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Eldridge Cleaver in Eldridge Cleaver, Black Panther,...lebt.
Eldridge Cleaver in Eldridge Cleaver, Black Panther, Angela Davis in Angela Portrait of A Revolutionary und Beryt Bohlen, Bernd Feuerhelm in Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt.
© Ruben/Benston Film Collection Walker Art Center / Laika-Verlag / PRO-FUN MEDIA

Berlinale Spotlight: 50 Jahre Forum in New York

Online-Panel mit Rosa von Praunheim

Die Berlinale ist seit vielen Jahren mit speziell kuratierten Programmen weltweit präsent. Das Berlinale Spotlight erweitert den Festivalzeitraum und macht die Aktivitäten des Festivals über das Jahr sichtbar.

Im Dezember geht die Reise nach New York, wo das German Film Office, eine Initiative von German Films und dem Goethe-Institut New York, und das Arsenal – Institut für Film und Videokunst eine Auswahl aus dem diesjährigen Jubiläumsprogramm des Berlinale Forums präsentieren.

Das Berlinale Forum verschreibt sich einem Kino, das in Form und Inhalt neue, radikale Wege geht. Im Februar 2020 feierte es seinen 50. Geburtstag, indem es den ersten Festivaljahrgang 1971 wiederaufführte. Nach dem Auftakt während der 70. Berlinale machte das Jubiläumsprogramm Station in Hongkong, Lissabon und Brüssel.

Im Januar 2021 wird es im Rahmen einer Kooperation mit dem Festival "Janela Internacional de Cinema" ins brasilianische Recife reisen. Unmittelbar bevor steht eine Station in New York: Sechs gemeinsam mit dem Museum of Modern Art (MoMA) zusammen gestellte Filmprogramme sind unter dem Titel "Comes the Revolution: The Berlinale Forum at 50" vom 14. bis zum 20. Dezember digital auf der Website des Goethe-Instituts zu sehen; eine Online-Panel-Diskussion mit Josh Siegel, Filmkurator am MoMA, dem Regisseur Rosa von Praunheim und Cristina Nord, der Leiterin des Berlinale Forums, findet am 18. Dezember statt.

Gezeigt werden Arbeiten aus den Jahren 1969 bis 1971 von Regisseuren wie Chris Marker, Med Hondo, Sarah Maldoror, Rosa von Praunheim und Helke Sander. Sie erforschen die tektonischen Verschiebungen der späten sechziger Jahre – auf den Straßen wie an den Universitäten, in Fabriken und Schlafzimmern. Künstlerische Experimentierfreude trifft dabei auf politische Militanz, Agitprop auf avantgardistische Formsprachen. Die Filmschaffenden versuchen sich an kollektiven Produktionsprozessen, und die Sujets reichen von der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung über die zweite Frauenbewegung und antikoloniale Kämpfe bis hin zu neuen Organisationsformen von Arbeit.

Diese Filme ein halbes Jahrhundert später anzuschauen, bedeutet zu fragen, was sie erreicht haben und wo sie in die Irre gegangen sind. Ihre Dringlichkeit haben sie nicht verloren. Die Black-Lives-Matter-Proteste dieses Frühjahrs zum Beispiel haben gezeigt, wie wenig überwunden die Missstände der späten Sechziger sind. "Comes the Revolution: The Berlinale Forum at 50" liefert so en passant auch Inspirationen und Strategien für die Auseinandersetzungen der Gegenwart.


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