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Kingsman: The Golden Circle mit Taron Egerton
Kingsman: The Golden Circle mit Taron Egerton
© 20th Century Fox

Kinocharts USA (22. - 24.9.): "Kingsman" holt die Krone

LEGO-Imperium bröckelt

Der September schreitet in Rekord-Siebenmeilenstiefeln voran und macht dabei den Schaden, den der desaströs schlechte August angerichtet hat, teilweise wieder gut. Ende August lagen die Umsätze der Kinos in Kanada und den USA im Jahr 2017 noch um minus 6,3 Prozent unter denen des Vorjahres. Am Ende der zweiten Septemberdekade haben die Zuschauer das Loch auf nur noch minus 4,7 Prozent geschlossen. Bisher liegt der Monat bereits 138 Millionen Dollar über dem Vergleichswert des Rekord-Septembers des Jahres 2015. Da am Wochenende unter anderem mit dem Tom Cruise-Streifen "American Made" ("Barry Seal") noch potentielle Kassenhits an den Start gehen, sieht es gar nicht so schlecht aus für ein "Himmelhochjauchzend" nach dem "Zu Tode betrübt" der Kinobesitzer vor noch drei Wochen.

Das letzte Wochenende war dabei nicht mal so gut, wie von den Filmstudios und Verleihern erhofft und den Analysten vorhergesagt, aber mit insgesamt 112 Millionen Dollar lagen die Einnahmen der Top Twelve dennoch deutlich über den 95 Millionen Dollar des Vorjahres. Damals stieg "The Magnificent Seven" mit Denzel Washington und 34 Millionen Dollar an der Tabellenspitze ein.

Gold
"Kingsman: The Golden Circle" feiert sein Debut auf dem Kinokassenthron. Mit 39 Millionen Dollar liegt das Ergebnis des 20th Century Fox-Thrillers leicht über den 36 Millionen Dollar, die das Original vor zwei Jahren erzielte - ein guter, aber kein großartiger Start. Das 104 Millionen Dollar teure Taron Egerton-Werk ist in 4003 Filmtheatern zu sehen.

Silber
Trotz seiner starken Zahlen ist "It" ("Es"), der beinahe allein verantwortlich für den September-Boom ist, kein Hattrick an der Chartsspitze vergönnt. Die New Line Cinema-Produktion verlor am dritten Wochenende gemäßigte minus 50 Prozent ihres Publikums und landete bei 29 Millionen Dollar. Der Andy Muschietti-Film hat auch seinen Status als meistgespielte Produktion Nordamerikas verloren, nachdem 141 Spielorte den Horrorfilm aus dem Programm genommen haben und er nun in noch immer beachtlichen 4007 Lichtspielhäusern läuft. Alles in allem haben bis jetzt Karten im Wert von 266 Millionen Dollar die Besitzer für die Stephen King-Verfilmung gewechselt.

Bronze
Enttäuschend verläuft der Start für "The LEGO Ninjago Movie", der mit seinem mäßigen Ergebnis zum Einen unter den Erwartungen bleibt und zum Anderen deutlich hinter den Ergebnissen von "The LEGO Movie" und dessen 69 Millionen Dollar und von "The LEGO Batman Movie" und dessen 53 Millionen Dollar zurückbleibt. Liegt es an einer bereits eintretenden LEGO-Übersättigung, nachdem "The LEGO Batman Movie" gerade mal vor einem halben Jahr in den Spielstätten zu sehen gewesen ist? Oder an dem geringeren Reiz mit der nur LEGO-Spielern vertrauten Ninjago-Reihe? Oder den nur gemischten Kritiken?

Sei es, wie es sei - "The LEGO Ninjago Movie" mit Jackie Chan kommt auf lediglich 20 Millionen Dollar. Die 4047 Kinos, mit denen der 70 Millionen Dollar teure Warner Brothers-Animationsstreifen der meistgezeigte Streifen Nordamerikas ist, waren also nur mäßig besucht.

