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Split - James McAvoy
Split - James McAvoy
© Universal Pictures International Germany

US-Kinocharts (20. - 22.1.): 23 James McAvoys zu viel für Vin Diesel

"Split" erste Nummer eins für Shyamalan seit 2004

Richtige Überraschungen kommen in den US-Kinocharts selten vor. Entweder sind die Analysten sehr findig im Zustandekommen ihrer meist zutreffenden Umsatzprognosen, oder das Publikum ist sehr berechenbar. Oder beides. Am Wochenende aber war mal wieder die Zeit für ein so nicht erwartetes Ergebnis gekommen. War zuvor noch debattiert worden, welcher der beiden Neustarter "Split" und "xXx - The Return of Xander Cage" Spitzenreiter "Hidden Figures" ablösen würde, verblüffte "Split" mit einer nahezu doppelt so starken Premiere wie vorausgesagt und distanzierte "xXx" deutlich um 20 Millionen Dollar.

Insgesamt brachten die Top Twelve-Streifen solide 127 Millionen Dollar ein und damit ein etwas besseres Ergebnis als am Vorjahreswochenende, als "The Revenant" mit Leonardo DiCaprio an seinem fünften Wochenende mit 16 Millionen Dollar die Tabellenführung übernahm; damals erreichten die Top Twelve 113 Millionen Dollar.

Gold
Eine echte Genugtuung für Regisseur M. Night Shyamalan, Produzent Jason Blum ("Ouija: Origin of Evil") und Universal Pictures. Es waren weniger die Einspielergebnisse - "The Last Airbender" brachte 2010 rund 320 Millionen Dollar weltweit und "After Earth" 2013 rund 244 Millionen Dollar weltweit ein - als die fiesen Verrisse und die Unzufriedenheit der Zuschauer mit diesen Werken gewesen, die Shyamalan's Karriere auf Tauchstation schickten. Mit Blum und Universal fand der Inder Verbündete, die ihn als Regisseur und Drehbuchautor weiter gewähren ließen - allerdings nur mit bescheidenem Budget. Vor zwei Jahren standen dem Filmemacher für "The Visit" lediglich 5 Millionen Dollar zur Verfügung, nun für "Split" 10 Millionen Dollar. Shyamalan machte das Beste daraus.

"The Visit" wurde mit weltweit 100 Millionen Dollar und überwiegend positiven Kritiken ein Achtungserfolg. "Split" könnte nun ein richtiger Hit werden. Mit alleine 40 Millionen Dollar an den ersten drei Tagen hat der Horrorfilm einen der besten Januar-Starts aller Zeiten vollbracht und dem Regisseur seine erste Nummer eins seit "The Village" im Jahr 2004. Die Kritiken und die Zuschauermeinungen sind die besten für einen Shyamalan-Streifen seit dessen Durchbruch "The Sixth Sense" 1999. Die 3038 Kinos, welche den James McAvoy-Film auf die Leinwände warfen, waren sehr gut besucht, wozu wohl auch die reichliche und gute Werbung für das Werk beigetragen haben dürfte. Sollte jetzt nicht wieder etwas Überraschendes geschehen, dann dürfte "Split" für Shyamalan der erste Streifen seit "The Last Airbender" werden, der in den USA über 100 Millionen Dollar umsetzt.

Silber
Es scheint dabei zu bleiben: Außerhalb der "Fast & Furious"-Reihe ist Vin Diesel nicht viel Erfolg beim Publikum beschieden: Mit nur 20 Millionen Dollar zum Debut seines "xXx - The Return of Xander Cage" erreicht der Thriller nicht mal die Hälfte des Eröffnungseinspiels des Originals, das 2002 knapp 45 Millionen Dollar in die Kassen gespült hatte. Das sieht nicht gut aus für die 85 Millionen Dollar teure Paramount Picures-Produktion, die mit 3651 Lichtspielhäusern "Sing" als meistgezeigtes Werk Nordamerikas abgelöst hat.

