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The Eddy - Amandla Stenberg und Andre Holland
The Eddy - Amandla Stenberg und Andre Holland
© Lou Faulon

Berlinale Series 2020: Serien von Cate Blanchett und Damien Chazelle

Originäre Geschichten, kompromisslos erzählt

Sichtbarkeit wagen, Deutungshoheiten bewahren, Sexualität neu denken und dabei die unverkennbare, kompromisslose Handschrift weiterentwickeln - mit acht Serienpremieren aus Australien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Kanada, Österreich, den USA und dem Vereinigten Königreich präsentiert Berlinale Series herausragende Entwicklungen im seriellen Erzählen.

Eine enorme Vielfalt an Themen und Erzählformen kann man dabei erleben - ebenso wie die überfällige Repräsentation verschiedener gesellschaftlicher Gruppen, sexueller Identitäten und neuer Perspektiven auf die Weltgemeinschaft.

Etablierte Regisseure und Autoren legen die Möglichkeiten des seriellen Erzählens für sich frei und sehr persönlich aus. Die neuen Projekte von Marvin Kren ("Freud"), Athina Rachel Tsangari ("Trigonometry"), Warwick Thornton und Wayne Blair ("Mystery Road 2"), François Létourneau und Jean-François Rivard ("C'est comme ca que je t'aime") und nicht zuletzt Damien Chazelle mit der Abschlussserie "The Eddy" überzeugen durch klare und innovative künstlerische Entscheidungen. Dass dabei auch auf makaberen Humor und stilsicher eingesetzte Ironie vertraut wird, ist ein ebenso mutiges Zeichen wie der fast schon überraschend erwachsene Umgang mit - vor allem - weiblicher Sexualität, wie ihn etwa Amalie Næsby Fick in "Sex" zeigt.

Eine vernetzte Welt zeigt sich nicht nur in der weiter dynamisch wachsenden Zahl an Serienanbietern, Projekten und Co-Produktionen, ihre Konsequenzen schlagen sich auch thematisch nieder. Es geht um Verbindungen, Abhängigkeiten und die Erkenntnis, dass nicht nur der Wunsch nach Zugehörigkeit, Akzeptanz und Liebe universell ist, sondern auch die Auswirkungen persönlicher Schicksalsschläge, humanitärer Katastrophen und politischer Entwicklungen. Eines dieser Herzensprojekte mit Haltung kommt von Cate Blanchett mit "Stateless", an dem sie als Co-Creator, Executive Producer und Schauspielerin beteiligt ist, ein weiteres von Jason Segel als Creator, Executive Producer und Schauspieler von "Dispatches from Elsewhere".

Der Vielfalt des Programms entsprechend variieren auch die Präsentationsformen: Die Eröffnungsserie "Freud" wird mit drei 55-minütigen Folgen vorgestellt. Athina Rachel Tsangari präsentiert "Trigonometry" als fünfteilige Miniserie. Die erste Short-Form-Serie "Sex" wird vollständig gezeigt.

Berlinale Series ist eine Einladung zu gemeinschaftsstiftenden Serienerlebnissen. Die konzentrierte Programmauswahl will vom Fachpublikum und Berliner Zuschauern entdeckt, befragt und diskutiert werden und bietet dafür vielschichtige Perspektiven vom 24. bis 27. Februar im Zoo Palast.


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