 200 000 Dollar sichert sich McCarthy's "The Boss" den Nummer eins-Titel. Das ist aber eher der Schwäche der Superhelden geschuldet als ihrer Stärke, denn dieses Premierenergebnis liegt am unteren Ende der bisherigen Debuts der Mimin. Und dieses reduzierte Niveau spürten die Kinobesitzer auch ingesamt - es war ein miserables Wochenende: Mit 94 Millionen Dollar verfehlten die Top Twelve erstmals seit 2008 an einem zweiten April-Wochenende die 100 Millionen Dollar-Marke und liegen deutlich hinter dem Vorjahreswochenende, als "Furious 7" mit Vin Diesel und rund 60 Millionen Dollar sein zweites Wochenende an der Spitze vebrachte.

Gold
"The Boss" kam mit miserablen Kritiken - den bisher schwächsten für einen Melissa McCarthy-Streifen - und ebensolcher Mundpropaganda in die 3480 Lichtspielhäuser. Insofern sind die 23,5 Millionen Dollar und Rang eins ein Erfolg, zumal die Schauspielerin damit beweist, auch schlechte Filme weiterhin solide über 20 Millionen Dollar eröffnen zu können. Aber die Komödie bewegt sich am unteren Ende dieser Skala, ist weit entfernt von den Premieren wie "Identity Thief" ("Voll abgezockt") mit 34 Millionen Dollar oder "Heat" ("Taffe Mädels") mit 39 Millionen Dollar. Der Schnitt von 6700 Dollar pro Kopie für die Universal Pictures-Produktion ist solide, aber mehr als ein mäßiger Erfolg ist für das 29 Millionen Dollar teure Werk nicht mehr drin, und die Tabellenspitze wird durch die Ankunft von "The Jungle Book" auch nur eine Ein-Wochen-Fliege bleiben.

Silber
Schon jetzt hat "Batman vs. Superman: Dawn of Justice" mit insgesamt 297 Millionen Dollar am dritten Wochenende das Gesamtergebnis von "Man of Steel" übertroffen, aber ob er den derzeit erfolgreichsten Streifen des Jahres 2016 in den USA, "Deadpool", wird überholen können, bleibt fraglich. Keine Frage, dass hier ist nur ein gefühlter Misserfolg, aufgrund der hohen Produktionskosten und des Marketing-Hypes. Aber es besteht die Gefahr, dass Zack Snyder und Warner Brothers die DC Comic-Marke und ihre kommenden Produktionen wie "Justice League" oder "Wonder Woman" beschädigt haben und denen nicht mehr solche Rekordpremieren wie "Batman vs. Superman" beschert sein dürften.

154 Lichtspielhäuser nahmen den Fantasy-Film vor der dritten Woche aus dem Programm; mit 4102 Leinwänden bleibt der Ben Affleck-Film aber der mit Abstand meistgezeigte Streifen Nordamerikas. Im Schnitt hervorragende 5700 Dollar verblieben in den Kinokassen, insgesamt 23,3 Millionen Dollar kamen zusammen. Aber der erneute Zuschauerschwund von minus 54 Prozent verglichen mit dem zweiten Wochenende ist wieder heftig.

Bronze
"Zootopia" läuft weiterhin hervorragend. Am sechsten Wochenende büßte der Animationsstreifen lediglich minus 25 Prozent seines Umsatzes gemessen am Wochenende zuvor ein. 14 Millionen Dollar war den kleinen und großen Kinogängern die Walt Disney-Produktion noch mal wert, die in 3444 Filmtheatern zu sehen ist. 254 Kinos haben das Werk mit der Stimme von Ginnifer Goodwin vom Spielplan abgesetzt. Der Umsatzschnitt liegt bei beeindruckenden 4100 Dollar pro Saal, und insgesamt hat der Zeichentrickfilm bisher 296 Millionen Dollar erspielt.

Die Neuen
Es war ein Wagnis: Ein Film aus der Perspektive der Hauptfigur, aufgezogen wie ein Ego-Shooter-Video-Spiel. Und es ist mit "Hardcore Henry" in die Hose gegangen. Obwohl Kritiker und Zuschauer den auf Englisch und Russisch mit internationaler Besetzung (Sharlto Copley und Tim Roth) gedrehten russischen Thriller recht gewogen sind, lösten zu wenige Besucher ein Ticket. Mit gerade mal 5,1 Millionen Dollar in 3015 Sälen schafft es die STX Entertainment-Produktion nur auf den fünften Platz. Das ist ein sehr schwacher Schnitt von bloß 1600 Dollar pro Kopie. Da der russische Regiedebutant Ilya Naishuller sein Werk mit umgerechnet 2 Millionen Dollar kostengünstig auf die Leinwand gebracht hat, wird die Independent-Produktion vielleicht ein kleines Plus auswerfen, aber weitere Streifen dieser Art dürfte es wohl keine mehr geben.

Auf die Plätze
Vierter wurde "My Big Fat Greek Wedding 2" (3. Woche / bisher insgesamt 47 Millionen Dollar); Sechster wurde das Drama "Miracles from Heaven" ("Himmelskind") mit Jennifer Garner (4. Woche / 54 Mio.); Siebter wurde das religiöse Drama "God's Not Dead 2" mit Melissa Joan Hart (2. Woche / 14 Mio.); Achter wurde "The Divergent Series: Allegiant" (4. Woche / 62 Mio.); Neunter wurde "10 Cloverfield Lane" (5. Woche / 68 Mio.) und Zehnter schließlich der Thriller "Eye in the Sky" mit Helen Mirren (5. Woche / 10 Mio.).

Raus mit Applaus (oder auch nicht)
Die Erfolgsgeschichte des Kinojahres 2016 bisher: "Deadpool" hat in neun Wochen 358 Millionen Dollar verbucht und ist damit aktuell der erfolgreichste Streifen Nordamerikas in diesem Jahr - und weltweit hinter "Zootopia" der dritterfolgreichste mit 757 Millionen Dollar. Für Ryan Reynolds könnte das seine "Indiana Jones"-Rolle sein, auf die er sich als sichere Bank auf die kommenden Jahre immer wieder wird zurückziehen können - ob ihm sein frischer Ruhm auch für andere Projekte zugute kommen wird, dürfte bereits das kommende Wochenende zeigen, wenn sein Thriller "Criminal" anläuft. 20th Century Fox haben jetzt einen ernstzunehmenden Konkurrenten gegenüber Disney mit ihren "Avengers" und gegenüber Warner mit deren "Justice League"-Werken. Und das Beste: Mit 58 Millionen Dollar Produktionskosten war der Fantasy-Film nicht mal besonders teuer.

Die Komödie "Meet the Blacks" mit Mike Epps (und Mike Tyson) interessierte kaum jemanden. Bereits am zweiten Wochenende und mit 7 Millionen Dollar ist die Freestyle-Produktion bereits wieder Box Office-Geschichte.



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