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Die Dokumentarfilm-Jury (v.l.): Daniela Michel, Laura...Samir
Die Dokumentarfilm-Jury (v.l.): Daniela Michel, Laura Poitras und Samir
© Fabrizio Maltese / Jan StürmanDschoint / Ventschr Filmproduktion

Berlinale Dokumentarfilmpreis-Jury bekannt gegeben

50 000 Euro Preisgeld

Seit langem engagieren sich die Internationalen Filmfestspiele Berlin für den Dokumentarfilm und dokumentarische Formen. Das zeigt sich sowohl im Programm der verschiedenen Berlinaele-Sektionen, Initiativen und Sonderreihen als auch im European Film Market (EFM).

Dank der Unterstützung durch die sächsische Uhrenmanufaktur Glashütte Original initiieren die Internationalen Filmfestspiele Berlin 2017 die Vergabe des Dokumentarfilmpreises. Die Auszeichnung für den besten Dokumentarfilm ist mit einem Preisgeld von 50.000 Euro dotiert. Das Preisgeld teilen sich Regisseure und Produzenten des Preisträgerfilms. Insgesamt sind 16 aktuelle Dokumentarbeiträge aus den Sektionen Wettbewerb, Berlinale Special, Panorama, Forum, Generation und Perspektive Deutsches Kino für den Glashütte Original Dokumentarfilmpreis nominiert.

Die Auszeichnung wird im Rahmen der offiziellen Preisverleihung im Berlinale Palast am 18. Februar verliehen. Eine dreiköpfige Jury entscheidet über die Preisvergabe:

Daniela Michel (Mexiko)

Die in Mexiko Stadt geborene Daniela Michel ist Filmkritikerin sowie Gründerin und Leiterin des Festival Internacional de Cine de Morelia – ein jährlich stattfindendes Event, das 2003 lanciert wurde, um eine junge Generation von mexikanischen Filmemachern zu unterstützen und zu fördern. Bevor sie ihren Abschluss in Englischer Literatur machte, studierte Michel zunächst Film. Sie kuratierte Retrospektiven des mexikanischen Kinos sowohl innerhalb als auch außerhalb Mexikos. Bei zahlreichen internationalen Filmfestivals war sie in der Jury vertreten, darunter in Cannes (Sektionen "Un Certain Regard” und "La Semaine de la Critique”), Venedig, Sundance, Locarno, San Sebastian, Sarajevo und das Dokumentarfilmfestival Amsterdam (IDFA). Zudem war sie in der Auswahlkommission des Rockefeller Foundation’s Media Arts Fellowships und der Rolex Mentor and Protégé Arts Initiative.

Laura Poitras (USA)

Die US-Amerikanerin Laura Poitras studierte zunächst am San Francisco Art Institute und später an The New School in New York. Ihre Arbeit überschreitet die Grenzen zwischen Dokumentarfilm, Journalismus und Kunst. 2006 begann sie ihre 9/11-Trilogie mit My Country, My Country, für den sie ihre erste Oscar-Nominierung erhielt. Es folgte The Oath (2010), der wie schon My Country, My Country im Forum der Berlinale präsentiert wurde. Den Abschluss der Trilogie bildet CITIZENFOUR, für den Poitras 2015 den Academy Award für den besten Dokumentarfilm gewann. Der Film über Edward Snowden brachte ihr außerdem den Deutschen Filmpreis, den Director’s Guild of America Award und den BAFTA ein. Für ihre Berichterstattung über die NSA Überwachung, die in Der Spiegel, The Guardian und The Washington Post erschien, wurde sie mit dem Pulitzer-Preis und dem Henri Nannen Preis für Pressefreiheit geehrt. 2016 zeigte Poitras im New Yorker Whitney Museum of American Art ihre erste Einzelausstellung. Sie ist Mitbegründerin des Journalismusprojektes Field of Vision.

Samir (Irak / Schweiz)

Samir wurde in Bagdad geboren und zog im Alter von sieben Jahren mit seiner Familie in die Schweiz. Nach einem Studium an der Zürcher Hochschule der Künste und einer Ausbildung zum Schriftsetzer begann er in den Achtziger Jahren seine Arbeit als Kameramann, Regisseur und Drehbuchautor. Sein Werk umfasst inzwischen über 40 Kurz- und Langfilme. 1994 übernahm er mit Dokumentarfilmer Werner Schweizer und Produzentin Karin Koch die Dschoint Ventschr Filmproduktion, die sich auf die Förderung junger Schweizer Talente konzentriert. Als Regisseur verantwortete Samir Spiel- und Dokumentarfilme für Kino und Fernsehen – darunter Snow White (2005), der mehrfach ausgezeichnet wurde - ebenso wie Theaterinszenierungen. Sein Dokumentarfilm Iraqi Odyssey lief 2015 im Panorama der Berlinale und wurde von der Schweiz für den Oscar als bester nicht-englischsprachiger Film eingereicht.

Folgende 16 Filme sind für den Dokumentarfilmpreis nominiert:

Wettbewerb:

Beuys – Deutschland Von Andres Veiel

Berlinale Special:

La libertad del diablo (Devil's Freedom) – Mexiko Von Everardo González

Panorama:

Belinda – Frankreich Von Marie Dumora

El Pacto de Adriana - Chile Von Lissette Orozco

Erase and Forget – Großbritannien Von Andrea Luka Zimmerman

Fünf Sterne (Five Stars) - Deutschland Von Annekatrin Hendel

Istiyad Ashbah (Ghost Hunting) – Frankreich / Palästina / Schweiz / Katar Von Raed Andoni

Forum:

For Ahkheem - USA Von Jeremy S. Levine und Landon Van Soest

Maman Colonelle (Mama Colonel) - Demokratische Republik Kongo / Frankreich Von Dieudo Hamadi

El mar la mar - USA Von Joshua Bonnetta und J.P. Sniadecki

Mzis qalaqi (City of the Sun) – Georgien / USA / Niederlande / Katar Von Rati Oneli

Tigmi n Igren (House in the Fields) – Marokko / Katar Von Tala Hadid

Generation:

Almost Heaven – Großbritannien Von Carol Salter

Shkola nomer 3 (School Number 3) - Ukraine / Deutschland Von Yelizaveta Smith, Georg Genoux

Soldado (Soldier) - Argentinien Von Manuel Abramovich

Perspektive Deutsches Kino:

Eisenkopf – Deutschland Von Tian Dong

Alle nominierten Filme feiern ihre Weltpremiere bei der Berlinale 2017.



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