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Berlinale 2018 Plakat
Berlinale 2018 Plakat
© Internationale Filmfestspiele Berlin / Velvet Creative Office

Diversität bei der Berlinale 2018

Vielfalt im Filmprogramm und bei Initiativen

Die Auseinandersetzung mit der Vielstimmigkeit und Vielfalt der Gesellschaft gehört seit der Gründung 1951 zum Selbstverständnis der Internationalen Filmfestspiele Berlin. Kunst und Kultur beschäftigen sich immer sowohl mit ästhetischen als auch gesellschaftlichen Fragen der Zeit. Dies spiegelt sich jährlich im Filmprogramm der Sektionen und in den Initiativen der Berlinale wider.

Als internationale Kulturveranstaltung versteht sie sich als ein Forum, in dem Fragen und Ideen gehört und diskutiert werden. Dazu gehört unter anderem auch das Aufzeigen und die Einbeziehung der Perspektiven und Lebensrealitäten unterrepräsentierter Gruppen, zum Beispiel in Bezug auf Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, einheimische Zugehörigkeit, Alter, Behinderung, sexuelle Identität, Cis/Trans-Identität oder Religion.

Die Sektion Panorama engagiert sich seit langem für queere Filme und initiierte 1987 die Verleihung des schwul-lesbischen Filmpreises TEDDY, der seitdem jährlich sektionsübergreifend verliehen wird. Die Sonderreihe NATIVe widmet sich seit der Berlinale 2013 filmischen Erzählungen indigener Völker auf der ganzen Welt.

Durch die Förderung von Filmschaffenden und ihrer Projekte setzen sich darüber hinaus die Initiativen Berlinale Talents, Berlinale Co-Production Market und World Cinema Fund proaktiv und auf struktureller Ebene für die Diversität in der Filmbranche ein.

Im Bestreben die Welt aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, spiegelt und praktiziert Berlinale Talents das große Experiment der globalisierten Welt – jedoch einer mit offenen Grenzen und starken Gemeinschaftsstrukturen. Die 250 eingeladenen Filmschaffenden aus 81 Ländern - darunter 128 Frauen und 122 Männer -, die dieses Jahr an Berlinale Talents teilnehmen, bringen eine Vielzahl an Perspektiven und Identitäten in den Diskurs ein. Durch ihre Struktur und Themenwahl versteht sich die Initiative als Werklabor für die Filmwirtschaft und lädt ein, Fragen zu Diversität und Respekt zu erforschen.

Seit seiner Gründung im Oktober 2004 als Initiativprojekt der Berlinale und der Kulturstiftung des Bundes engagiert sich der Berlinale World Cinema Fund (WCF) für die Entwicklung und Förderung des Kinos in filminfrastrukturell schwachen Regionen und für kulturelle Vielfalt in den deutschen Kinos. Der WCF ist eine Filmförderung mit einer ausgeprägten kulturellen, künstlerischen und innovativen Identität, der sich erfolgreich um internationale Kooperation bemüht und selbstverständlich auch wirtschaftlich eine Rolle spielt. Die Auseinandersetzung mit den gesamten Themen der kulturellen Diversität und mit Filmen und Projekten, die außerhalb des eurozentrischen und exotistischen Blicks entstehen, gehört zum Selbstverständnis und Kernprogramm des WCF. Diversity ist Bestandteil der WCF-DNA.

Der European Film Market (EFM) folgt als Markt nicht nur Entwicklungen, sondern ist auch eine Plattform, die Trends signalisiert und Zukunftsvisionen befördert. In diesem Zusammenhang hat sich der EFM das Ziel gesetzt, die Marktrelevanz von Diversität aus einer globalen, europäischen und deutschen Perspektive zu erforschen. Dementsprechend setzt sich der EFM mit Diversität als Unternehmensstrategie auseinander, das heißt inwiefern Diversität in den Entscheidungsprozessen, in der Personalpolitik und in den kuratorischen Überlegungen einer Kulturindustrie wie der Filmbranche einbezogen wird. Wie wollen wir dazu beitragen, dass die Filmindustrie immer mehr ihr Publikum widerspiegelt und dass Filme eine diversere und inklusivere Welt darstellen?

Mit den Events, die wir bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin präsentieren, möchten wir auch zu einer systematischen Veränderung innerhalb der Branche beitragen.

Folgende Veranstaltungen zum Thema Diversity finden im Rahmen der Berlinale 2018 statt:

European Film Market (EFM)

Alle EFM-Veranstaltungen finden in englischer Sprache statt. Zugang nur mit Akkreditierung.

