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Easy Love - Miriam Urbanzke und Sönke Andersen
Easy Love - Miriam Urbanzke und Sönke Andersen
© Janis Mazuch

Berlinale 2019: "Easy Love Is No Easy Love"

Perspektive Deutsches Kino eröffnet mit Tamer Jandali

Die ersten sechs Filme der Perspektive Deutsches Kino 2019 sind eingeladen. Diesmal dreht sich alles um die Liebe: Um die Liebe zu einem anderen Menschen, die Liebe zu einem besonderen Ort, die Liebe zum Kino, die Liebe zum Glauben und die Liebe zum Leben. "An den Spielarten der Liebe lässt sich ein ausdrucksstarkes Bild der heutigen Generation der 25- bis 45-Jährigen aufzeigen", kommentiert Sektionsleiterin Linda Söffker die Auswahl. "Die Filmemacher und ihre Figuren sind kreativ, egozentrisch, hedonistisch und bewegen sich im Spannungsfeld von Abenteuerlust und Selbstverwirklichung einerseits und der Sehnsucht nach Vertrauen und Sicherheit andererseits."

Eröffnet wird die Reihe mit dem Dokumentarfilm "easy love" von Tamer Jandali, der sieben junge Frauen und Männer in Köln vier Monate lang mit der Kamera begleitete. Die Protagonisten sind Laien, deren reale persönliche Situation und deren Einstellung zur Liebe die Ausgangsbasis für die Filmhandlung liefern. Der Regisseur bewirbt daher seinen Film treffend mit: "No Actors, No Scripts, No Fake Emotions."

"Oray", ein Spielfilm, der auch in Köln entstanden ist, erzählt vom titelgebenden Muslim Oray (Zejhun Demirov), der hin- und hergerissen ist zwischen seiner Liebe zum Glauben und seinem Glauben an die Liebe. Im Streit mit seiner Ehefrau Burcu (Deniz Orta) spricht Oray die islamische Scheidungsformel "talaq" aus und muss sich in der Konsequenz von seiner Frau trennen. Selbst als Sohn strenggläubiger Eltern erzogen, lotet Regisseur Mehmet Akif Büyükatalay in seinem Abschlussfilm an der Kunsthochschule für Medien die Grenzen zwischen Selbstaufgabe und möglichen Abweichungen von den Gesetzen des Islam aus. Zejhun Demirov als Oray erhielt für seine darstellerische Leistung bereits den FIRST STEPS Award in der Kategorie Götz-George-Nachwuchspreis.

Der Spielfilm "Die Einzelteile der Liebe" von Regisseurin Miriam Bliese ist als Abschlussfilm an der dffb entstanden und pendelt zwischen Liebe, Trennung und Herzschmerz. Sophie (Birte Schnöink) und Georg (Ole Lagerpusch) haben sich einmal geliebt, jetzt sind sie getrennt. Fast der ganze Film spielt vor derselben Berliner Haustür. In den einzelnen Szenen entwirft "Die Einzelteile der Liebe" auf elliptische Weise das Portrait einer Familie, für die Patchwork Alltag ist – ein lakonischer Blick auf die ganz alltäglichen Unzumutbarkeiten der Liebe.

Der Kurzfilm "Off Season" von Henning Beckhoff ist die Zustandsbeschreibung eines Paares in der Nebensaison, kurz vor der Geburt ihres gemeinsamen Kindes. Gregor (Godehard Giese) überrascht seine Freundin Judith (Franziska Petri) mit einem Wellness-Urlaub auf Sizilien, aber Judith würde lieber arbeiten gehen, als am Strand liegen. Die Erwartungen ihres Freundes in Bezug auf das Baby und seine Vorfreude auf das Familienleben schaffen immer mehr Distanz zwischen den Beiden.

In dem Dokumentarfilm "Die Grube" erzählt die Regisseurin Hristiana Raykova von einem Mineralbecken in ihrer Heimatstadt Varna in Bulgarien. Dieses Warmwasserbecken liegt genau am Meer und wird von allen nur liebevoll "die Grube" genannt. Die Menschen sitzen im heißen Wasser, angelehnt am Beckenrand und philosophieren über ihr Leben. Hier treffen persönliche und politische Überzeugungen aufeinander und erzählen vom gesellschaftlichen Wandel und Stillstand am Rande Europas.

Als Gast der Perspektive Deutsches Kino ist der dokumentarische Interviewfilm "6Minuten66" von Katja und Julius Feldmeier eingeladen, in dem sich 15 Regisseure (Dietrich Brüggemann, Nikias Chryssos, Katrin Gebbe, Helene Hegemann, Sonja Heiss, Cüneyt Kaya, Laura Lackmann, Jakob Lass, Tom Lass, Burhan Qurbani, Axel Ranisch, Christian Schwochow, Mia Spengler, Thomas Stuber und Tini Tüllmann) mit der Frage "Stirbt der Ort Kino, stirbt das Kino als Kunstform und Sprache?" auseinander setzen. Diese Aussagen werden dann auch Anlass zur Diskussion in der Perspektive-Reihe "Reden über Film" in der Berlinale Lounge bieten.

Das gesamte Programm der Perspektive Deutsches Kino wird im Januar bekannt gegeben.


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