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Das Wort - Cay Kristiansen, Birgitte Federspiel und...lberg
Das Wort - Cay Kristiansen, Birgitte Federspiel und Henrik Malberg
© Danish Film Institute

Berlinale Classics 2019 mit Dominik Graf, Carl Theodor Dreyer und Márta Mészáros

Bekanntgabe der ersten Filme

Bei den 69. Internationalen Filmfestspielen Berlin präsentiert die Reihe Berlinale Classics sechs Filmpremieren neu digital restaurierter Fassungen. Drei Filme stehen bereits fest: Dominik Graf's "Die Sieger" von 1994, der dänische Film "Ordet" ("Das Wort") von Carl Theodor Dreyer sowie "Örökbefogadás" ("Adoption") der ungarischen Regisseurin Márta Mészáros, der 1975 mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde. Alle drei Produktionen feiern die Weltpremiere der digital restaurierten Fassungen bei den Berlinale Classics. Das Gesamtprogramm der Reihe wird im Januar 2019 bekannt gegeben.

Der Action-Thriller "Die Sieger" von Regisseur Dominik Graf kommt 25 Jahre nach seiner Erstaufführung aufwendig restauriert und als neun Minuten längerer Director's Cut zurück auf die Leinwand. Darin verstrickt sich ein Sondereinsatzkommando in eine Korruptionsaffäre; Verrat und Lügen reichen von Spitzenpolitikern bis in die eigenen Reihen.

Das Restaurierungsteam der Bavaria Film fügte drei Szenen, die nicht mehr auf 35mm-Material zur Verfügung standen, aus der Magnetbandaufzeichnung der Rohschnittfassung in die ursprüngliche Kinofassung ein. Die Herausforderung bestand darin, diese Szenen an das hochwertige, digital bearbeitete 4K-Material anzugleichen. Vor allem die Tonbearbeitung der bisher noch nie gemischten Szenen verlangte viel Aufmerksamkeit von Regisseur und Team.

Márta Mészáros aus Ungarn war die erste Regisseurin in der Geschichte der Berlinale, die mit dem Goldenen Bären für den Besten Film geehrt wurde. Die Auszeichnung erhielt sie 1975 für ihr feinfühliges Frauenportrait "Örökbefogadás". Katalin Berek spielt darin eine allein lebende Fabrikarbeiterin, die sich ein Kind von ihrem verheirateten Liebhaber wünscht. In einem Mädchen aus dem Erziehungsheim findet sie eine "Tochter auf Probe". Mit dem Film wurde Mészáros einem internationalen Publikum bekannt.

Die 4K-Restaurierung wird vom Hungarian National Film Fund – Film Archive präsentiert und wurde unter Verwendung des originalen Kameranegativs sowie des Original-Magnettons im Hungarian National Film Fund – Filmlab durchgeführt. Das Digitalgrading betreute Kameramann Lajos Koltai (HSC, Hungarian Society of Cinematographers).

"Besonders freue ich mich, dass wir mit 'Adoption' das Meisterwerk einer der großen europäischen Regisseurinnen wieder in optimaler Bild- und Tonqualität präsentieren können. Márta Mészáros war eine Pionierin des Autorinnenfilms, ihre Filme inspirierten nicht zuletzt viele der deutschen Filmemacherinnen, die wir in unserer diesjährigen Retrospektive würdigen", kommentiert Rainer Rother, Leiter der Retrospektive und Künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen.

Der dänische Regisseur Carl Theodor Dreyer (1889–1968) gehört zu den bedeutendsten Filmpersönlichkeiten des europäischen Kinos. Sein minimalistischer Schwarzweißfilm "Ordet" ist berühmt für seine fließende Kameraführung und meisterhafte Ausleuchtung. Er basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück des Priesters Kaj Munk. In dem Familiendrama um einen jütländischen Großbauern und seine drei Söhne wird eine Auseinandersetzung um Glauben und Rationalismus entfacht, als der jüngste Sohn eine Frau heiraten möchte, die einer anderen Glaubensgemeinschaft angehört.

Der Film gewann 1955 den Goldenen Löwen bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig und erhielt 1956 einen Golden Globe in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film. Die aktuelle digitale Restaurierung des Danish Film Institute basiert auf einer Digitalisierung der Produktionsfirma Palladium von 2008, für die das originale Kameranegativ in 2K gescannt und nachbearbeitet wurde. Dank der heute deutlich verbesserten digitalen Restaurierungstechniken konnten Schäden wie Kratzer und Schrammen aus dem Digitalisat wesentlich umfassender entfernt und die ursprüngliche optische Brillanz des Films wiederhergestellt werden. Abschließend wurde der Film für eine Präsentation in 4K gemastert.


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