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© Kerstin Schroedinger

Berlinale 2018 Forum Expanded

Archivarbeit, Fiktion und Experiment

In einer Notiz aus dem Jahr 1947 schreibt die Pionierin des Avantgarde-Kinos Maya Deren: "Marxismus – einzige politische Theorie die einen Mechanismus entwickelt, der sich selbst verändern kann – wie im Konzept des absterbenden Staats." Mit diesem Zitat beginnt die Medienwissenschaftlerin Ute Holl einen Aufsatz zur Theorie der Filmpoetin und deren Entwurf eines Kinos, das "nachhaltig in die sinnlichen und sozialen Verhältnisse aller interveniert, die an dieser laufenden Kommunikation teilhaben." Der diesem Aufsatz entlehnte Programmtitel "A Mechanism Capable of Changing Itself" verweist auf die vielfältigen Handlungsmöglichkeiten des Kinematografischen, die besonders im Formenreichtum dokumentarischer Arbeiten ihren Ausdruck finden.

Seit seiner Gründung legt Forum Expanded besonderes Augenmerk auf das Dokumentarische. Der Begriff umfasst auch in diesem Jahr Archivarbeit, Fiktion und Experiment, sofern darin eine Wirklichkeit zum Ausdruck kommt, die Vergangenes neu erzählt und zu einer möglichen Zukunft werden lässt.

Zu den bisher ausgewählten Arbeiten der 13. Ausgabe von Forum Expanded gehören Filme und Videoarbeiten aller Genres, Installationen, Performances und Panels sowie in diesem Jahr ein Konzert einer Band aus Kairo: The Invisible Hands. Bereits eingeladene Künstler sind: Ayreen Anastas und Rene Gabri, James Benning, Kudzanai Chiurai, Anouk De Clercq und Tom Callemin, Morgan Fisher, Alex Gerbaulet, Margaret Honda, Laura Horelli, Ken Jacobs, The Otolith Group, Michael Robinson, Ghassan Salhab und Mohamed Soueid, John Smith, Kerstin Schroedinger, Deborah Stratman, Clarissa Thieme und Wendelien van Oldenborgh. Die vollständige Künstlerliste wird Mitte Januar bekannt gegeben.

Zentraler Ausstellungsort während des Festivals ist wieder die Akademie der Künste am Hanseatenweg. Filmvorführungen finden ebenfalls dort sowie im Kino Arsenal am Potsdamer Platz statt. Neben dem Marshall McLuhan Salon in der Botschaft von Kanada ist SAVVY Contemporary zum dritten Mal als Ausstellungsort dabei. "Think Film No. 6 – Archival Constellations", ein internationales Symposium zu filmarchivarischen Themen und Projekten, findet am 22. Februar erneut in der Kuppelhalle des silent green Kulturquartier im Wedding statt.

Zum Kuratorenteam zählen in diesem Jahr neben der Leiterin Stefanie Schulte Strathaus wieder der Filmemacher Khaled Abdulwahed sowie der Kurator Ulrich Ziemons. Neu hinzugekommen ist die Künstlerin und Kuratorin Maha Maamoun, Mitbegründerin des Contemporary Image Collective (CIC) in Kairo. Forum Expanded-Mitbegründer Anselm Franke (Haus der Kulturen der Welt) ist weiterhin in beratender Funktion dabei.


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