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Jan Böhmermann
Jan Böhmermann
© BANG Showbiz

Jan Böhmermann und Recep Tayyip Erdoğan

1.500 Strafanzeigen von Privatpersonen

(12.04.2016) Dieter Hallervorden: Spottlied über Präsident Recep Erdoğan
Dieter Hallervorden
unterstützt Jan Böhmermann. Mit einem eigenen Song ergreift der Darsteller Partei in der aktuellen Diskussion um Meinungs- und Satirefreiheit und stärkt Böhmermann den Rücken. "Erdogan, zeig mich an" geht mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vielleicht noch härter ins Gericht als Jan mit seinem justitiablen Spottgedicht. So heißt es in einer Textzeile: "Ich sing einfach, was du bist. Ein Terrorist, der auf freien Geist schießt."

Vorgestern veröffentlichte Hallervorden sein Werk auf Facebook und schrieb darüber: "Jetzt erst recht." Er wünscht sich explizit wie Böhmermann, mit seinem Lied ähnlichen Zorn hervorzurufen, und macht sich gleichzeitig darüber lustig, dass Erdogan sich mit seiner mutmaßlichen Reaktion auf den Beitrag keinen Gefallen tun würde: "Erdogan, Erdogan, mach auch meinen Song bekannt. Erdogan, Erdogan, sei nur einfach wutentbrannt!"




(14.04.2016) - Weitere Schauspieler unterstützen den Satiriker
In einem offen Brief, den "Die Zeit" heute veröffentlicht hat, wird von Schauspielern, Journalisten und Künstlern gefordert, dass die Staatsanwaltschaft in Mainz die Ermittlungen gegen Jan Böhmermann einstellen soll. "Diskussionen über und Kritik an Jan Böhmermann's Erdogan-Gedicht gehören in die Feuilletons des Landes und nicht in einen Mainzer Gerichtssaal", heißt es in dem Dokument.

Unterzeichnet haben diesen Brief unter anderem Thea Dorn, Klaas Heufer-Umlauf, Matthias Brandt, Jan Josef Liefers, Peter Lohmeyer und Katja Riemann. "Kunst kann nicht in einem Klima stattfinden, in dem sich Künstlerinnen und Künstler Gedanken darüber machen müssen, ob ihr Schaffen zur Strafanzeige führt, in dem sie beginnen, sich selber zu zensieren, oder zensiert zu werden", ist ebenfalls darin zu lesen. Die Autoren wollen darauf hinweisen, dass Kunst und Satire schon immer zur Aufgabe hatten, öffentliche Diskurse zu entfachen. Außerdem fordern sie, den Paragraph 103 des Strafgesetzbuches (Stichwort: "Majestätsbeleidigung") gänzlich zu streichen.


(06.07.2016) Update
Jan Böhmermann muss sich mit 1.500 Strafanzeigen herumschlagen. Der Komiker befindet sich derzeit in der Sommerpause, allerdings brodelt es hinter den Kulissen tüchtig weiter. Die Staatsanwaltschaft Mainz behauptet, dass gegen ihn und das ZDF etwa 1.500 Strafanzeigen von Privatpersonen vorliegen würden, wie am Montag (4. Juli) der Oberstaatsanwalt Gerd Deutschler der "Berliner Zeitung" bestätigte. Währenddessen will der türkische Präsident Erdogan über seinen Anwalt Michael-Hubertus von Sprenger das gesamte Schmähgedicht verbieten lassen. Im Interview mit dem Spiegel sagte er: "Böhmermann kann sich nicht auf Kunst berufen, wenn er selbst behauptet, das Kunstwerk stamme gar nicht von ihm."
Einen Teil-Erfolg hatte er bereits bekommen, das Landgericht Hamburg hatte zuletzt bekannt gegeben, dass weite Teile des Gedichts nicht wiederholt werden dürfen - sonst drohen dem Moderator bis zu 250.000 Euro Strafe oder bis zu sechs Monaten Haft. Böhmermanns Anwalt Christian Schertz erklärte nun am Mittwoch Abend (18. Mai) laut dpa, dass dem Hamburger Landgericht "schwere handwerkliche Fehler unterlaufen" seien. Teile des Gedichtes isoliert zu verbieten mache keinen Sinn: "Man kann auch kein Gemälde auseinanderschneiden und dann nur teilweise freigeben", sagte Schertz. Der Anwalt nannte die Verfügung deshalb auch "eklatant falsch".



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