EFM Industry Debate "Why Diversity Matters in the Film Industry"
Samstag, 17. Februar, 16:00-18:00 Uhr
Ort: "EFM Horizon", Berliner Freiheit 2, 10785 Berlin
Schlüsselpersonen der Filmwirtschaft im Gespräch mit Dame Vivian Hunt (McKinsey & Company), im Anschluss an die Vorstellung der Studie "Delivering through Diversity" von McKinsey. Mit Marcus Hu (Strand Releasing/AMPAS) und Carlotta Calori (Indigo Film).

"Reimaging Africa: How to Sell a Continent"
Sonntag, 18. Februar, 15:00-16:00 Uhr
Ort: "Berlinale Africa Hub", Gropius Park
Mit einem Fokus auf Produktion, Verleih, Vertrieb und Förderung von afrikanischen Produktionen - sowohl auf dem Kontinent als auch weltweit - stellt dieses Podiumsgespräch Akteure vor, die alternative Strategien erfolgreich ausprobiert haben.

"Empowering Women Film Producers – The Producers Programme for Women"
Montag, 19. Februar, 16:30-17:30 Uhr
Ort: "EFM Producers Hub", Martin Gropius Bau
Fallstudie zu einer außergewöhnlichen und erfolgreichen Initiative des Österreichischen Filminstituts, in der Filmproduzentinnen aktiv durch ein Mentoring-Programm gefördert und unterstützt werden.

"The New Normal - Diversity as a Selling Point"
Dienstag, 20. Februar, 17:00-17:50 Uhr
Ort: "Drama Series Days", Zoo Palast
Wie Diversität zum Verkaufsargument für anspruchsvolle Dramen werden kann

Berlinale Co-Production Market

"Towards an Inclusive and Equal Work Environment – New Perspectives for Women and Parents in the Film Industry"
Samstag, 17. Februar, 14:30 – 15:30 Uhr
Sprache: Englisch
Ort: Green Chamber, Abgeordnetenhaus von Berlin, Niederkirchnerstr. 5, 10117 Berlin
Theme Talk mit Hope Dickson Leach (Raising Films, Großbritannien), Jonas Dornbach (Komplizen Film, Deutschland) und Alessia Sonaglioni (EWA - European Audiovisual Women's Network, Italien)
Time’s up! Angesichts einer (hoffentlich) nachhaltig veränderten Wahrnehmung von Frauen (in der Filmbranche) möchten wir das nächste Thema angehen: wie die mangelnde Rechenschaftspflicht unseres Systems und ein intolerantes Arbeitsumfeld häufig Mütter und andere Versorger ausschließen. Das Ungleichgewicht der Geschlechter verstärkt sich umso mehr, sobald Mutterschaft ins Spiel kommt. Warum ist es in unserer Branche so schwer, eine kontinuierliche Karriere zu haben und gleichzeitig Kinder zu versorgen? Wir möchten über Wege reden, wie Personalpraktiken inklusiver und Arbeitsumfelder rücksichtsvoller werden können. Zugang nur mit Akkreditierung.

WCF

Berlinale World Cinema Fund Day 2018: "Making Things Happen"
Mittwoch, 21. Februar, 10:30 – 14:30 Uhr
Ort: Filmhaus, Potsdamer Straße 2, 4. OG
Sprache: Englisch

"Talking About Success, Innovation and Awareness"
Strategie und Rolle des WCF in Deutschland, Europa und in den Förderregionen

Director’s Talk: Nach der Festival-Präsentation - Gespräch mit dem Regisseur Marcelo Martinessi über seinen WCF-geförderten Film Las herederas (The Heiresses, Berlinale Wettbewerb 2018).

Critics’ Talk: Was bedeutet Innovation? Ein kritisches und selbstkritisches Gespräch über innovatives Kino innerhalb und außerhalb der WCF-Förderregionen. Mit Jay Weissberg (Filmkritiker bei "Variety", USA) und Kong Rithdee (Filmkritiker bei "The Bangkok Post", Thailand)

Producers’ Talk: WCF und deutsche Partner: Koproduktion von Filmen in WCF-Förderregionen. Sind wir effektiv genug? Wissen und Erfahrungen teilen, über gemeinsame Ziele und Förderstrukturen in Deutschland und Europa nachdenken. Mit Helge Albers (Produzent, Deutschland), Nicole Gerhards (Produzentin, Deutschland) und Gema Juárez Allen (Produzentin, Argentinien). In Kooperation mit dem VDFP - Verband Deutscher Filmproduzenten e.V.
Eintritt frei

