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FFA: Überleben der Kinos steht auf dem Spiel!

Kritik an "Flickenteppich" der Corona-Beschränkungen

Der Verwaltungsrat der Filmförderungsanstalt (FFA) äußert sein Unverständnis über den "Flickenteppich" der bundesweiten Corona-Vorschriften für die Kinos und warnt vor irreperablen Schäden für die Branche. Verschiedene Studien hätten gezeigt, dass unter den praktizierten Hygieneregelungen die Kinos zu den Orten mit dem geringsten Infektionsrisiko gehören; kein Covid-19-Fall sei bisher auf einen Kinobesuch zurückzuführen. Trotzdem bestehe bundesweit ein Flickenteppich strenger und strengster Beschränkungen, der potentielle Besucherinnen und Besucher zutiefst verunsichere und den Kinobetrieben einen auch nur kostendeckenden Betrieb unmöglich mache.

Der Verwaltungsrat hat bei seiner turnusmäßigen Sitzung, die als Videokonferenz stattfand, gestern beschlossen, an Länder, Städte und Gemeinden zu appellieren, möglichst bundesweit einheitliche Maßnahmen zu ergreifen und deren Angemessenheit – auch im Vergleich mit Regelungen in anderen Branchen – zu bedenken und gegebenenfalls zu verbessern.

"Es ist nicht nachvollziehbar, dass in manchen Städten der Verzehr von Snacks und Getränken in Kinos verboten ist, während mit ähnlichen Abstandregeln in Restaurants selbstverständlich gegessen und getrunken werden darf", erklärt der FFA-Präsident und ehemalige Kulturstaatsminister Bernd Neumann, "dabei sind die Erlöse aus dem Concessionsverkauf für die Kinos ebenso wichtig wie die der eigentlichen Kinotickets."

Neumann weiter: "Einheitliche und angemessene Regelungen sind für das Überleben der Kinos als Kulturorte, Wirtschaftsfaktor und nicht zuletzt als Schlüsselposition der deutschen Filmindustrie ebenso wichtig wie die finanziellen Corona-bedingten Hilfen von Bund, Ländern und FFA. Wenn das nicht gelingt, werden wir im kommenden Jahr eine bedeutende Zahl von Kinos für immer geschlossen sehen."

Der Verwaltungsrat ist das wichtigste Gremium der Filmförderungsanstalt und besteht aus 36 Mitgliedern aus der deutschen Filmwirtschaft, öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehveranstaltern, Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat sowie gesellschaftlich relevanten Gruppen.


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