Bronze
Erfreute Minen dagegen bei 20th Century Fox. Nach zwei so nicht erwarteten Wochen ganz oben ist "Hidden Figures" zwar vom Platz an der Kinokassensonne verdrängt worden, aber die Zuschauer strömen weiterhin in das Drama, wie der nur leicht nachlassende Umsatz von bloß minus 22 Prozent im Wochenendvergleich zeigt. Am fünften Wochenende ist der Octavia Spencer-Streifen den Kinogängern nochmals 16 Millionen Dollar in 3416 Spielstätten - das sind sogar 130 mehr als in der Woche zuvor - wert gewesen. Insgesamt steht die 25 Millionen Dollar teure Produktion jetzt bei bereits 84 Millionen Dollar.

Die Neuen
Auf nur 1115 Spielpläne ließen The Weinstein Company ihr Drama "The Founder" über den Gründer der FastFood-Kette "McDonald's" setzen. Das Drama mit Michael Keaton, das nur 7 Millionen Dollar gekostet hat, steigt mit lediglich 3,7 Millionen Dollar den neunten Platz ein.

Auf den Plätzen
Vierter wurde "Sing" (5. Woche / bisher insgesamt 249 Millionen Dollar); Fünfter wurde "La La Land" (7. Woche / 90 Mio.); Sechster wurde "Rogue One: A Star Wars Story" (6. Woche / 512 Mio.); Siebter wurde der Abenteuerfilm "Monster Trucks" mit Lucas Till (2. Woche / 22 Mio.); Achter wurde das Drama "Patriots Day" mit Mark Wahlberg (5. Woche / 23 Mio.) und Zehnter schließlich der Kriminalfilm "Sleepless" mit Jamie Foxx (2. Woche / 15 Mio.).

Raus mit Applaus (oder auch nicht)
"Bye, bye!" heißt es für "The Bye Bye Man", der eine Woche zuvor noch überraschend stark als Vierter gestartet war. Als sich jedoch rumsprach, wie mies der Horrorfilm ist und mit "Split" eine attraktivere Alternative antrat, ging es im Sturzflug und unter Einbuße von minus 73 Prozent des Vorwochenendumsatzes aus den Top Ten. Die 7 Millionen Dollar teure STX Entertainment-Produktion ist nach zehn Tagen bereits wieder Box Office-Geschichte, aber das Werk mit Carrie-Anne Moss hat wenigstens schon mal 20 Millionen Dollar in die Scheuer gebracht.

Mit ebenfalls 73 Prozent Zuschauerschwund purzelt "Underworld: Blood Wars" am dritten Wochenende aus den Charts. Der fünfte Teil der Vampire gegen Werwölfe-Saga mit Kate Beckinsale, der 35 Millionen Dollar kostete, hat Screen Gems bis jetzt 29 Millionen Dollar eingebracht. Der bis jetzt umsatzschwächste "Underworld"-Part "Rise of the Lycans" kam 2009 auf 45 Millionen Dollar. Offenbar also Zeit, die Saga zu beenden - es sei denn, dass im Ausland, wo Stand heute 47 Millionen Dollar zusammen gekommen sind, wie beim letzten Teil "Awakening" vor fünf Jahren das Hauptgeschäft gemacht wird und der Total-Flop abgewendet werden kann.

"Passengers" ist erfolgreich gelaufen. Nach dem schwachen Start ist das eine gute Nachricht für Columbia Pictures, die alleine an Produktionskosten 110 Millionen Dollar investiert hatten. Jetzt hat der Science Fiction-Film mit Jennifer Lawrence in fünf Wochen 95 Millionen Dollar umgesetzt. Richtig gut läuft es mit bisher 175 Millionen Dollar im Ausland, so dass bei weltweit 270 Millionen Dollar am Ende nach Abzug von Werbe- und Verleihkosten vielleicht zumindest die rote Null stehen könnte.



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