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Angie (Kim Riedle) in Back for Good von Mia Spengle
Angie (Kim Riedle) in Back for Good von Mia Spengle
© Zum Goldenen Lamm

Berlinale: "Back for Good" eröffnet Perspektive Deutsches Kino 2017

Abschlussfilm von Mia Spengler

Die ersten sieben Filme sind für das Programm der Perspektive Deutsches Kino 2017 eingeladen: Bislang vier lange Abschlussfilme und drei halbstündige Filme. "Es lohnt sich mehr denn je, in den Perspektive-Eröffnungsfilm zu gehen und sich dann in den folgenden neun Tagen in den Berlinale-Kinos gemütlich einzurichten. Kommen, um dazubleiben, verspricht zehnfaches Glück", freut sich Sektionsleiterin Linda Söffker schon jetzt auf die zehn heißen Tage im kalten Februar.

Mia Spengler's Abschlussfilm "Back for Good" eröffnet die Perspektive mit der Geschichte von Angie, einem ehemaligen Trash-TV-Starlet (Kim Riedle), ihrer verhassten Mutter (Juliane Köhler) und ihrer pubertierenden Schwester (Leonie Wesselow). Angie bringt mit der Rückkehr in das Kaff ihrer Kindheit das Gefüge zwischen den Frauen ordentlich durcheinander, so dass alle drei ihre Rolle im Leben neu definieren müssen. "Back for Good" ist eine Ode an die Menschlichkeit – leise gesummt während ein Auto-Tune-Popsong aus dem Radio dröhnt.

Der an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf entstandene Spielfilm "Ein Weg" ist die sehr behutsame Annäherung an eine lange Liebesbeziehung bis hin zu ihrer Trennung. Während der Sohn Max langsam erwachsen wird, begleiten wir Andreas (Mike Hoffmann) und Martin (Mathis Reinhardt) über 15 Jahre hinweg durch die Höhen und Tiefen des alltäglichen Beziehungslebens. Wie ein Dokumentarfilm gedreht, ist "Ein Weg" mit kleinem Team und Budget an realen Orten mit großer Intensität und Flexibilität entstanden und hat im Prozess der Montage zu seiner besonderen Form über Zeit zu erzählen, gefunden.

Der in China aufgewachsene Regisseur Tian Dong hat an der KHM Köln studiert und schließt dort mit seinem Dokumentarfilm "Eisenkopf" über eine junge Shaolin-Kung-Fu-Fußballmannschaft ab. Tian Dong besucht die jungen Leute in ihrer Sportschule und redet mit ihnen über ihren Alltag und ihre Träume und zeichnet über diesen Weg ein aufwühlendes Bild chinesischer Politik.

Im neuen Film von Julian Radlmaier "Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes" gesteht ein bürgerlicher Windhund, wie er vom verliebten Filmemacher zum Apfelpflücker, Revolutionsverräter und schließlich zum Vierbeiner wurde. In einer politischen Komödie voller burlesker Kapriolen begegnen wir der jungen Kanadierin Camille (Deragh Campbell), den zwei wundergläubigen Proletariern Hong und Sancho, einem stummen Mönch mit magischen Kräften und einer Menge merkwürdiger Feldarbeiter, die alle utopischen Träumen nachhängen.

Drei mittellange Arbeiten beschäftigen sich sehr ähnlich und doch auf sehr unterschiedliche Art und Weise mit dem Nachdenken über Europa und dessen Zukunft. Was wäre, wenn die Menschen in Europa eines Tages fliehen müssten, fragt sich die Regisseurin Felicitas Sonvilla in ihrem poetischen Science Fiction-Film "Tara". Die junge Frau Mira (Sasha Davydova) erzählt von ihrer Flucht aus Paris. Auf der Suche nach einem alternativen Leben nimmt sie den Zug gen Osten zu dem utopisch aufgeladenen Ort Tara.

"Kontener" ist der erste kürzere Spielfilm von Sebastian Lang an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, in dem er uns von "den zwei Polinnen" erzählt, die auf einem Milchhof in Brandenburg arbeiten. Aus der Perspektive Marynas (Joanna Drozda), deren Stimme uns durch die Geschichte führt, zeichnet der Film Tavas (Anka Graczyk) letzte Nacht vor ihrem Verschwinden nach. Im dritten Film "Mikel" geht es um einen jungen Flüchtling, der von Nigeria nach Berlin kam und hier nach gerecht bezahlter Arbeit und einem würdigen Leben sucht. Es ist die erste mittellange Regiearbeit von Cavo Kernich, der damit sein Studium an der Universität der Künste Berlin in der Klasse "Narrativer Film" bei Thomas Arslan abschließt.

Das gesamte Programm der Perspektive Deutsches Kino wird im Januar bekannt gegeben.



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