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Berlinale 2020 Wettbewerbsjurymitglieder
Berlinale 2020 Wettbewerbsjurymitglieder
© Berlinale

Berlinale 2020 gibt Jury-Mitglieder bekannt

Bérénice Bejó und Kenneth Lonergan dabei

Bei der Berlinale 2020 wird erneut eine renommierte Internationale Jury über die Vergabe des Goldenen und der Silbernen Bären entscheiden. Gestern hat die Festivalleitung die Mitglieder bekannt gegeben.

Den Vorsitz der Internationalen Jury übernimmt der Schauspieler Jeremy Irons. Die weiteren Jurymitglieder sind die französische Schauspielerin Bérénice Bejo, die deutsche Produzentin Bettina Brokemper, die palästinensische Regisseurin Annemarie Jacir, der amerikanische Drehbuchautor und Regisseur Kenneth Lonergan, der italienische Schauspieler Luca Marinelli und der brasilianische Filmkritiker und Regisseur Kleber Mendonça Filho.

Bérénice Bejo
Die in Argentinien geborene Bérénice Bejo zog im Alter von drei Jahren nach Frankreich. Ihre Schauspielkarriere begann im Jahr 2000 mit ihrer Rolle in "Meilleur espoir féminin" von Gérard Jugnot. Ihren internationalen Durchbruch feierte sie 2011 als Hauptdarstellerin des Oscar-Gewinners "The Artist" unter der Regie von Michel Hazanavicius. Für diese Rolle wurde sie mit dem César als Beste Darstellerin ausgezeichnet und erhielt weltweite Anerkennung und Auszeichnungen, darunter eine Nominierung für einen BAFTA als Beste Darstellerin und eine Nominierung als Beste Nebendarstellerin bei den Golden Globes und Oscars. Bejo ist auch für ihre Arbeit in "Le passé" von Asghar Farhadi aus dem Jahr 2013 bekannt, für die sie die Goldene Palme als Beste Schauspielerin gewann. Ihre Filmographie beinhaltet darüber hinaus "The Childhood of a Leader" von Brady Corbet aus dem Jahr 2015, "Éternité" von Trần Anh Hùng, "L’économie du couple" ("Die Ökonomie der Liebe") von Joachim Lafosse aus dem Jahr 2016 und "Fai bei sogni" von Marco Bellocchio, ebenfalls aus dem Jahr 2016. Derzeit arbeitet sie an "Un drago a forma di nuvola" von Sergio Castellitto und "Shake Your Cares Away" von Tom Shoval.

Bettina Brokemper
Nach dem Studium von Produktion und Medienwirtschaft an der HFF in München, sowie einem längeren Aufenthalt in Los Angeles, ließ sich Bettina Brokemper 2001 als Produzentin in Köln nieder, wo sie zwei Jahre später gemeinsam mit Helmut Hartl und Stefan Telegdy ihre eigene Firma Heimatfilm gründete. Zu ihren Produktionen gehören unter anderem der Berlinale-Gewinner "Bal" von Semih Kaplanoğlu aus dem Jahr 2010, Margarethe von Trotta's "Hannah Arendt" aus dem Jahr 2012, "Wild" von Nicolette Krebitz aus dem Jahr 2015 oder Jan Bonny's "Wintermärchen" aus dem Jahr 2018, der seine Premiere in Locarno feierte. Als Geschäftsführerin der Zentropa Köln war Brokemper, die immer wieder an verschiedenen Filmhochschulen unterrichtet und 2008 mit dem Prix Eurimages ausgezeichnet wurde, darüber hinaus an sämtliche Filmen Lars von Triers seit "Dogville" im Jahr 2003 als Co-Produzentin beteiligt. Zudem hat sie mit Regisseuren wie Eran Riklis, Christoph Hochhäusler, Małgorzata Szumowska oder Rupert Everett zusammengearbeitet.

Annemarie Jacir
Gleich mit ihrem ersten Spielfilm "Milh Hadha al-Bahr" ("Das Salz des Meeres") wurde Annemarie Jacir 2008 in das offizielle Programm des Filmfestivals von Cannes eingeladen. Ihr Kurzfilm "Ka'inana Ashrun Mustaheel" 2003 war fünf Jahre zuvor ebenfalls dort gezeigt worden und damit der erste arabische Kurzfilm, der jemals in Cannes ausgewählt wurde. Ihr zweiter Spielfilm "Lamma shoftak" feierte 2013 beim Berlinale Forum Premiere und gewann den NETPAC Award für den besten asiatischen Film. Wajib nahm 2017 am Wettbewerb des Locarno Festivals teil. Alle drei Filme gingen als palästinensische Beiträge ins Oscar-Rennen. Mit der Absicht, Menschen vor Ort zu unterrichten und anzustellen, gründete Jacir Philistine Films und arbeitet seitdem regelmäßig mit anderen Filmemachern als Cutterin, Drehbuchautorin und Produzentin zusammen. Im Jahr 2018 wurde die Regisseurin in die Academy of Motion Picture Arts and Sciences eingeladen und in Cannes in die Jury der Reihe Un Certain Regard berufen. Jacir hat kürzlich das Dar Yusuf Nasri Jacir for Art and Research mitbegründet, ein von Künstlern betriebener Raum in ihrer Heimatstadt Bethlehem.

