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Bad Neighbors 2 mit Zac Efron und Seth Rogen
Bad Neighbors 2 mit Zac Efron und Seth Rogen
© Universal Pictures International Germany

Kinocharts Deutschland (5. - 8.5.): Captain America mit Sonnenschutz

Schönes Wetter schädlich für schlechte Nachbarn

Es brauchte keine große Phantasie, um sich auszumalen, dass die Geschäfte am vergangenen langen Himmelfahrtswochenende schlecht für die deutschen Kinos laufen würden: Das herrliche Wetter lockte ins Freie. Wer nicht sowieso für einen Kurzurlaub verreist war, aalte sich in der Sonne und suchte nicht unbedingt die dunklen Kinosäle auf. Insofern sehen die Filmtheaterbesitzer den Wettervorhersagen mit Wind und Regen für das lange Pfingstwochenende nun wahrscheinlich erleichtert entgegen...

Doch es hätte schlimmer kommen können. Selbst das bislang besucherschwächste Wochenende dieses Jahres lag für die Top Ten nämlich immer noch um 11 Prozent über dem Vorjahreswochenende, an dem "Avengers: Age of Ultron" mit Chris Evans und 222 000 Zuschauern den Hattrick auf dem Kinokassenthron gefeiert hatte. Für diesen milden Ausgang der Sonnenkrise sorgten wiederum die "Avengers" Evans und Robert Downey Jr. mit ihrem Erfolgsfilm "The First Avenger: Civil War".

Gold
"The First Avenger: Civil War" kommt sehr gut bei den Zuschauern an und trotzte dem frühsommerlichen Wetter erstaunlich gut an seinem zweiten Wochenende, was sich auch am nur mäßig zurückgehenden Besucherstrom um minus 47 Prozent verglichen mit dem Premierenwochenende zeigt. Knapp 290 000 Zuschauer sind unter diesen Umständen - und besonders im Vergleich mit dem Rest der Top Ten, die fast alle nur fünfstellige Zuschauerzahlen erreichen konnten - wirklich sehr respektabel und sprechen auch dafür, dass Wiederholungsseher und gute Mundpropaganda für die Walt Disney-Produktion ihre Wirkung tun.

Nach dem sehr guten Premierenwochenende hatten noch weitere 28 Kinos die Marvel Comic-Verfilmung ins Programm genommen, so dass diese nun mit 643 Kopien im Umlauf ist. Der Zuschauerschnitt pro Saal betrug gute 451. Als bisher zehnter Streifen in diesem Jahr hat "The First Avenger: Civil War" die Millionengrenze geknackt.

Silber
"Bad Neighbors 2" lief auf 524 Leinwänden an und konnte wenigstens noch ein sechsstelliges Premierenergebnis verbuchen. 152 000 Besucher für die Seth Rogen-Komödie sind ein solides Ergebnis, wenn man das Umfeld bedenkt, relativieren sich allerdings stark, wenn man sich erinnert, dass der erste Teil vor zwei Jahren mit 482 000 verkauften Karten sein beeindruckendes Debut gefeiert hatte. Die durchschnittlichen 291 Zuschauer pro Lichtspielhaus sind als reine Zahl schwach. Vielleicht bescheren am kommenden Wochenende - falls das Wetter so grauslich wird wie prognostiziert - viele Kinogänger der Universal Pictures-Produktion eine nachholende de facto-Premiere.

Bronze
Der weiterhin mit den meisten Einsätzen laufende "The Jungle Book" spürte den Zuschauerschwund deutlicher als Captain America: Um minus 52 Prozent sackten die Besucherzahlen im Wochenvergleich ab und bescherten eine lediglich noch fünfstellige Kartenverkaufszahl: 99 000 junge und alte Zuschauer sahen am vierten Wochenende den Abenteuerfilm in 676 Spielorten (minus 20), der um einen Platz nach unten verdrängt wurde. Das Walt Disney-Werk konnte im Schnitt solide 147 Kinosessel pro Filmtheater besetzen. Alles in allem sind bis jetzt 1,3 Millionen Karten für den Jon Favreu-Film über die Theken gewandert.

Die Neuen
Die restlichen Top Ten-Filme spielten vor spärlich besetzten Reihen, und die Debutanten traf es ganz besonders heftig. Allein "Triple 9" kam mit 15 000 Besuchern gerade mal so unter die ersten Zehn. Die Wild Bunch-Produktion mit Casey Affleck erreichte den neunten Rang. Der Kriminalfilm flackerte über 177 Leinwände, vor denen durchschnittlich bloß 85 Zuschauer Platz nahmen.

Richtig heftig traf das Besucherdesinteresse das italienische Drama "A Bigger Splash" mit Tilda Swinton, das mit rund 10 000 Eintrittskarten nur Zwölfter wurde, und die bemittleidenswerte deutsche Komödie "Schrotten!" mit Lucas Gregorowicz, die 5400 Zuschauer zählte und nur Sechzehnter wurde.

Auf den Plätzen
Vierter ist "How to Be Single" (5. Woche / bisher insgesamt 868 000 Zuschauer); Fünfter ist "Zoomania" (10. Woche / 3,5 Mio.); Sechster ist "Rico, Oskar und der Diebstahlstein" (2. Woche / 115 000); Siebter ist "Ein Hologramm für den König" (2. Woche / 105 000); Achter ist "Ein Mann namens Ove" (5. Woche / 302 000) und Zehnter schließlich "The Boss" (3. Woche /179 000).

Raus mit Applaus (oder auch nicht)
Eine der sympathischen Erfolgsgeschichten dieses Kinojahres scheint nun langsam zu Ende zu gehen. Wenn eine Zuschauerin bereits verkündete, "Birnenkuchen mit Lavendel" habe bei ihr "Die fabelhafte Welt der Amelie" als schönstes Feel Good Movie aller Zeiten abgelöst, dann steht sie damit nicht alleine. Mit 426 000 Zuschauern ist die französische Komödie ein außergewöhnlich großer Erfolg geworden und hat sogar das Ergebnis in Frankreich übertroffen. Erst am neunten Wochenende hat das Éric Besnard-Werk die Top Ten verlassen müssen. Der Berliner Filmverleih Neue Visionen kann sich über diese Perle freuen.

Lange Gesichter dagegen in München bei Concorde, denn ihr Fantasy-Film "Gods of Egypt" mit Gerard Butler ist mit nur 113 000 Besuchern in drei Wochen wie im Rest der Welt übel gefloppt.



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