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Jiri Menzel, Beki Probst und Katriel Schory
Jiri Menzel, Beki Probst und Katriel Schory
© Dirk Michael Deckbar / Juliane Eirich / Chiara Ferrau

Berlinale Kamera 2018 geht an europäische Kinogrößen

Ehrungen für Beki Probst, Katriel Schory und Jiri Menzel

Mit der Berlinale Kamera zeichnen die Internationalen Filmfestspiele Berlin seit 1986 Filmpersönlichkeiten oder Institutionen aus, denen sie sich besonders verbunden fühlen und denen sie mit dieser Ehrung ihren Dank ausdrücken möchten.

Die Berlinale Kamera besteht aus 128 Einzelteilen und ist einer realen Filmkamera nachempfunden. Hergestellt wird sie von dem Düsseldorfer Goldschmiedekünstler Georg Hornemann.

Bei den 68. Internationalen Filmfestspielen werden in diesem Jahr drei Persönlichkeiten mit der Berlinale Kamera geehrt: Die Präsidentin des European Film Market Beki Probst (Schweiz), der Produzent und Geschäftsführer des Israel Film Fund Katriel Schory (Israel) und der Regisseur und Schauspieler Jiri Menzel (Tschechische Republik).

Beki Probst, Präsidentin des European Film Market (Schweiz)
Beki Probst gilt als Grande Dame der Filmwelt. Unter ihrer Leitung entwickelte sich der European Film Market zu einer der größten und wichtigsten internationalen Filmmessen. Dieter Kosslick gratuliert seiner langjährigen Kollegin und Freundin zu 30 Jahren erfolgreicher Arbeit: "Ohne Beki Probst und ihre weltweiten Kontakte, ihren Charme und ihre kosmopolitische Begabung, Geschäft und Kultur zu verbinden, wäre der EFM nie zu einer so erfolgreichen Plattform und einem so starken Rückgrat des Festivals geworden."

Probst wurde in Istanbul geboren, wo sie nach dem Jura- und Journalismusstudium zunächst als Journalistin arbeitete. 1960 zog Beki Probst in die Schweiz und wurde die Betreiberin der Probst-Kinobetriebe, heute bekannt als Quinnie-Cinemas. Von 1981 bis 1988 war Beki Probst Delegierte der Internationalen Filmfestspiele Berlin für die Länder Türkei und Griechenland. Bis 1995 war sie zudem Mitglied der Auswahlkommission von Locarno. Von 1988 bis 2014 war Beki Probst Leiterin des European Film Market der Internationalen Filmfestspiele Berlin. Der bis 1988 als Filmmesse bekannte Markt wurde von ihr zum European Film Market umbenannt und zu einem der bedeutendsten Branchentreffs der Filmindustrie ausgebaut. Beki Probst war von 1988 bis 1996 außerdem künstlerische Leiterin des Genfer Festivals "Stars de Démain". Sie gehörte mehrfach den Jurys internationaler Filmfestivals an, darunter Toronto, Jerusalem und San Sebastián. 1992 wurde Beki Probst mit dem französischen Staatsorden "Chevalier des Arts et des Lettres" ausgezeichnet.

Am Freitag, den 16. Februar 2018 um 11:30 Uhr wird Beki Probst im Martin-Gropius-Bau mit der Berlinale Kamera ausgezeichnet.

Katriel Schory, Produzent und Geschäftsführer des Israel Film Fund (Israel)
Katriel Schory hat das israelische Kino maßgeblich beeinflusst. Als Geschäftsführer des Israel Film Fund hat er die Förderung und Produktion von 240 israelischen Spielfilmen, davon viele internationale Co-Produktionen, ermöglicht. Durch sein Engagement für israelisch-europäische Kooperationen leistete er einen wesentlichen Beitrag zum kulturellen Austausch. Nach seinem Studium an der New York University Film School kehrte Katriel Schory 1973 nach Israel zurück und wurde Produktionsleiter bei Kastel Films in Jerusalem, der damals führenden Produktionsfirma in Israel. 1984 gründete er BELFILMS LTD und produzierte über 130 Filme, darunter preisgekrönte Spielfilme, Dokumentarfilme, Fernsehfilme und internationale Koproduktionen. 1999 übernahm er die Leitung des Israel Film Fund, der israelische Langspielfilme fördert.

Katriel Schory wird am Dienstag, den 20. Februar 2018, im Rahmen der Veranstaltung "Dancing Foxtrot" im HAU2 um 14:00 Uhr mit der Berlinale Kamera ausgezeichnet.

Jiri Menzel, Regisseur und Schauspieler (Tschechische Republik)
Jiri Menzel gilt als Meister der Komödie und hat die tschechische Nouvelle Vague entscheidend geprägt. Aufgrund seiner satirischen Filme erhielt der Oscar-Preisträger lange Zeit Berufsverbot in der ČSSR. Sein Film "Lerchen am Faden", der 1969 nach der Niederschlagung des Prager Frühlings verboten wurde, feierte erst 21 Jahre später bei der Berlinale Weltpremiere und wurde mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet.

Bereits während seines Studiums an der Prager Filmhochschule FAMU drehte Menzel diverse Kurzfilme. Nach seinem Abschluss übernahm er kleinere Schauspielrollen und Regieassistenzen, bevor er mit "Liebe nach Fahrplan" 1966 seinen ersten Spielfilm realisierte, der 1968 den Oscar für den "Besten Fremdsprachigen Film" gewann. Nach dem Verbot von "Lerchen am Faden" arbeitete er vor allem an Theatern in der CSSR und im Ausland sowie für das Fernsehen in Schweden. Mitte der siebziger Jahre kehrte er zur Filmregie zurück. In den Neunzigern war er als Regisseur vor allem an Prager Theatern und europäischen Bühnen, unter anderem der Comédie-Française, tätig. In diesem Jahr ist Jiri Menzel als Schauspieler in Martin Sulík's Film "The Interpreter" im Berlinale Special zu sehen.

Bei der Weltpremiere am Freitag, den 23. Februar 2018, um 20:00 Uhr im Kino International wird Jiri Menzel mit der Berlinale Kamera ausgezeichnet.



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