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Berlinale Co-Pro Series 2020
Berlinale Co-Pro Series 2020
© Berlinale / State-Agentur für Design

Nachhaltigkeit auf der Berlinale 2020

Festival rollt wieder den Grünen Teppich aus

Zur 70. Berlinale bekennen sich die Internationalen Filmfestspiele Berlin erneut zur Agenda 2030 und damit zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung / Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen. Dies wird unter anderem über eine öffentliche Präsentation für Publikum und Fachbesucher anschaulich kommuniziert.

Das Festival arbeitet bereits seit Jahren daran, in verschiedenen Bereichen schrittweise mehr und mehr nachhaltige Projekte umzusetzen. Dank der Unterstützung von "Engagement Global" mit ihrem Projekt #17Ziele wird es während der 70. Berlinale in den Potsdamer Platz-Arkaden eine Präsentation zu den SDGs sowie zahlreiche Veranstaltungen mit weiteren Partnern im Berlinale Social Bus in der Alten Potsdamer Straße geben.

Zusätzlich finden wieder öffentliche und Fachbesucher-Veranstaltungen zum Themenkomplex Nachhaltigkeit bei den Festivalsektionen, Initiativen und dem European Film Market (EFM) statt.

Somit intensiviert das Festival seinen Einsatz für mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz, womit es bereits 2010 begonnen hat. "Die Berlinale sieht Kultur und Filmindustrie als wichtige Akteure, um die SDGs zu erreichen, daher sehen wir uns in der Verantwortung, als Festival auch nachhaltiger zu agieren”, sagt Berlinale-Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek.

Die SDGs für Nachhaltigkeit umfassen gleichermaßen ökologische, ökonomische und soziale Themen. Bei der Präsentation in den Potsdamer Platz Arkaden liegt der Fokus auf vier der insgesamt 17 Nachhaltigkeitsziele. Diese vier SDGs sind eng mit dem Selbstverständnis der Berlinale verbunden und in verschiedenen Bereichen der Internationalen Filmfestspiele wiederzufinden.

Die vielfältigen und internationalen Filme der Berlinale haben das Potential, Diskussionen anzuregen sowie neue Sicht- und Denkweisen anzustoßen. Mit den Grundgedanken "Ermöglichen und Befähigen" fördert Berlinale Talents Filmemacher aus der ganzen Welt. Die Talents Footprints Initiative unterstützt die Filmschaffenden dabei, gesellschaftliche Projekte zu realisieren, die nachhaltig und sozial wirken. Die Sektion Generation setzt seit ihrer Gründung 1978 nicht nur auf anspruchsvolle Filme für Kinder und Jugendliche, sondern auch auf Filmbildung in den Schulen.

Die Berlinale setzt sich seit vielen Jahren engagiert für Geschlechtergerechtigkeit und Diversität ein. Dazu gehört die Förderung durch den queeren Filmpreis Teddy Award. Das Panorama ist seit den achtziger Jahren mit schwul-lesbischen, transgender und feministischen Filmen ein Vorreiter in der Festivallandschaft. Beim aktuellen Filmprogramm setzt die Berlinale durch eine detaillierte Auswertung auf Transparenz der Geschlechterverteilung. Mit der Diversität & Inklusion-Initiative trägt der EFM seit 2018 zur Beförderung von Veränderungen in der Branche bei. Seit 2018 unterstützen die Filmfestspiele zudem die Veranstaltungen von ProQuote Film und Women in Film and Television Germany (WIFT).

Als Impulsgeberin in der Filmbranche setzt sich die Berlinale für nachhaltige Filmproduktionen ein und organisiert regelmäßig Diskussionsrunden und Workshops zu dem Thema. Der World Cinema Fund engagiert sich seit 2004 für kulturelle Vielfalt und für die Entwicklung und Förderung von Kino in Regionen mit schwacher Film-Infrakstruktur. Berlinale Talents führt zudem an sieben Talents-Standorten weltweit Trainingsmaßnahmen mit Partnern durch. Der European Film Market hat 2020 ein Manifest verabschiedet, das eine nachhaltige Veranstaltungsorganisation des Branchentreffs der Filmindustrie in den Mittelpunkt stellt.

