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Sandra Hüller
Sandra Hüller
© Christian Hüller

Berlinale 2019: Sandra Hüller und Trudie Styler in der Wettbewerbs-Jury

17 Filme konkurrieren um den Goldenen Bären

Bei der Berlinale 2019 wird erneut eine renommierte Internationale Jury über die Vergabe des Goldenen und der Silbernen Bären entscheiden. 17 Filme gehen im Wettbewerb ins Bärenrennen, die Preisträger werden am 16. Februar im Berlinale Palast verkündet.

Den Vorsitz der Internationalen Jury übernimmt die Schauspielerin Juliette Binoche. Die weiteren Jurymitglieder sind der Filmkritiker und Autor Justin Chang, die Schauspielerin Sandra Hüller, der Regisseur Sebastián Lelio, der Kurator Rajendra Roy und die Produzentin, Regisseurin und Schauspielerin Trudie Styler.

Juliette Binoche (Frankreich)
Jury-Präsidentin Juliette Binoche begeisterte Publikum und Kritiker in mehr als 70 Filmen und erhielt zahlreiche Preise und Nominierungen, unter anderem auf den Filmfestivals in Berlin, Venedig und Cannes. 1984 wurde sie in Jean-Luc Godard's "Je vous salue, Marie" (Maria und Joseph) als neues Talent entdeckt, bevor sie ein Jahr darauf in André Téchiné's Film "Rendez-vous" ihre erste Hauptrolle hatte. Ihren internationalen Durchbruch feierte sie 1988 mit Philip Kaufman's englischsprachiger Romanverfilmung "The Unbearable Lightness of Being" (Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins). Seither arbeitet sie auch international, sowohl in den USA als auch in vielen europäischen Produktionen.

Binoche's Zusammenarbeit mit Leos Carax, "Les amants du Pont-Neuf" (Die Liebenden von Pont-Neuf) von 1991, wurde im Forum der Berlinale 1992 gezeigt. 1993 erhielt sie in Venedig die Coppa Volpi für ihre Rolle in "Trois Couleurs: Bleu" (Drei Farben: Blau) von Krzysztof Kieślowski, für die sie zudem mit einem César ausgezeichnet wurde. Im selben Jahr wurde ihr die Berlinale Kamera verliehen. Den Silbernen Bären, den BAFTA und den Oscar gewann Juliette Binoche 1997 für ihre Rolle in "The English Patient" (Der englische Patient). In Lasse Hallström's romantischem Melodram "Chocolat", das 2001 im Wettbewerb der Berlinale lief, spielte sie an der Seite von Johnny Depp. Für die Hauptrolle in Abbas Kiarostami's "Copie conforme" (Die Liebesfälscher) wurde sie 2010 in Cannes als Beste Schauspielerin ausgezeichnet. 2015 war sie in Isabel Coixet's "Nadie quiere la noche" zu sehen, der die Berlinale eröffnete. Aktuelle Filme von Binoche sind "High Life" von Claire Denis und "Doubles vies" von Olivier Assayas.

Justin Chang (USA)
Justin Chang ist seit 2016 Filmkritiker der "Los Angeles Times" und rezensiert darüber hinaus Filme für die US-amerikanischen Radioprogramme Fresh Air und FilmWeek. Zuvor war er als Chef-Filmkritiker für das internationale Branchenmagazin "Variety" tätig. Chang veröffentlichte 2011 "FilmCraft: Editing", ein Interviewbuch mit 17 der weltweit renommiertesten Filmeditoren. Vor kurzem wurde Chang bei den Los Angeles Press Club's National Arts and Entertainment Journalism Awards als Filmkritiker des Jahres ausgezeichnet, bereits 2014 wurde er mit dem ersten Roger Ebert Award der African-American Film Critics Association geehrt. Chang, der sein Journalismusstudium an der University of Southern California abgeschlossen hat, ist Vorsitzender der National Society of Film Critics und Geschäftsführer der Los Angeles Film Critics Association. Er war bereits mehrfach Jurymitglied bei Filmfestivals, unter anderem in Busan, beim SXSW, in San Francisco und Jerusalem.

Sandra Hüller (Deutschland)
Nach ihrem Schauspielstudium an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch stand Sandra Hüller zunächst in Jena, Leipzig und Basel auf der Theaterbühne, bevor ihr 2006 mit "Requiem" von Hans-Christian Schmid auch im Kino der Durchbruch gelang. Für ihre Rolle gewann sie nicht nur den Silbernen Bären für die Beste Darstellerin bei der Berlinale, sondern auch den Deutschen sowie den Bayerischen Filmpreis. Zu den weiteren Filmen, die sie neben ihrer regelmäßig preisgekrönten Theaterarbeit drehte, gehören unter anderem "Madonnen" von Maria Speth aus dem Jahr 2007, Nanouk Leopold's "Brownian Movement" (Berlinale Forum 2011), der international vielfach ausgezeichnete "Über uns das All" von Jan Schomburg (Berlinale Panorama 2011), Frauke Finsterwalder's "Finsterworld" aus dem Jahr 2013 und "Amour Fou" von Jessica Hausner aus dem Jahr 2014. Für Maren Ade's "Toni Erdmann", der 2016 seine umjubelte Weltpremiere im Wettbewerb von Cannes feierte, wurde Hüller mit dem Europäischen, dem Deutschen und dem Bayerischen Filmpreis geehrt. Mit "In den Gängen" von Thomas Stuber war sie 2018 erneut im Berlinale-Wettbewerb vertreten und wurde abermals für den Deutschen Filmpreis nominiert.

