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Der dunkle Turm mit Matthew McConaughey und Idris Elba
Der dunkle Turm mit Matthew McConaughey und Idris Elba
© MRC

Kinocharts USA (4. - 6.8.): Einstürzende Turmbauten

US-Kinosommer mit neuem Tiefpunkt

Wenn man erahnen will, welchen Tiefpunkt die Umsätze dieses Sommers an den nordamerikanischen Kinokassen am vergangenen Wochenende erreicht haben, reichen zwei Zahlen: Die gesamten 111 Millionen Dollar der Top Twelve reichen nicht an das einzelne Ergebnis von "Suicide Squad" mit Will Smith heran, der am Vorjahreswochenende 133 Millionen Dollar einspielte. Damals erreichten die Top Twelve fabulöse 221 Millionen Dollar, also gut das Doppelte des diesjährigen Ergebnisses. Zeit für ein Trump-Tweet: "Sad!!!"

Gold

Das Minimum hat "Dark Tower" ("Der dunkle Turm") erreicht: Der Fantasy-Film mit Idris Elba hat "Dunkirk" die Spitze streitig gemacht. Aber damit enden die guten Nachrichten. Die mit ganz üblen Kritiken bedachte Stephen King-Verfilmung schaffte es mit nur 19 Millionen Dollar mal so gerade eben. 60 Millionen Dollar haben Columbia Pictures investiert; die Zuschauerapathie gegenüber dem Streifen, der in 3451 Lichtspielhäusern angelaufen ist, kann das Studio nur hoffen lassen, dass man auf dem Heimatmarkt wenigstens die reinen Produktionskosten egalisiert. Nach dem Start in eine Reihe sieht es so nicht mehr aus. Für Matthew McConaughey deutet sich nach "Gold", "Sea of Trees" und "Free State of Jones" der vierte Flop in Serie an.

Silber
Ex-Spitzenreiter "Dunkirk" behauptete sich mit einem nur gemäßigten Zuschauerschwund von minus 35 Prozent und erreicht am dritten Wochenende 17 Millionen Dollar. 266 Lichtspielhäuser hatten sich den Erfolgsfilm zusätzlich für ihre Leinwände gesichert, so dass die Warner Brothers Pictures-Produktion nun auf 4014 Spielplänen steht. Insgesamt hat der 100 Millionen Dollar teure britische Abenteuerfilm von Christopher Nolan 133 Millionen Dollar eingespielt.

Bronze
Ebenfalls um einen Platz ging es für "The Emoji Movie" nach unten. Der Animationsstreifen bleibt mit 4075 Filmtheatern das meistgespielte Werk des Landes. Am zweiten Wochenende ließ das Interesse der Familien an dem böse verrissenen Film mit der Stimme von T.J. Miller mit minus 51 Prozent bereits deutlich nach, was nicht für gute Mundpropaganda spricht. 12 Millionen Dollar gaben die Erziehungsberechtigten für ihre Sprösslinge aus, so dass sich das Gesamtergebnis der 50 Millionen Dollar teuren Columbia Pictures-Produktion auf 49 Millionen Dollar erhöht hat.

Die Neuen
Bereits 2014 wurde "Kidnap" gedreht, doch dann gingen Relativity Media pleite, und der Thriller verstaubte drei Jahre lang in den Regalen, bis sich der kleine Verleiher Aviron Pictures für 3 Millionen Dollar die Rechte an dem Halle Berry-Film aus der Konkurmasse sicherten. Produziert worden war "Kidnap" für 20 Millionen Dollar. Angesichts der Tatsache, dass es das Werk nun überhaupt in 2378 Spielorte geschafft hat, sind 10 Millionen Dollar und Rang fünf ein Trostpflaster, aber auch kein wirklich akzeptables Ergebnis.

Annapurna Pictures starteten "Detroit" an dessen zweiten Wochenende landesweit. Von 20 auf 3007 Spielstätten wurde die Reichweite des Dramas von Katheryn Bigelow ausgeweitet, das Ergebnis fällt ebenfalls enttäuschend aus. Bloß 7 Millionen Dollar konnte der so bejubelte Streifen mit John Boyega einnehmen und so lediglich Achter werden.

Auf den Plätzen
Vierter wurde die Komödie "Girls Trip" mit Queen Latifah (3. Woche / bisher insgesamt 85 Millionen Dollar); Sechster wurde "Spider-Man: Homecoming" (5. Woche / 295 Mio.); Siebter wurde "Atomic Blonde" (2. Woche / 34 Mio.); Neunter wurde "War for the Planet of the Apes" (4. Woche / 130 Mio.) und Zehnter schließlich "Despicable Me 3" (6. Woche / 241 Mio.).

Raus mit Applaus (oder auch nicht)
"Valerian and the City of a Thousand Planets" war eine Herzensangelegenheit von Luc Besson. Der französische Filmemacher erfüllte sich für umgerechnet rund 200 Millionen Dollar den Wunsch, die Comic-Helden seiner Kindheit zum Leben zu erwecken. Doch zu wenige wollen mitträumen, so dass sich auch hier die Franchise-Hoffnungen erledigt haben dürften. Der französische, aber auf Englisch gedrehte Science Fiction-Film, den STX Entertainment auf die US-Leinwände gebracht haben, bringt es in drei Wochen auf nur 36 Millionen Dollar; weltweit sind es aktuell bloß 87 Millionen Dollar.

Erfreulicher sieht es da für den englischen Regisseur Edgar Wright aus, der mit "Baby Driver" erstmals beim US-Publikum richtig landen kann: In sechs Wochen sind Karten im Wert von 97 Millionen Dollar für den 34 Millionen Dollar teuren TriStar Pictures-Kriminalfilm ausgegeben worden.

Mit "Wonder Woman" hat sich der zurzeit hinter "Beauty and the Beast" zweiterfolgreichste Film des Jahres in Nordamerika aus den Charts verabschieden müssen. Für Warner Brothers Pictures ist dies endlich ein Fantasy-Film, der es in Sachen Qualität und Kassenklingeln mit der Marvel-Konkurrenz bei Disney aufnehmen kann. 400 Millionen Dollar hat der Patty Jenkins-Streifen in zehn Wochen eingesackt. Da müssen sich die Männer der "Justice League" im Winter gehörig anstrengen, um sich zu solchen Höhen aufzuschwingen; "Suicide Squad" erreichte letztes Jahr 325 Millionen Dollar.



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