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Das Dschungelbuch - Bagheera und Mowgli
Das Dschungelbuch - Bagheera und Mowgli
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kinocharts USA (15. - 17.4.): Zuschauer wollen in den Dschungel

Kinos lassen sie rein

Nach dem schwachen zweiten April-Wochenende baten die Kinobesitzer und Walt Disney Studios die Zuschauer, in den Dschungel zu kommen - was diese nur allzu gerne wahrnahmen. Und so überraschte "The Jungle Book", die computerunterstützte Realfilmversion des Disney-Zeichentrickfilms von 1967, die gesamte Branche mit einem Hammerergebnis, das weit über den Schätzungen der Analysten liegt. Da auch "Barbershop: The Next Cut" solide startete, spielten die ersten beiden Streifen der Top Ten mehr ein als letztes Jahr die gesamten Top Twelve. 168 Millionen Dollar klingelten in den Kassen, nachdem es am Vorjahreswochenende 112 Millionen Dollar waren, als "Furious 7" mit Vin Diesel den Hattrick an der Spitze mit 29 Millionen Dollar geschafft hatte.

Gold
Es war ein Wagnis: Alleine an Produktionskosten haben Disney 175 Millionen Dollar in "The Jungle Book" investiert. Doch als die hymnischen Kritiken einliefen, war klar, dass Jon Favreau ("Iron Man 2") den Abenteuerfilm zu einem Erfolg geführt hatte. Die Dimension überraschte dennoch alle: Das Haus mit der Maus prognostizierte 60 Millionen Dollar zur Premiere, die Analysten rechneten mit 70 Millionen Dollar. Als am Ende abgerechnet wurde, lagen 103 Millionen Dollar in den Kassen.

Das macht "The Jungle Book" zum zweit erfolgreichsten Debutanten im April aller Zeiten hinter "Furious 7", der mit 147 Millionen Dollar Premiere hatte feiern können. Und es ist das dritte dreistellige Debut dieses Jahres nach "Deadpool" und "Batman vs. Superman: Dawn of Justice". Gestartet mit einer massiven Kopienzahl von 4028, brummte es in jedem einzelnen dieser Säle: Durchschnittlich fabelhafte 25 600 Dollar erlöste jedes Lichtspielhaus. Nun sollte "The Jungle Book" mindestens 300 Millionen Dollar einspielen. Regisseur Favreau hat bereits für die Fortsetzung unterschrieben.

Silber
Etwas mehr haben sich Warner Brothers von "Barbershop: The Next Cut" versprochen, weil auch dieser exzellente Rezensionen erhalten hat. Die Kinogänger lösten Tickets im Wert von 20 Millionen Dollar - somit kamen weniger Zuschauer als beim Original 2002 und bei der Fortsetzung 2004. Dennoch signalisieren die durchschnittlich 7600 Dollar pro Leinwand einen soliden Start in den 2661 Spielorten für die Ice Cube-Komödie, die 20 Millionen Dollar gekostet hat.

Bronze
Diesmal scheint auch Melissa McCarthy nicht vor schlechten Kritiken gefeit. Bisher kamen selbst ihre schlecht besprochenen Filme wie "Tammy" oder "Identity Thief" ("Voll abgezockt") noch auf erfolgreiche Ergebnisse - "The Boss" scheint jedoch ihr erfolglosester Streifen zu werden. Nach dem Einstand an der Spitze knapp vor "Batman vs. Superman" die Woche zuvor sackte der Zuschauerzuspruch um beunruhigende minus 57 Prozent am zweiten Wochenende ab und ließ den Spitzenreiter mit einem nur noch einstelligen Ergebnis von knapp unter 10 Millionen Dollar auf den dritten Rang schlittern. Und das obwohl sogar noch 15 Filmtheater die Universal Pictures-Komödie zusätzlich ins Programm genommen hatten und diese nun in 3495 Kinos gespielt wurde. Somit lag der durchschnittliche Umsatz pro Kopie bei mäßigen 2800 Dollar. Insgesamt sind für die 29 Millionen Dollar teure Produktion in zehn Tagen Eintrittskarten im Wert von 40 Millionen Dollar abgesetzt.

Die Neuen
Es ist ein annus horribilis für Lionsgate Films: Nach den Flops "Gods of Egypt", "Allegiant", "Dirty Grandpa", "The Choice", "Norm of the North" and "The Perfect Match" ist auch ihre siebte Veröffentlichung des Jahres 2016 ein Reinfall, und ein teurer dazu. Immerhin hat "Criminal" 32 Millionen Dollar gekostet - und kann sich glücklich schätzen, wenn er am Ende einen zweistelligen Millionenumsatz erreicht. Die 5,7 Millionen Dollar zum Auftakt auf dem sechsten Platz sind jedenfalls miserabel. Die schlechten Kritiken schreckten offenbar mehr ab, als dass die namhafte Besetzung mit Kevin Costner und Ryan Reynolds anzog. Der Thriller flackerte über 2683 Leinwände und erlöste durchschnittlich schwache 2100 Dollar pro Saal.

Auf den Plätzen
Vierter wurde "Batman vs. Superman" (4. Woche / bisher insgesamt 311 Millionen Dollar); Fünfter wurde "Zootopia" (7. Woche / 307 Mio.); Siebter wurde "My Big Fat Greek Wedding 2" (4. Woche / 52 Mio.); Achter wurde das Drama "Miracles from Heaven" ("Himmelskind") mit Jennifer Garner (5. Woche / 57 Mio.); Neunter wurde das Drama "God's Not Dead" mit Melissa Joan Hart (3. Woche / 17 Mio.) und Zehnter schließlich der Thriller "Eye in the Sky" mit Alan Rickman (6. Woche / 13 Mio.).

Raus mit Applaus (oder auch nicht)
Das Experiment ist gescheitert: Einen Film, der aus der Ich-Perspektive wie ein Ego Shooter-Videogame gedreht ist, wollen die Zuschauer offenbar nicht sehen. Der russische, aber auf Englisch mit internationaler Besetzung gedrehte Thriller "Hardcore Henry" ist bereits am zweiten Wochenende wieder aus den Top Ten gefallen. STX Entertainment hatten das nur 2 Millionen Dollar teure Werk mit Sharlto Copley in die Kinos gebracht, wo es 8 Millionen Dollar eingespielt hat.

Am 5. Wochenende ist "The Divergent Series: Allegiant" mit Shailene Woodley aus den Charts verdrängt worden. Bereits oben als einer der Lionsgate-Flops des bisherigen Kinojahres aufgelistet, ergibt sich dieser Status aus dem Vergleich des Einspiels von immerhin 64 Millionen Dollar mit den Produktionskosten in Höhe von 110 Millionen Dollar, aber vor allem im Vergleich mit den beiden Vorgängern: "Divergent" war auf 150 Millionen Dollar und "Insurgent" auf 130 Millionen Dollar gekommen. Das nennt man wohl einen Absturz. Wer immer die Idee hatte, den dritten Roman in zwei Filme aufzuspalten, sollte gefeuert werden.

Mit 70 Millionen Dollar in fünf Wochen hat "10 Cloverfield Lane" nicht nur mehr als der dritte Part der etablierten "Divergent Series" eingespielt, er hat vor allem Paramount Pictures mit nur 15 Millionen Dollar Produktionskosten belastet. Der Mary Elizabeth Winstead-Thriller ist somit der Erfolg geworden, der seinen guten Kritiken gerecht wird.



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