Sebastián Lelio (Chile)
Der chilenische Regisseur Sebastián Lelio hatte 2005 mit "La Sagrada Familia" sein vielbeachtetes Spielfilmdebüt, das beim Filmfestival in San Sebastián Premiere feierte. Die beiden darauffolgenden Filme "Navidad" im Jahr 2009 und "El Año del Tigre" im Jahr 2011 bestätigten sein Talent. Seinen internationalen Durchbruch feierte er mit "Gloria", der 2013 im Wettbewerb der Berlinale lief und unter anderem den Silbernen Bären für Hauptdarstellerin Paulina García gewann. 2017 präsentierte Sebastián Lelio "Una mujer fantástica" (Eine fantastische Frau) im Berlinale-Wettbewerb und wurde mit einem Silbernen Bären für das Beste Drehbuch sowie dem TEDDY AWARD ausgezeichnet. Darüber hinaus gewann der Film unter anderem den Goya, den Independent Spirit Award und - als erster chilenischer Film - den Oscar für den Besten Fremdsprachigen Film. "Disobedience" mit Rachel Weisz und Rachel McAdams war 2017 Lelio's englischsprachiges Debüt, das ihm fünf Nominierungen bei den British Independent Film Awards einbrachte. Mit "Gloria Bell" schuf er 2018 das US-Remake seines "Gloria". Julianne Moore und John Turturro übernahmen die Hauptrollen.

Rajendra Roy (USA)
Seit 2007 ist Rajendra Roy leitender Filmkurator des Museum of Modern Art in New York und verwaltet in dieser Funktion nicht nur eine Sammlung von über 30 000 Werken, sondern war auch an Ausstellungen zu Pedro Almodóvar, Wim Wenders, Tim Burton oder Mike Nichols beteiligt. Als Mitherausgeber verantwortete er das Buch "The Berlin School: Films from the Berliner Schule". Er ist Co-Vorsitzender des Auswahlkomitees der Reihe New Directors/New Films der Film Society des Lincoln Centers. Zuvor war er Programmdirektor und Künstlerischer Leiter des Hamptons International Film Festivals sowie von 2004 bis 2008 einziges amerikanisches Mitglied im Auswahlkomitee für den Berlinale-Wettbewerb. Darüber hinaus war Roy, der an der University of California in San Diego Politikwissenschaften und Französische Literatur studierte, bereits Mitglied in verschiedenen Jurys, etwa in Sundance, beim SXSW, für die Academy of Motion Picture Arts and Sciences oder die Independent Spirit Awards.

Trudie Styler (Großbritannien)
Nach ihrer Ausbildung an der Bristol Old Vic Theatre School wurde Trudie Styler zunächst Hauptdarstellerin der Royal Shakespeare Company, daneben übernahm sie zahlreiche Rollen in TV- und Kinofilmen. Seit 1990 ist sie als Filmproduzentin tätig, ihre Dokumentation "Moving the Mountain" wurde 1995 bei der Berlinale mit dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet. Styler hat zahlreiche preisgekrönte Filme produziert, unter anderem 1998 Guy Ritchie's "Lock, Stock and Two Smoking Barrels" (Bube Dame König grAS), Dito Montiel's Sundance-Erfolg "A Guide to Recognizing Your Saints" aus dem Jahr 2006, Duncan Jones' "Moon" von 2009 sowie Richard Glatzer's und Wash Westmoreland's "Still Alice" im Jahr 2014. Ihr hochkarätig besetztes Spielfilm-Regiedebüt "Freak Show" feierte seine Weltpremiere 2017 bei der Berlinale in der Sektion Generation 14plus. 2019 werden zwei Filme ihrer Produktionsfirma Maven Pictures bei der Berlinale zu sehen sein: Guy Nattiv's "Skin" im Panorama und Andrew Ahns Driveways in Generation Kplus. Styler, die sich als UNICEF-Botschafterin und Gründerin des Rainforest Fund wohltätig engagiert, ist auch weiterhin als Film- und Theaterschauspielerin aktiv, zuletzt spielte sie 2018 in der Netflix-Serie "Maniac" von Cary Fukunaga.


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