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Elser - Georg Elser (Christian Friedel, Mitte)...t hat
Elser - Georg Elser (Christian Friedel, Mitte) erklärt Nebe (Burghart Klaußner, links) und Müller (Johann von Bülow, rechts), wie er die Bombe gebaut hat
© NFP marketing & distribution © Tobis Film / Lucky Bird Pictures

FFA-Programmkinostudie: Weniger Besucher und Umsatz in Programmkinos

Fast jeder zweite Besucher älter als 50 Jahre

Die Programmkinos in Deutschland haben im Jahre 2015 – im Gegensatz zu den herkömmlichen Kinos – weniger Besucher als im Jahr davor erreicht. Insgesamt lösten 15,6 Millionen Kinobesucher eine Karte für einen Arthousefilm, knapp 650 000 weniger als ein Jahr zuvor. Mit einem Gesamtumsatz von 111,9 Millionen Euro verbuchten die Programmkinos zwischen Januar und Dezember 2015 rund 1,5 Millionen Euro weniger durch den Ticketverkauf als im Jahr davor (113,4 Millionen Euro).

Bei der Vorstellung der neuen FFA-Programmkinostudie heute auf der Filmkunstmesse in Leipzig präsentierte der stellvertretende FFA-Vorstand Frank Völkert auch eine aktuelle Analyse der Halbjahres-Besucherzahlen im Gesamtmarkt. Nach GfK-Daten waren demnach zwischen Januar und Juni 19,6 Millionen Menschen mindestens einmal im Kino. Das sind 4,6 Millionen weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, die auch mit entscheidend zum Rückgang der Besucherzahlen (- 13,9%) und beim Umsatz (- 11,4%) beigetragen haben.

Auffällig ist, dass im Rekordjahr 2015 jeder fünfte Kinobesucher zum ersten Mal nach zwei Jahren wieder im Kino war – aber drei Viertel (77%) aus dieser Besuchergruppe im ersten Halbjahr 2016 keinen Film mehr im Kino gesehen haben. Dies entspricht unter dem Strich 4,7 Mio. Kinotickets. Weitere Details aus der Studie in der Übersicht:
  • Insgesamt gab es am 31. Dezember 2015 in Deutschland 776 Programmkinoleinwände, das entspricht einem Anteil von 16,5% aller 4.692 Kinosäle
  • Filmkunst wird dabei immer mehr in reinen Programmkinos (85,1%) gezeigt, während der Anteil einzelner Programmkinoleinwände in Kinocentern mit gemischtem Programm im Verlauf der letzten sechs Jahre gesunken ist: Im Jahre 2010 war noch fast jede fünfte Leinwand (17,8%) nicht in einem reinen Programmkino, im letzten Jahr nur noch jede sechste (14,9%)
  • Im Durchschnitt kostete der Programmkinobesuch im letzten Jahr 7,16 Euro – und lag damit erstmals über der Grenze von sieben Euro
  • über drei Viertel aller Programmkinoleinwände (77,6%) sind in Kinos mit einem, zwei oder drei Leinwänden zu finden
  • Programmkinos sind mit durchschnittlich 132 Sitzplätzen kleiner als das deutsche Durchschnittskino (168 Plätze)
  • die höchste Programmkinodichte nach Bundesländern weisen nach wie vor Berlin, Hamburg und das Saarland auf – wobei Filmkunst besonders in Großstädten mit mehr als 200 000 Einwohnern zu Hause ist (42,4%); immerhin jedes fünfte Kino mit Filmkunstangebot (20,0%) befindet sich in Ortschaften mit weniger als 20 000 Einwohnern
  • unter den Besuchern von Arthousefilmen befanden sich erneut deutlich mehr Frauen (60,1%) als Männer (39,9%) – darüber hinaus war fast die Hälfte aller Programmkinobesucher (45,7%) über 50 Jahre alt
  • mehr als jeder fünfte Besucher von Arthousefilmen (21,7%) zählte im Jahr 2015 mit sieben und mehr Kinobesuchen zu den so genannten Heavy-Usern – die damit im Arthouse-Segment erneut mehr als doppelt so häufig vertreten waren wie im Gesamtmarkt (10,6%)
  • die Besucher eines Arthousefilms geben seltener und weniger für Speisen und Getränke im Kino aus als der Gesamtkinobesucher: Über die Hälfte des Filmkunstpublikums (53,8%) verzichtete 2015 ganz auf Speisen und Getränke im Kino
  • die wichtigsten Aufmerksamkeitsquellen für das Arthouse-Publikum waren 2015 die "Filmvorschau bzw. Trailer im Kino" (16,5%), "Werbung im Fernsehen" (12,0%) sowie "Berichte und Artikel in Zeitungen und Zeitschriften" (11,0%)
  • die nach Schulnoten am besten bewerteten Arthousefilme im letzten Jahr waren "Elser - Er hätte die Welt verändert" (1,24), "Still Alice" (1,27) sowie "Der Staat gegen Fritz Bauer" (1,28) und "Die Frau in Gold" (1,34).
Die alljährlich aufgelegte repräsentative FFA-Studie enthält umfassende Statistiken über Bestand, Besuch, Auslastung und Eintrittspreise der Programmkinos in Deutschland sowie eine soziodemografische und kinospezifische Auswertung der Besucher von Arthouse-Filmen. Zusätzlich listet die Analyse die 50 erfolgreichsten Arthouse-Filme des Vorjahres auf. Die Definition der Arthouse-Filmtitel erfolgte wieder gemeinsam mit der AG Kino-Gilde.



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