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Kamera-Talent Nadja Krüger beim Dreh von Amygdala
Kamera-Talent Nadja Krüger beim Dreh von Amygdala
© Schuldenberg Films

Berlinale Talents: Kollektiv kreativ

255 Talente aus 86 Ländern bei Berlinale Talents

Jeder für sich ein Highlight - und im Kollektiv unschlagbar. 255 Filmschaffende aus 86 Ländern, davon 126 Frauen, 123 Männer und sechs Personen, die keine Zuordnung zu weiblich oder männlich vorgenommen haben, sind vom 22. bis 27. Februar auf der Berlinale eingeladen, im Austausch über das Gemeinsame neue Bande zu knüpfen. Zur Gruppe gehören unter anderem international aufstrebende Talente wie zum Beispiel Sherwan Haji, der syrisch-finnische Hauptdarsteller aus Aki Kaurismäki's "Die andere Seite der Hoffnung", und über 40 weitere Kreative, die in den Vorjahren bereits im Berlinale-Programm vertreten waren, darunter viele mit Preisträgerfilmen wie "Ixcanul", "God Exists, Her Name is Petrunya" oder "Systemsprenger".

Carlo Chatrian, der Künstlerische Leiter der Berlinale, und Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek begrüßen die ausgewählten Talente: "Bei der Berlinale liegen uns nicht nur die Filme am Herzen, sondern auch die kollektiven Kreativprozesse, die sie hervorbringen. Berlinale Talents ist der Ort, an dem wir diese beständige Verbundenheit mit den Filmschaffenden vor und hinter der Kamera zum Ausdruck bringen und intensivieren."

Einmal mehr stehen bei der 18. Ausgabe von Berlinale Talents die nachhaltige Förderung und der Austausch zwischen den Gewerken aus Film, Serien sowie auch Theater, Kunst und Branche im Zentrum. Die daraus erwachsene Talents-Community mit nunmehr rund 8500 Alumni ist der aktive Beitrag der Berlinale für eine diverse und fachlich hoch qualifizierte Filmszene.

Die 255 Talente aus den Bereichen Regie (113), Produktion (50), Schauspiel (15), Drehbuch (2), Kamera (16), Montage (14), Setdesign (12), Weltvertrieb und Verleih (9), Filmkomposition (7) und Sounddesign (9) sowie Filmkritik (8) bringen rund 40 Filmprojekte in Entwicklung in die Labs und Präsentationen ein. Doch auch ihr Engagement zum Beispiel als Gründer des "Brazilian Collective of Female Cinematographers", der Experimental Film Society in Teheran und anderer Initiativen zum gesellschaftlichen Wandel macht das Jahresthema "Collectives" lebendig.

Der im Kosovo geborene und in der Schweiz lebende Regisseur Fisnik Maxhuni äußert dazu den Gedanken, ob es analog zu "New Hollywood" auch ein "New European Cinema" mit einer eigenen Bildsprache geben könnte, die auf den vielen Gemeinsamkeiten und nicht auf den Differenzen beruht. Der peruanische Editor Alex Cruz ist Teil der Produktionsfirma HDPERU, die sich für den Schutz der Menschenrechte indigener Gruppen sowie Umweltschutz stark macht. Und die Regisseurin Maria Ibrahimova gründete das Projekt "Women in Motion", das Frauen in Aserbaidschan bei den ersten Schritten ihrer Filmkarrieren unterstützt. Auch jenseits des reinen Filmbetriebs ist der Wille vieler Talente spürbar, Dinge zu verändern: So setzt sich beispielsweise die Kamerafrau Nadja Krüger mit der künstlerisch-politischen Initiative "Lause10" aktiv gegen Gentrifizierung in Berlin ein.


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