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Suicide Squad mit Margot Robbie
Suicide Squad mit Margot Robbie
© Warner Bros.

Kinocharts USA (20. - 22.8.): Totalschaden bei "Ben-Hur"

"Suicide Squad" mit Hattrick vor schwachen Verfolgern

Eigentlich müsste man die Geschäfte in den US-Kinos am letzten Wochenende beklagen, denn wie viel kann schon in die Kassen geflossen sein, wenn die beiden erfolgreichsten Filme an der Spitze (weiter) stark nachlassen, es aber einem Trio von Neuankömmlingen nicht gelingt, sie von ganz oben zu verdrängen? Doch erstaunlicherweise reichten die Umsätze der Top Twelve noch zu einem deutlichen Vorsprung gegenüber denen des Vorjahreswochenendes. Mit "Straight Outta Compton" und Aldis Hodge am zweiten Wochenende mit 26 Millionen Dollar an der Spitze, kamen die Top Twelve damals nur zu miserablen 91 Millionen Dollar Umsatz. In diesem Jahr reichte es zu immerhin 118 Millionen Dollar.

Gold
Miese Kritiken hin oder her - "Suicide Squad" hat den Hattrick auf dem Kinokassenthron geschafft und inzwischen mit 262 Millionen Dollar das reine Produktionsbudget von 175 Millionen Dollar schon deutlich übertroffen. Weltweit sind bereits 573 Millionen Dollar zusammen gekommen, so dass auch die härtesten Kritiker zähneknirschend zugeben müssen, dass der Fantasy-Film ein Riesenerfolg ist, der Warner Brothers auch einen Gewinn bescheren wird.

Stattliche 20 Millionen Dollar kamen am Wochenende in die Kassen der 3924 Kinos. Damit sind 331 Kopien weniger als in der zweiten Woche im Umlauf, womit die Comic-Verfilmung weiterhin auch das meistgezeigte Werk in Nordamerika bleibt; durchschnittlich klingelten sehr gute 5200 Dollar in den Kassen der Lichtspielhäuser. Wäre der Margot Robbie-Streifen ein besserer Film, dann wäre der wieder üppige Zuschauerrückgang um minus 52 Prozent vielleicht nicht ganz so hoch ausgefallen.

Silber
Um gleich minus 55 Prozent sackten die Umsätze für "Sausage Party" in die Tiefe, doch dank der schwächelnden Konkurrenz reichte dies der Columbia Pictures-Produktion am zweiten Wochenende dennoch, um wieder die Silbermedaille zu erlangen. 15 Millionen Dollar genügten dazu in unverändert 3103 Sälen. Der Animationsfilm, der nicht für Kinder zugelassen ist, verzeichnete im Schnitt solide 4900 Dollar pro Leinwand. Insgesamt steht der 19 Millionen Dollar teure Streifen mit der Stimme und dem Drehbuch von Seth Rogen nun nach zehn Tagen bei bereits insgesamt 65 Millionen Dollar.

Bronze
Einäugige unter den blinden drei Premieren ist "War Dogs". Die Komödie mit Jonah Hill und Miles Teller erlöste in 3258 Spielstätten 14 Millionen Dollar. Das entspricht einem schwachen Schnitt von 4300 Dollar pro Filmtheater für die Warner Brothers-Produktion, die 40 Millionen Dollar gekostet hat.

Die Neuen
Wenn dem Animationsstudio Laika und seinem Verleiher Focus Features nicht mal mit "Kubo and the Two Strings" der Durchbruch bei den amerikanischen Zuschauern gelingt, dann muss man sich fragen, ob der je möglich wird. Der StopMotion-Animationsfilm, der hymnische Kritiken erhalten hat und als sicherer "Oscar"-Kandidat gehandelt wird, kommt auf nur enttäuschende 12 Millionen Dollar in 3260 Kinos und ist damit Vierter. Das Werk mit den Stimmen von Charlize Theron und Matthew McConaughey erreichte lediglich schwache 3800 Dollar pro Spielort. Jetzt kann nur noch Mundpropaganda à la "Coraline" helfen, um aus dem 60 Millionen Dollar teuren Streifen noch einen Gewinner zu machen.

Noch so viel Mundpropaganda wird "Ben-Hur" nicht über die Ziellinie der Schwarzen Zahlen bringen. Der 100 Millionen Dollar teure Streitwagen ist gleich nach dem Start mit Totalschadensausfall liegen geblieben - und bei Paramount und MGM, die sich diesen überflüssigen Klotz ans Bein gehängt haben, darf jetzt das Fingerzeigen auf die Verantwortlichen beginnen. Bei 11 Millionen Dollar in 3084 Filmtheatern gibt es nichts schön zu reden. Die Kritiker hatten gewarnt, und diesmal hörten die Zuschauer darauf: Die fehlende Nachfrage spiegelt sich im schlechten Schnitt von bloß 3600 Dollar für den Jack Huston-Film wider.

Auf den Plätzen
Sechster ist der Fantasy-Film "Pete's Dragon" ("Elliot, der Drache") mit Bryce Dallas Howard (2. Woche / 43 Mio.); Siebter ist die Komödie "Bad Moms" mit Christina Applegate (4. Woche / 86 Mio.); Achter ist "Jason Bourne" (4. Woche / 141 Mio.); Neunter ist "The Secret Life of Pets" (7. Woche / 347 Mio.) und Zehnter schließlich die britische Komödie "Florence Foster Jenkins" mit Hugh Grant (2. Woche / 14 Mio.).

Raus mit Applaus (oder auch nicht)
Nach fünf Wochen ist das Raumschiff Enterprise aus den Charts geflogen. Mit 146 Millionen Dollar hat der Science Fiction-Film mit Chris Pine erfolgreiche Runden gedreht, aber weniger als von Paramount Pictures erhofft erbeutet. Das Studio hatte alleine an Produktionskosten 185 Millionen Dollar hingeblättert, die nun klar verfehlt worden sind.

Bei weltweit bisher 230 Millionen Dollar sieht es nicht so aus, als sollten Kirk & Co. noch in die Galaxie der Schwarzen Zahlen kommen, sondern auf dem Roten Zahlen-Planeten notlanden müssen. Momentan ist das Ergebnis nur die Hälfte dessen, was Vorgänger "Into Darkness" umsetzte. Man darf gespannt sein, ob Paramount angesichts dieses in den USA deutlichen Abwärtstrends seit dem "Star Trek"-Reboot wirklich wie angekündigt einen weitere Fortsetzung produzieren werden und wie viel sie bereit sein werden, dafür hinzublättern.

Über die französische, aber auf Englisch gedrehte EuropaCorp-Komödie "Nine Lives" aus dem Hause Luc Besson muss man nicht viele Worte verlieren. Der Kevin Spacey-Streifen, der so schlecht ist, dass man ihn nicht vorab der Presse zeigte, ist nach drei Wochen mit 17 Millionen Dollar Box Office-Geschichte. Alleine um nur die Produktionskosten von 30 Millionen Dollar zu egalisieren, braucht es jetzt das Ausland. Das dürfte aber ein frommer Wunsch bleiben.

Eine Erfolgsgeschichte hat dagegen der Horrorfilm "Lights Out" mit Maria Bello geschrieben, denn er hat New Line Cinema nur 5 Millionen Dollar gekostet, aber in fünf Wochen 64 Millionen Dollar eingespielt - und das ohne große Stars. Weltweit sind insgesamt schon 110 Millionen Dollar zusammen gekommen.



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