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Fast & Furious 8
Fast & Furious 8
© Universal Pictures International Germany

Kinocharts USA (28. - 30.4.): Mexikaner und Inder mischen Top Ten auf

Zuschauer hassen "The Circle"

In vielen Ländern, darunter auch erfolgreich in Deutschland, ist "Guardians of the Galaxy Vol. 2" am Wochenende gestartet. In Nordamerika wird der Blockbuster erst übermorgen auf die Leinwände kommen. Das vergangene Wochenende darf daher getrost unter "Statthalter-Wochenende" abgebucht werden. Gerade mal mickerige 82 Millionen Dollar kamen für die Top Twelve zusammen, und im Windschatten des nahenden Giganten durften sich völlig unerwartete Titel auf das Treppchen schmuggeln. Vor einem Jahr fiel das Gesamtergebnis für die umsatzstärksten zwölf Produktionen mit 99 Millionen Dollar ebenfalls mau, aber immerhin noch etwas besser aus. Damals konnte sich "The Jungle Book" mit Neel Sethi und grandiosen 43 Millionen Dollar an seinem dritten Wochenende an der Spitze behaupten.

Gold
Dieser Sieg fiel nicht schwer. Nachdem "The Circle" als ernst zu nehmender Konkurrent ausfiel, konnte "The Fate of the Furious" ("Fast & Furious 8") problemlos den Hattrick an der Charts-Spitze schaffen. Mit knapp 20 Millionen Dollar Umsatz erzielte der Thriller ein respektables Ergebnis, das sich einem nur mäßigen Zuschauerrückgang von minus 48 Prozent verdankte. Die Universal Pictures-Produktion blieb mit 4077 Kinos der mit Abstand meistgezeigte Streifen Nordamerikas. 252 Lichtspielhäuser hatten den Jason Statham-Streifen aus dem Programm genommen. Insgesamt steht der achte Teil, dessen Produktion 250 Millionen Dollar gekostet hat, jetzt bei 193 Millionen Dollar.

Silber
Dass sich die USA demographisch verändern und ethnisch bunter werden, spiegelt sich auch in den Charts wider. Mit "How to Be a Latin Lover" schafft es eine heimische Produktion auf das Treppchen, deren Hauptdarsteller Mexikaner ist. Eugenio Derbez ist einer der populärsten Komiker Lateinamerikas, und mit ihm als Zugpferd schaffte es die Komödie mit 12 Millionen Dollar auf den zweiten Platz. Um so bemerkenswerter, weil die rund 10 Millionen Dollar teure Pantelion-Produktion auf nur 1118 Spielplänen steht.

Bronze
Noch bemerkenswerter das Ergebnis von "Baahubali 2: The Conclusion". Zum Einen, weil es sich hier um eine indische Produktion handelt, zum Anderen weil diese in gerade mal 425 Spielorten Premiere gefeiert hat. In diesen kamen immerhin 10 Millionen Dollar zusammen. Mit anderen Worten: Die Filmtheater, die den Abenteuerfilm mit Prabhas spielen, waren rappelvoll. Die Fortsetzung zu dem beliebten "Baahubali: The Beginning", der 2015 mit lediglich 3 Millionen Dollar gestartet war, ist von Great India Films in die Kinos gebracht worden.

Die Neuen
Angesichts dieser Konkurrenz, die er an sich vorbei ziehen lassen musste, ist das Ergebnis für "The Circle" um so schmerzlicher. Immerhin die Verfilmung des bekannten Romans von Dave Eggers und mit Emma Watson, Tom Hanks, John Boyega und dem kürzlich verstorbenen Bill Paxton in seiner letzten Rolle prominent besetzt, brachte es der Thriller nicht mal auf eine zweistellige Millionenzahl. Die 18 Millionen Dollar teure STX Entertainment-Produktion erreicht den fünften Platz mit 9 Millionen Dollar in 3163 Kinos. Ein Platz für die Geschichtsbücher ist das "D"-Cinemascore, das heißt, dass die Zuschauer dem Werk sozusagen eine "Sechs" verpasst haben, was eigentlich nie vorkommt. Selbst miese Filme können oft noch ein "B" erhaschen. Emma Watson sollte sich in der Sonne ihres gigantischen Erfolgs von "Beauty and the Beast" sonnen, diesen Flop muss sie dagegen ganz schnell vergessen.

Auf den Plätzen
Vierter ist "The Boss Baby" (5. Woche / bisher insgesamt 149 Millionen Dollar); Sechster ist "Beauty and the Beast" (7. Woche / 480 Mio.); Siebter ist "Going in Style" (4. Woche / 37 Mio.); Achter ist "Smurfs: The Lost Village" ("Die Schlümpfe 3" / 4. Woche / 38 Mio.), Neunter ist das Chris Evans-Drama "Gifted" (4. Woche / 16 Mio.) und Zehnter schließlich "Unforgettable" (2. Woche / 9 Mio.).

Raus mit Applaus (oder auch nicht)
"Born in China", der Disney-Dokumentarfilm, den das Haus mit der Maus unter seinem Disneynature-Banner in die Säle gebracht hat, entpuppt sich als Ein-Wochen-Wunder: Nach dem Start auf Rang sechs in der Vorwoche ist der Streifen mit 9 Millionen Dollar bereits wieder Box Office History. Zu "Monkey Kingdom" und "Bears" mit ihren 16 beziehungsweise 17 Millionen Dollar fehlt noch eine ganze Menge.

"The Promise" hat mehr Schlagzeilen durch seine Bewertungen in der Internet Movie Database gemacht, wo ihn offenbar Leugner und Verfechter des türkischen Völkermordes an den Armeniern während des Ersten Weltkriegs abwechselnd mit Einsen und Zehnen bedachten. Als Film ist das Drama mit Christian Bale nur eine Fußnote. Die Open Road-Produktion konnte sich auch bloß eine Woche in den Top Ten halten und hat 7 Millionen Dollar eingespielt. Da allein die Produktion 90 Millionen Dollar gekostet hat, haben die Genozid-Leugner das letzte Lachen auf ihrer Seite.

Der in nur wenigen Spielstätten gezeigte "The Lost City of Z" ist am dritten Wochenende aus den Charts verdrängt worden. Der Bleecker Street-Abenteuerfilm mit Robert Pattinson kommt auf 5 Millionen Dollar.



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