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Berlinale World Cinema Fund
Berlinale World Cinema Fund
© Berlinale

Berlinale World Cinema Fund feiert 15. Geburtstag

Neue Filmförderungen

Der World Cinema Fund (WCF) der Berlinale blickt auf 15 Jahre erfolgreiche Fördertätigkeit zurück. In diesem Zeitraum wurden 232 Projekte gefördert. Die 2004 gegründete Initiative setzt sich für die Entwicklung des Weltkinos ein, will die Filmlandschaft Deutschlands bereichern und mit seinem Kooperationsmodell den internationalen Austausch befördern. Die Deutsche UNESCO-Kommission begrüßte die Gründung des World Cinema Fund als konkreten Beitrag zur Stärkung kultureller Vielfalt und hatte die Schirmherrschaft für die Aufbauphase übernommen.

WCF-Förderregionen sind Afrika, Lateinamerika, der Nahe und Mittlere Osten, Zentral- und Südostasien, der Kaukasus sowie die Länder Bangladesch, Mongolei, Nepal, Pakistan und Sri Lanka. Gefördert wird die Kooperation zwischen Produktionsfirmen aus den Förderregionen beziehungsweise -ländern und deutschen und europäischen Produktionsfirmen. Die Fördergelder müssen in den Förderregionen und -ländern ausgegeben werden, und der Regisseur des Films muss aus einer WCF-förderfähigen Region oder einem Land kommen.

"Im Rückblick war es eine goldrichtige Entscheidung, den World Cinema Fund zusammen mit der Berlinale zu gründen. Dass diese international gelobte Initiative ganz neue Maßstäbe in der außereuropäischen Filmförderung setzen würde, war nicht abzusehen. Wir hatten Mut, der belohnt worden ist. Die vielen Einladungen der vom WCF geförderten Filmemacher zu internationalen Filmfestivals sind ein überwältigender Qualitätsbeweis. Mit dem WCF haben wir ein Erfolgsmodell für die globale Zusammenarbeit unter Filmschaffenden, Produzenten und Verleihern geschaffen, von der auch die deutsche Kinolandschaft profitiert", bilanziert Hortensia Völckers, die künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes, mit der die Berlinale den WCF gemeinsam ins Leben gerufen hatte.

Mariette Rissenbeek, Geschäftsführerin der Berlinale ergänzt: "Die Berlinale begreift sich als Filmfestival, das aktiv Kooperationen und Netzwerke in der internationalen Filmbranche unterstützen will. Der WCF hat mit seinem innovativen Fördermodell in den vergangenen 15 Jahren großartige Filme gefördert und zugleich wirtschaftliche Perspektiven für die Filmemacher einiger Regionen eröffnet."

Alle bisher produzierten WCF-Filme liefen im Kino oder in den Programmen renommierter internationaler Filmfestivals und belegen den weltweiten Erfolg der Initiative. Darüber hinaus hat der WCF den Kinostart von weiteren Filmen aus der Förderregionen, die mit besonderer künstlerischer Handschrift und starken Geschichten überzeugen, gefördert. WCF-Filme sind auch Ergebnis einer Förderung, die für die Demokratisierung der internationalen Koproduktionsverhältnisse agiert und sich als europäische Förderinitiative dem postkolonialen Erbe bewusst ist.

Vincenzo Bugno, Leiter des World Cinema Fund: "Die Anzahl der Projekteinreichungen hat sich im Lauf der letzten Jahre mehr als verdoppelt. Zunehmend erreicht der WCF einzigartige Filmemacher, die an der Verwirklichung von künstlerisch und inhaltlich brisanten Projekten arbeiten, und die kulturelle Komplexität der Welt sichtbar machen. Dafür finden sie stets erstaunliche Filmsprachen. Nach 15 Jahren freuen wir uns sehr, dass alle bisher geförderten Projekte realisiert wurden und erfolgreich sind."

Der WCF hat sich seit 2004 weiterentwickelt und neben der klassischen WCF-Förderung zwei weitere Sonderprogramme etabliert: 2015 erweiterte der WCF zusammen mit dem Creative Europe MEDIA Programm der Europäischen Union seine Förderung um das Sonderprogramm WCF Europe, das zusätzlich Co-Produktionen zwischen europäischen Produzenten und Regisseuren und Produzenten aus den WCF-Regionen und -Ländern fördert.

2016 konnte dank einer zusätzlichen Förderung des Auswärtigen Amtes WCF Africa ins Leben gerufen werden. Damit qualifizieren sich eingereichte Projekte aus Subsahara-Afrika automatisch auch für die Förderung von WCF Africa.

Erste internationale Erfolge konnte der WCF bereits mit den Entscheidungen der ersten Jury-Sitzung 2005 erzielen: "Paradise Now" von Hany Abu-Assad gewann zahlreiche internationale Preise, darunter den Golden Globe und wurde für den Auslands-Oscar nominiert.

Weitere Erfolge des WCF sind zum Beispiel "Uncle Boonmee" des thailändischen Regisseurs Apichatpong Weerasethakul, der 2010 mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde. Außerdem der Preisträger des Goldenen Bären 2009, der peruanische "La Teta Asustada" von Claudia Llosa, der israelische Film "Ajami" von Scandar Copti und Yaron Shani, der eine Nominierung für den Auslands-Oscar erhielt, der mexikanische "Stellet Licht" von Carlos Reygadas, der 2007 mit dem Jury-Preis in Cannes ausgezeichnet wurde, "Félicité" des senegalesischen Regisseurs Alain Gomis, der 2017 bei der Berlinale den Silbernen Bär Großer Preis der Jury gewonnen hat, der kenianische Film "Rafiki" von Wanuri Kahiu, der 2018 weltweit auf Begeisterung stieß, und "Las herederas" des paraguayischen Regisseurs Marcelo Martinessi, der 2018 mit zwei Silbernen Bären ausgezeichnet wurde.

Zu den jüngsten Erfolgen gehören der sudanesische "Talking About Trees" von Suhaib Gasmelbari, der 2019 den Dokumentarfilm-Preis und dem Panorama Publikums-Preis der Berlinale erhalten hat, sowie der sudanesische "You Will Die at Twenty" von Amjad Abu Alala, der 2019 als Bester Debütfilm beim Filmfestival in Venedig ausgezeichnet worden ist.

Die WCF-Jury tagt zweimal jährlich. In der jüngsten Jurysitzung im November 2019 wurden fünf Filmprojekte aus Brasilien, Nicaragua, Vietnam, Argentinien und Indonesien für Produktionsförderung ausgewählt. Im zusätzlichen Förderprogramm WCF Europe gingen drei Empfehlungen im Bereich Produktion an Projekte aus Kuba und den Philippinen. Für das Sonderprogramm WCF Africa wurden zwei Projekte zur Förderung empfohlen, eines aus Niger und eines aus Tansania.

Eine Empfehlung wurde für Verleihförderung ausgesprochen. Der türkische Film "Kız Kardeşler" ("Eine Geschichte von drei Schwestern") von Emin Alper erhält die Förderung für den Kinostart des Filmes in Deutschland.


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