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Kinocharts USA (9. - 11.9.): Tom Hanks' punktgenaue Landung

"Sully" mit überraschend starkem Start

Mit einem der besten September-Eröffnungswochenenden aller Zeiten durch Clint Eastwood's "Sully" haben die Top Twelve an diesem Wochenende zwar kein berauschendes, aber immerhin dem vergangenen Jahr ebenbürtiges Ergebnis erzielt. Mit den 85 Millionen Dollar der umsatzstärksten zwölf Produktionen kam die gleiche Summe zusammen wie am Vorjahreswochenende, als der Thriller "The Perfect Guy" mit Sanaa Lathan und 25 Millionen Dollar Premiere auf dem Premiumplatz feierte.

Gold
Clint Eastwood und Tom Hanks - eine Kombination, die passt. Ihr Drama "Sully" über den Piloten Chesley Sullenberger und seine Notlandung auf dem Hudson River hat sehr gute Kritiken erhalten und gefällt auch dem Publikum hervorragend. Jetzt kommt auch noch der finanzielle Erfolg hinzu. Erstmals seit 2009 und "Angels and Demons" ("Illuminati") kann Hanks wieder eine Nummer eins verbuchen; zuletzt war der Mime Anfang des Jahres mit "Ein Hologram für den König" baden gegangen.

35 Millionen Dollar sind wesentlich mehr, als die Analysten für "Sully" erwartet haben, und nun sind die Aussichten für die 60 Millionen Dollar teure Produktion sehr gut - mehr als 100 Millionen Dollar und damit ein Ergebnis auf "Captain Phillips"-Niveau sollten drin sein. Das Warner Brothers-Werk startete in 3525 Kinos und löste "Suicide Squad" als meistgespielten Film Nordamerikas ab. Durchschnittlich sehr gute 10 000 Dollar klingelten in den Kassen der Lichtspielhäuser.

Silber
Vor zwei Jahren veröffentlichten Screen Gems den Thriller "No Good Deed" und vergangenes Jahr den Thriller "The Perfect Guy", die sich mit ihrer afro-amerikanischen Besetzung hauptsächlich an ein solches Publikum wandten und es auch fanden. Es kamen 24 beziehungsweise 25 Millionen Dollar am Debutwochenende zusammen.

In diesem Jahr muss die Sony-Tochter kleinere Brötchen backen. "When the Bough Breaks", eine Art afro-amerikanischer "The Hand That Rocks the Cradle" ("Die Hand an der Wiege"), erreichte zum Auftakt lediglich 15 Millionen Dollar. Das mag unter anderem an dem Argwohn erweckenden Kritikerembargo und den dann doch eintreffenden verheerend miesen Kritiken gelegen haben. In jedem Fall ist dies ein entschieden schlechteres Ergebnis, als die Branchenkenner erwartet haben. Eintrittskarten im Wert von durchschnittlich mäßigen 6600 Dollar tauschten in den 2246 Sälen für den Regina Hall-Streifen die Besitzer. Immerhin sind nun schon die reinen Produktionskosten von 10 Millionen Dollar egalisiert.

Bronze
Vorwochentabellenführer "Don't Breathe" musste sich hinter den beiden Neuankömmlingen einreihen, ließ aber mit minus 48 Prozent nur mäßig nach. Screen Gems führten dieses Ergebnis auch durch weitere zugebuchte satte 333 Leinwände für ihren Horrorfilm herbei, der aktuell auf 3384 Spielplänen steht. 8,2 Millionen Dollar setzte der Jane Levy-Film um, was einem ordentlichen Schnitt von 2400 Dollar pro Filmtheater entspricht. Alles in allem hat die 10 Millionen Dollar teure Produktion in drei Wochen 67 Millionen Dollar eingebracht - trotz fehlender Stars und dank exzellenter Kritiken und sehr guter Mundpropaganda.

Die Neuen
Der in Deutschland als "Robinson Crusoe" recht erfolgreich gelaufene belgische Animationsstreifen startete in Nordamerika in 2493 Spielstätten als "The Wild Life". Viel erwarteten Analysten von dem Werk nicht, da die Rezensionen zu schlecht und die Sprecher zu unbekannt sind. Tatsächlich reichte es mit schwachen 3,4 Millionen Dollar für die Lionsgate-Produktion nur zum fünften Rang. Durchschnittlich miserable 1300 Dollar verblieben in den Kinos.

Auf den Plätzen
Vierter wurde "Suicide Squad" (6. Woche / bisher insgesamt 307 Millionen Dollar); Sechster wurde der Animationsfilm "Kubo and the Two Strings" mit der Stimme von Charlize Theron (4. Woche / 41 Mio.); Siebter wurde "Pete's Dragon" ("Elliot, der Drache" / 5. Woche / 70 Mio.); Achter wurde die Komödie "Bad Moms" mit Christina Applegate (7. Woche / 108 Mio.); Neunter wurde der Kriminalfilm "Hell or High Water" mit Jeff Bridges (5. Woche / 20 Mio.) und Zehnter schließlich der Seth Rogen-Animationsfilm "Sausage Party" (5. Woche / 93 Mio.).

Raus mit Applaus (oder auch nicht)
"War Dogs", das 40 Millionen Dollar teure Warner Brothers-Drama mit Jonah Hill und Miles Teller, musste am vierten Wochenende mit nur 40 Millionen Dollar die Segel streichen. Überhaupt nicht beim amerikanischen Publikum konnte das Drama "The Light Between Oceans" verfangen, das bereits am zweiten Wochenende schon wieder aus den Charts verschwunden ist. Die Walt Disney- und Dreamworks-Produktion mit Alicia Vikander und Michael Fassbender steht derzeit bei bloß 10 Millionen Dollar, hat aber das Doppelte gekostet.

Und aller schlechten Flops sind drei: "Mechanic: Resurrection" mit Jason Statham ist am dritten Wochenende mit 19 Millionen Dollar schon wieder Box Office-Geschichte. Es war von Anfang an wohl keine gute Idee von Lionsgate Films und Summit Entertainment, eine 40 Millionen Dollar teure Fortsetzung zu einem Werk in Auftrag zu geben, das schon vor fünf Jahren zu wenige Zuschauer sehen wollten.



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