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Grießnockerlaffäre - Sebastian Bezzel und Simon Schwarz
Grießnockerlaffäre - Sebastian Bezzel und Simon Schwarz
© Constantin Film

Fast jedes sechste Kino in Deutschland zeigt Filmkunst

Neuauflage der FFA-Programmkinostudie

Im Jahre 2017 haben insgesamt 15,3 Millionen fast genau so viele Menschen einen Programmkinofilm in einem Programmkino gesehen ­wie im Jahr davor (-0,7 %). Damit wurde bei 122,3 Millionen Gesamtbesuchen jede achte Kinokarte (12,5 %) in einem Programmkino erstanden. Beim Umsatz legten die Programmkinos mit 113,5 Millionen Euro um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Ausschlaggebend dafür war eine Erhöhung des durchschnittlichen Eintrittspreises um 17 Cent auf 7,43 Euro (2,2 %).

Alles in allem wurden im letzten Jahr 812 Kinosäle in der Bundesrepublik Deutschland von ihren Kinobetreibern als Studio-, Programm- oder Filmkunstkino eingestuft – 700 von ihnen (86,2 %) waren in einem von insgesamt 450 reinen Programmkinos. Knapp jeder siebte Programmkinosaal (112) gehörte zu einem Kino mit ansonsten gemischtem Filmangebot. Damit war im vergangenen Jahr jedes sechste (16,9 %) aller 4803 Kinosäle in einem Programmkino. Und: Analog zum Wachstum im Gesamtmarkt konnten auch die Programmkinos im Vergleich zum Vorjahr zulegen, mehr Leinwände verzeichnet werden (+31). Die Zahlen gab der stellvertretende FFA-Vorstand Frank Völkert gestern auf der Filmkunstmesse in Leipzig bei der Präsentation der neuen FFA-Programmkinostudie bekannt.

Weitere Details aus der Studie:

  • Neun von zehn Arthouse-Filmtickets (87 %) wurden in reinen Programmkinos gelöst, vier von zehn (40,3 %) in Großstädten – und immerhin knapp jedes zehnte Ticket (8,7 %) wurde in Orten unter 20 000 Einwohnern gelöst
  • 169 der gezeigten Filme des Vorjahres waren nach gemeinsamer Klassifizierung von AG Kino Gilde und FFA dem Arthouse-Film zuzurechnen. Drei deutsche Produktionen – "Grießnockerlaffäre", "Kundschafter des Friedens" und "Weit". "Eine Geschichte von einem Weg um die Welt" schafften es dabei in die Top Ten der Programmkinojahrescharts (Vorjahr sieben) – in der nur der Spitzenreiter "La La Land" die 1-Million-Besuchermarke überschritt
  • Mehr als jeder Dritte (36 %) Programmkinobesucher kam aus einem Single-Haushalt. Insgesamt kamen somit wieder drei von vier Besuchern (76,1 %) aus einem 1- oder 2-Personen-Haushalt – ein Viertel mehr als im Gesamtmarkt (51,1 %)
  • Fast drei von vier Filmkunstliebhabern (73 %) gingen allein oder zu zweit ins Kino, um einen Programmkinofilm zu sehen – jeder Fünfte (19 %) sogar allein (Gesamtmarkt 12 %)

Filmkunstliebhaber gehen deutlich häufiger ins Kino als der normale Kinobesucher – und steigerten ihre Besuchsintensität konträr zum Gesamtmarkt (4,7 Besuche) nochmals deutlich: Arthouse-Fans gingen durchschnittlich 9,2 Mal im Jahr ins Kino (2016: 8,1). Mehr als jeder vierte Filmkunstbesucher (27,1 %) zählte zu dieser Gruppe der so genannten Heavy User (mit mehr als sieben Kinobesuchen im Jahr) – im Gesamtmarkt dagegen nur etwas mehr als jeder Zehnte (11 %).

Die alljährlich aufgelegte repräsentative FFA-Studie enthält umfassende Statistiken über Bestand, Besuch, Auslastung und Eintrittspreise der Programmkinos in Deutschland sowie eine soziodemografische und kinospezifische Auswertung der Besucher von Programmkinofilmen. Die Auswertung berücksichtigt, dass Programmkino längst nicht mehr nur in reinen Filmkunsttheatern stattfindet, sondern auch in einzelnen Kinosälen innerhalb von regulären Kinocentern angeboten wird.

Zusätzlich listet die Analyse die 50 erfolgreichsten Programmkinofilme des Vorjahres auf. Die Definition der Programmkinofilmtitel erfolgte wieder auf Basis der Arthouse-Charts der AG Kino-Gilde in Abstimmung mit der FFA. Die ausführlichen Ergebnisse der Studie "Programmkinos in der Bundesrepublik Deutschland und das Publikum von Arthouse-Filmen im Jahr 2017 sowie sämtliche Statistiken stehen unter www.ffa.de zum Download bereit.


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