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Skolt-Sami Kaisa Gauriloff in Kuun Metsän Kaisa von...iloff
Skolt-Sami Kaisa Gauriloff in Kuun Metsän Kaisa von Katja Gauriloff
© Oktober

Berlinale: Kino aus der Kälte

NATIVe 2017 zeigt indigene Filme vom Polarkreis

NATIVe – A Journey into Indigenous Cinema legt 2017 den Fokus auf das indigene Kino der Arktis. Das Filmprogramm der Sonderreihe auf der Berlinale aus zehn Lang- und neun Kurzfilmen wird ergänzt durch mehrere Wortveranstaltungen.

NATIVe 2017 wird eröffnet mit einem Film aus dem Kulturraum der Sámi, dem einzigen indigenen Volk Europas: "Kuun metsän Kaisa" (Kaisa’s verzauberter Wald) von der finnischen Skolt-Sámi Regisseurin Katja Gauriloff aus dem Jahr 2016. "Kuun metsän Kaisa" erzählt die Geschichte von Gauriloff's charismatischer Urgroßmutter Kaisa. Der persönliche und poetische Dokumentarfilm verwebt mühelos originale Bild- und Tonaufnahmen aus den 1930er bis 1970er Jahren, Erzählungen der Skolt-Sámi und Animationen. Er wird zum Zeugnis der bewegten Geschichte der Skolt-Sámi und ihrer Anstrengungen, die eigene Kultur angesichts der Umsiedlungen in Folge von Grenzverschiebungen im 20. Jahrhundert zu bewahren.

Assimilationsdruck und sozialer Wandel beeinflussen alle rund um den Polarkreis angesiedelten indigenen Völker, zum Beispiel die Inuit in Kanada, die Grönländer, die Sámi in Nordeuropa und auf der russischen Kola-Halbinsel oder die Jakuten und Tschuktschen im ostsibirischen Teil der Russischen Föderation. Nachhaltigkeit, Klimawandel, Entortung sowie Fragen indigener Rechte und indigener Selbstermächtigung sind weitere Themen, die die ausgewählten Filme aufgreifen.

"Die klimatischen Veränderungen in der Arktis und die wirtschaftlichen Begehrlichkeiten westlicher Industrienationen stellen einen gravierenden Einschnitt in die Lebensrealitäten der indigenen Gemeinschaften vor Ort dar. Das Medium Film kann dabei helfen, sich zu positionieren und dem eigenen Standpunkt international Gehör zu verschaffen", kommentiert NATIVe-Kuratorin Maryanne Redpath. Auch Festivaldirektor Dieter Kosslick unterstreicht die Bedeutung des indigenen Kinos: "Mit jedem neuen regionalen Schwerpunkt zeigt NATIVe, wie vielfältig und kreativ das indigene Filmschaffen ist und wie sehr die Filme die internationale Filmlandschaft bereichern."

Wie bereits in den vergangenen Jahren wird das Filmprogramm der Sonderreihe durch ein umfangreiches Rahmenprogramm ergänzt. An zwei Nachmittagen finden in Kooperation mit der Botschaft von Kanada in deren Räumlichkeiten am Leipziger Platz Diskussionsrunden mit indigenen Filmschaffenden und internationalen Gästen, gefolgt von Filmvorführungen, statt.

Die Veranstaltung "Arctic Change, Indigenous Life, and Scientific Tracks in Sakha / Russia" in Kooperation mit der Klimainitiative REKLIM am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung und der DEKRA Hochschule für Medien stellt dem Berliner Publikum in Gesprächen und Kurzfilmen die Auswirkungen des Klimawandels auf das Leben und die Umwelt in Jakutien vor.

Zum ersten Mal wird NATIVe auch in der Sonderreihe Berlinale Goes Kiez mit einem zusätzlichen Screening des Dokumentarfilms Angry Inuk, der die Inuit-Perspektive auf das international kontrovers diskutierte Thema Robbenjagd eröffnet, vertreten sein.


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