Kenneth Lonergan
Kenneth Lonergan ist ein US-amerikanischer Drehbuchautor und Filmemacher, der vor allem für seine Arbeit als Autor und Regisseur von "Manchester by the Sea" im Jahr 2016 bekannt ist, wofür er über 200 internationale Nominierungen und Auszeichnungen erhielt, darunter einen Oscar und den BAFTA für das Beste Drehbuch 2016. Seine weiteren Filme sind "Margaret" aus dem Jahr 2011 und "You Can Count on Me" aus dem Jahr 2000, der mit dem Golden Globe und einer Oscar-Nominierung für das Beste Drehbuch ausgezeichnet wurde. Er ist der Co-Autor von "Gangs of New York" aus dem Jahr 2002, der mit mehreren Preisen und Nominierungen, darunter einer Oscar-Nominierung für das Beste Drehbuch, internationale Anerkennung erhielt. Lonergan's Arbeit für das Theater ist am Broadway, Off-Broadway und international zu sehen. Seine Stücke "This Is Our Youth", "Lobby Hero" und "The Waverly Gallery" waren alle zwischen 2016 und 2019 am Broadway zu sehen und wurden jeweils für den Tony Award für die beste Wiederaufnahme eines Stücks nominiert. Sein Stück "The Starry Messenger" wurde 2019 im West End in London produziert. Für das Fernsehen arbeitete er unter anderem an dem Teleplay für die BBC-Miniserien-Verfilmung von E.M. Forster's "Wiedersehen in Howards End" im Jahr 2017.

Luca Marinelli
Nach dem Studium an der renommierten Accademia Nazionale d’Arte Drammatica Silvio D’Amico in Rom und dem ersten Theater-Engagement mit Carlo Cecchi spielte Luca Marinelli erstmals eine Kino-Hauptrolle in Saverio Costanzo's "La solitudine dei numeri primi", der 2010 beim Filmfestival in Venedig Premiere feierte. Für "Tutti i Santi Giorni" von Paolo Virzi wurde er 2013 für die wichtigsten italienischen Filmpreise nominiert; zuvor war er im selben Jahr auf der Berlinale als European Shooting Star geehrt worden. Zu Marinelli's weiteren Filmerfolgen gehören Claudio Caligari's "Non essere cattivo", der 2016 Italien bei den Oscars repräsentierte, "Lo chiamavano Jeeg Robot" von Gabriele Mainetti, wofür er 2016 den David di Donatello-Preis als Bester Nebendarsteller bekam, und "Una questione privata" von Paolo und Vittorio Taviani, der 2017 seine Premiere beim Toronto International Film Festival feierte. Zuletzt brillierte Marinelli unter der Regie von Pietro Marcello in "Martin Eden", für den er 2019 beim Fimfestival in Venedig als Bester Darsteller ausgezeichnet wurde.

Kleber Mendonça Filho
Während er bereits hauptberuflich für verschiedene Medien als Filmkritiker und Journalist tätig war, begann Kleber Mendonça Filho in den Neunzigern damit, eigene Kurzfilme zu drehen. Für seine erste abendfüllende Dokumentation "Crítico" ließ der in Recife geborene Brasilianer mehr als 70 Regisseure und Filmkritiker zu Wort kommen. "O Som ao Redor", Mendonça's Spielfilmdebüt, feierte 2012 seine Weltpremiere beim Filmfestival in Rotterdam und ging als Brasiliens Beitrag ins Oscar-Rennen. Insgesamt wurde der Film auf mehr als 100 Festivals gezeigt und "The New York Times" zeichnete ihn als einen der zehn besten Filme des Jahres aus. Vier Jahre später wurde "Aquarius" in den Wettbewerb von Cannes eingeladen, in über 100 Länder verkauft und unter anderem für den César und den Independent Spirit Award nominiert. 2019 lief sein jüngstes Werk "Bacurau", den er gemeinsam mit Juliano Dornelles inszenierte, im Wettbewerb von Cannes, wo er mit dem Preis der Jury ausgezeichnet wurde. Kleber ist außerdem als künstlerischer Leiter des Janela Internacional de Cinema do Recife tätig.

18 Filme gehen im Wettbewerb ins Bärenrennen, die Preisträger werden am 29. Februar im Berlinale Palast verkündet werden.


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