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Sommerflirren
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Jury der Berlinale Generation 2021 vergibt Preise für Kplus und 14plus

Chinesischer "Sommerflirren" siegt

Aus einer Auswahl von insgesamt 15 Langfilmen und pandemiebedingt mit einer Jury für beide Wettbewerbe, haben die Mitglieder der Internationalen Jury von Generation – die deutsche Schauspielerin Jella Haase, der niederländische Regisseur Mees Peijnenburg und die deutsche Regisseurin und Drehbuchautorin Melanie Waelde - die Gewinner in den Wettbewerben Kplus und 14plus verkündet.

"Begeistert und beeindruckt durften wir so viele unterschiedliche Teile der Welt entdecken und wurden dabei in liebevolle, aufregende und spannende Realitäten und Heimaten eingeladen. Die Filme haben uns tief berührt. Wir sind dankbar für diesen vielschichtigen Spiegel der Gesellschaft, den uns die mutigen Filmemacher vor Augen führen, und uns so an ihren außergewöhnlichen Visionen teilhaben lassen", so die drei Juroren.

Der Große Preis der Internationalen Jury für den Besten Film im Wettbewerb Generation Kplus im Wert von 7500 Euro, gestiftet vom Deutschen Kinderhilfswerk, geht an den chinesischen Spielfilm "Han Nan Xia Ri" (Sommerflirren) von Han Shuai. In der Jury-Begründung heißt es: "Der Film überzeugt durch seine starke visuelle Sprache und das hervorragende Zusammenspiel aller filmischen Ebenen. In diesem Sommermärchen, das immer wieder in einen Alptraum abzugleiten droht, ist in jeder Sekunde die Hitze spürbar, die schwüle Luft und der Druck, der auf der Hauptfigur lastet. Dabei bleibt der Fokus stets auf den Gefühlen und Wahrnehmungen der Kinder, wodurch sich der Schmerz, der die Suche nach sich selbst und dem eigenen Weg begleitet, nachempfinden lässt."

Eine Lobende Erwähnung im Wettbewerb Generation Kplus spicht die Jury für den argentinischen Spielfim "Una escuela en Cerro Hueso" (Eine Schule in Cerro Hueso) von Betania Cappato aus. Die Jury-Begründung lautet: "Durch diese wunderschöne, Herz erwärmende und starke filmische Vision werden die Zuschauer zu einer eindringlichen spirituellen Reise eingeladen. Ein intimer und persönlicher Film, der Raum lässt und Raum schafft, nach Gemeinsamkeiten sucht, nicht nach Unterschieden, der aufgeschlossen in die Welt blickt und auf diese Weise ein feinfühliges, hoffnungsvolles Bild von Solidarität zeichnet."

Der Große Preis der Internationalen Jury für den Besten Film im Wettbewerb Generation 14plus im Wert von 7500 Euro, gestiftet von der Bundeszentrale für politische Bildung, geht in diesem Jahr an den schweizerischen Spielfilm "La Mif" von Fred Baillif. Die Jury befindet: "Wie ein rauschender, Energie geladener, pulsierender Herzschlag treibt dieser Film seine Figuren und die Zuschauer mit schonungsloser Ehrlichkeit durch verschiedene klug miteinander verwobene Geschichten und Ereignisse. Getragen wird er dabei von fesselnden und intensiven schauspielerischen Leistungen und hält stets seine Balance zwischen Stärke und Verletzlichkeit. Dieser Film entwickelt einen Sog, lässt einen nicht mehr los und trifft mitten ins Herz."

Die Lobende Erwähnung im Wettbewerb Generation 14plus geht an den amerikanischen Spielfilm "Cryptozoo" von Dash Shaw. In der Jury-Begrundung heißt es: "Während dieser Film feinfühlige Charaktere in einer ebenso schönen wie auch brutalen dystopischen Welt portraitiert, vermittelt er einen Hoffnungsschimmer und wirft zugleich große Fragen auf. Ein herausragendes Kunstwerk, das auf selbstverständliche Weise Themen wie Sex, Gender, Krieg, Gesellschaft und Beziehungen verhandelt. Ein Aufruf, Gesellschaft zu hinterfragen und dabei unsere Vorstellungskraft zu nutzen, um neue Perspektiven zu schaffen. Ein überwältigender, verstörender und visionärer Trip."

Die Gläsernen Bären der offiziellen Berlinale Generation-Kinderjury und der Jugendjury werden im Juni im Rahmen des Berlinale Summer Special vergeben, ebenso wie der Preis der unabhängigen Jury AG Kino Gilde 14plus im Wettbewerb Generation 14plus.


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