Um einen bewussten Konsum zu fördern, gilt das Motto: "Bring your own cup!" So wurden in den vergangenen zwei Jahren durch den Verzicht auf Einwegbecher hunderte Kilo Müll eingespart. Ein Gegenentwurf zum Wegwerftrend ist auch der rote Teppich der Berlinale: Er besteht aus recycelten Fischernetzen und weiteren Kunststoffabfällen und kann über mehrere Jahre verwendet werden. Weiterhin ist das Catering-Angebot der Berlinale fast ausschließlich vegetarisch. Damit wird der ökologische Fußabdruck des Festivals reduziert.

Die Internationalen Filmfestspiele Berlin wurden und werden auf ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit seit Jahren vom Auswärtigen Amt, den Goethe-Instituten, der Deutschen UNESCO Kommission und der BKM unterstützt.

Ökologische Nachhaltigkeitsaktivitäten der Berlinale seit 2010:


2010 ließ die Berlinale ihren CO2–Fußabdruck durch das Öko-Institut e.V. ermitteln. Ermöglicht wurde dies dank der Unterstützung des damaligen Partners Entega. Seit 2010 richten die Prinzessinnengärten das Foyer des Arsenal Kinos mit Hochbeeten ein und machen somit auf ihre Arbeit als eine soziale und ökologische urbane Landwirtschaft am Moritzplatz in Berlin-Kreuzberg aufmerksam. Seit 2013 trägt die Berlinale für den ganzjährigen Bürobetrieb das EMAS-Umweltmanagement-Gütesiegel der Europäischen Union und setzt sich unter anderem für eine Reduktion der CO2-Emission durch Nutzung von hundertprozentig grünem Strom an allen Standorten ein.

Seit 2015 existiert bei der Berlinale die Klima AG. Ziele sind die Reduktion klimaschädlicher Emissionen und die bessere interne und perspektivisch externe Kommunikation klimarelevanter Themen. Um Abfallmengen zu reduzieren, verzichtet das Festival seit 2017 auf die Bereitstellung von Einwegbechern an seinen Getränkeausgabestellen. Auch bei der 70. Berlinale sind die Fachbesucher aufgerufen, ihre eigenen Becher mitzubringen. 2019 wurden die roten Teppiche am Berlinale Palast, Zoo Palast, Friedrichstadt-Palast und im Berlinale-Pressezentrum erstmals aus nachhaltig gewonnenem Kunststoff hergestellt. Das verwendete Garn wird zu 100 Prozent aus alten Fischernetzen und anderem Nylon-Abfall gewonnen und nach Gebrauch erneut recycelt.

2020 werden die "grünen" Teppiche wieder ausgerollt. Zum 70. Jubiläum hat die Berlinale einen Filmwettbewerb für Schüler zu den Themen "Abfallvermeidung" und "Stadtsauberkeit" unterstützt, der von der BSR (Berliner Stadtreinigung) initiiert wurde. 2020 hat der EFM ein Nachhaltigkeitsmanifest verfasst und setzt sich somit zum Ziel, unnötigen Abfällen entgegen zu wirken, sorgsam mit Energie und Ressourcen umzugehen und Strategien zur Schonung, Wiederverwendung und Weiterverwertung von Ressourcen zu entwickeln.

Zum Thema Nachhaltigkeit wird es auch bei der Berlinale 2020 wieder zahlreiche Veranstaltungen bei Berlinale Talents, dem World Cinema Fund, dem EFM sowie den Festivalsektionen geben. Das Programm dazu wird ab dem 11. Februar 2020 verfügbar sein.


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