Die Neuen
Die Top Ten hat der deutsche, aber auf Englisch gedrehte Horrorfilm "Friend Request", der Anfang 2016 als "Unfriend" in den hiesigen Lichtspielhäusern gestartet ist, zwar erreicht, aber mit einem nur schwachen Ergebnis. Entertainment Studios haben das umgerechnet 10 Millionen Dollar teure Simon Verhoeven-Werk zwar in immerhin 2573 Filmtheater gebracht, die dann aber weitgehend leer blieben. Das niedrige Zuschauerinteresse spiegelt sich in den nur 2 Millionen Dollar Umsatz und Rang sieben.

Damit kommt "Friend Request" knapp vor "Stronger" ins Ziel, obwohl das 30 Millionen Dollar teure Jake Gyllenhaal-Drama in rund 2000 Filmtheatern weniger angelaufen ist. Die Roadside Attractions-Produktion ist mit 1,6 Millionen Dollar aus 573 Spielstätten Achter geworden.

Auf den Plätzen

Vierter wurde der Thriller "American Assassin" mit Dylan O'Brien (2. Woche / insgesamt 26 Millionen Dollar); Fünfter wurde "Mother!" (2. Woche / 13 Mio.); Sechster wurde die Komödie "Home Again" mit Reese Witherspoon ("Liebe zu Besuch" / 3. Woche / 22 Mio.); Neunter wurde "The Hitman's Bodyguard" ("Killer's Bodyguard" / 6. Woche / 73 Mio.) und Zehnter schließlich der Kriminalfilm "Wind River" mit Jeremy Renner (8. Woche / 31 Mio.).

Raus mit Applaus (oder auch nicht)
"Annabelle: Creation", der einzige August-Film, der es über die 100 Millionen Dollar-Umsatzmarke geschafft hat, verabschiedet sich am siebten Wochenende mit 101 Millionen Dollar aus den Top Ten. Nach diesem künstlerischen wie kommerziellen Erfolg werden New Line Cinema das "Conjuring"-Universum sicherlich noch weiter melken. Das "Annabelle"-Original und dessen 84 Millionen Dollar im Jahr 2014 hat der Horrorfilm mit Stephanie Sigman übertroffen; "The Conjuring 2" und dessen 102 Millionen Dollar könnte er noch überrunden; "The Conjuring" und dessen 137 Millionen Dollar liegen indes außer Reichweite. Kommendes Jahr wird mit "The Nun" ein weiterer Ableger auf die Leinwände kommen.

Der kanadische Animationsstreifen "Leap!", der in Deutschland unter dem Titel "Ballerina" zu sehen war und von The Weinstein Company in die US-Kinos gebracht worden ist, wird am immerhin erst fünften Wochenende aus den Charts verdrängt. Der 30 Millionen Dollar teure Streifen mit der Stimme von Elle Fanning hat 20 Millionen Dollar umsetzen können; im Rest der Welt sind es bis jetzt 81 Millionen Dollar gewesen, so dass die Filmemacher rund um die Regisseure Éric Summer und Éric Warin zufrieden sein können.

Mit 332 Millionen Dollar in zwölf Wochen ist "Spider-Man: Homecoming" ein riesiger Erfolg geworden, der mehrerlei belegt. Die Figur "Spider-Man" ist trotz der zahlreichen Verfilmungen innerhalb der letzten 15 Jahre noch nicht abgenudelt, das Marvel-Universum funktioniert auch außerhalb des Disney-Konzerns, und Comic-Superhelden-Filme kommen auch nach nun 17 Jahren nicht aus der Mode. Die 175 Millionen Dollar teure Columbia Pictures-Produktion mit Tom Holland ist derzeit der vierterfolgreichste Streifen des Jahres in den USA und auch weltweit der vierterfolgreichste mit 874 Millionen Dollar.

"Dunkirk" hat auch ein amerikanisches Publikum angesprochen. Mit 186 Millionen Dollar in zehn Wochen ist der britische Warner Brothers-Abenteuerfilm ein Erfolg geworden. Das Christopher Nolan-Werk hat 100 Millionen Dollar gekostet; weltweit steht es bei 516 Millionen Dollar. Der englische Filmemacher wird somit weiterhin völlig freie Hand in der Auswahl und Durchführung seiner Projekte behalten.



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