Berlinale Talents

Technically a Woman: Cinematographers Speak Out

Dienstag, 20. Februar, 17:00 - 18:30 Uhr Ort: HAU1, Stresemannstraße 29, 10963 Berlin Sprache: Englisch
Im Mittelpunkt der öffentlichen Berlinale Talents-Veranstaltung steht das Gespräch zwischen zwei der weltweit bekanntesten Kamerafrauen, der Französin Agnès Godard und der US-Amerikanerin Nancy Schreiber (sie wurde 2017 als bislang erste und einzige Kamerafrau mit dem Presidents Award der American Society of Cinematographers ausgezeichnet). Zusammen mit dem Publikum entwerfen und diskutieren sie ihre Zukunftsvision für mehr Frauen in der Filmindustrie, auch in den "technischen Gewerken".
Zugang für Publikum und Akkreditierte nur mit Ticket vom Ticket-Counter

NATIVe

Panel: "Establishing Indigenous Cinema"
Dienstag, 20. Februar, 15:00 - 16:30 Uhr
Ort: Botschaft von Kanada, Leipziger Platz 17, 10117 Berlin
Sprache: Englisch
Der Industry Talk erörtert die Chancen und Herausforderungen für indigene Filmproduktionen auf dem globalen Filmmarkt unter besonderer Berücksichtigung von Fragen rund um Produktion, Distribution, Vertrieb und Vermarktung. Eintritt frei. Bitte planen Sie genug Zeit für die Sicherheitskontrolle ein und bringen Sie einen gültigen Lichtbildausweis mit.

Zusätzlich unterstützt die Berlinale folgende externe Veranstaltungen:

"Closing the Gap. A Seminar With Creatives and Financiers On How to Take Action Towards 50/50 by 2020".
Samstag, 17. Februar, 10:00 – 13:00 Uhr
Ort: Meistersaal, Köthener Straße 38 (S&U-Bahn Potsdamer Platz)
Sprache: Englisch
Veranstalter: Swedish Film Institute, Women in Film and Television (WIFT) Deutschland und WIFT Nordic Freier Eintritt für WIFT-Mitglieder.
Tickets für Nicht-Mitglieder über www.eventbrite.de

Podiumsdiskussion: "Kultur will Wandel – Eine Gesprächsrunde zu sexueller Belästigung in Film, Fernsehen und Theater"
Montag, 19. Februar, 14:00 – 17:00 Uhr
Ort: TIPI am Kanzleramt, Große Querallee, 10557 Berlin
Sprache: Deutsch, Simultanübersetzung ins Englische und in Gebärdensprache
Mit Thomas Bellut (Intendant des Zweiten Deutschen Fernsehens, angefragt), Michael Lehmann (Studio Hamburg Produktion Gruppe), Hans-Werner Meyer (Bundesverband Schauspiel e.V.), Barbara Rohm (ProQuote Film e.V.), Jasmin Tabatabai (Schauspielerin), Karola Wille (Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks, angefragt), Natalia Wörner (Schauspielerin)
Grußwort: Dr. Katarina Barley (Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend; geschäftsführende Bundesministerin für Arbeit und Soziales)
Veranstalter: Initiator Bundesverband Schauspiel (BFFS), ProQuote Film e. V. und der Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Eintritt frei

TEDDY Events

"Queer Connection" (in Kooperation mit dem EFM)
Mittwoch, 21. Februar, 17:00 - 18:30 Uhr
Ort: Kino im Martin-Gropius-Bau
Sprache: Englisch
Filmemacher und Produzenten haben die Möglichkeit, in zwei bis drei Minuten ihre Filme den Vertreternn der Industrie persönlich zu pitchen und zu netzwerken

Anschließend:

TEDDY Queer Industry Reception (in Kooperation mit dem EFM)
Mittwoch, 21. Februar, 18:30 bis 20:00 Uhr
Ort: MGB Lichthof
Zugang nur für Akkreditierte und geladene Gäste

"Teddy Awards - Diversity und Gender Equality in Beruf und Gesellschaft: Viel Luft nach oben in Sachen Gleichstellung?"
Donnerstag, 22. Februar, 16:00 Uhr
Ort: Botschaft von Kanada, Leipziger Platz 17, 10117 Berlin
Sprache: Deutsch
Für diese Veranstaltung ist eine Anmeldung erforderlich. Bitte planen Sie genug Zeit für die Sicherheitskontrolle ein und bringen Sie einen gültigen Lichtbildausweis mit.

Zudem gibt es 2018 wieder vier TEDDY Diversity Talks. In 60-minütigen moderierten Gesprächen sprechen jeweils zwei Filmemacher über die Intersektionalität ihrer Filme und die aufgezeigten Themen. Die Talks werden Arbeiten mit Queer Topics im Berlinale-Programm gewidmet sein. Das finale Programm ist auf http://teddyaward.tv/ zu finden.


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