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Babardeala cu bucluc sau porno balamuc
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© Silviu Ghetie / Micro Film

Berlinale 2021: Goldener Bär geht an rumänische Satire

Maren Eggert erhält Silbernen Bären

Die ungewöhnlichste Berlinale aller Zeiten ist zu ihrem ersten Ende gekommen. Vor dem für den 9. bis 20. Juni angesetzten Publikums-Berlinale, auf der die Preise dann auch feierlich verleiht werden sollen, haben gestern die Jury-Mitglieder Ildikó Enyedi (Ungarn), Nadav Lapid (Israel), Adina Pintilie (Rumänien), Mohammad Rasoulof (Iran), Gianfranco Rosi (Italien) und Jasmila Žbanić (Bosnien und Herzegowina) über die Vergabe des Goldenen und der Silbernen Bären im Wettbewerb entschieden.

Der Hauptpreis geht in an die rumänische Komödie "Babardeală cu bucluc sau porno balamuc" (Pech beim Vögeln oder Verrückter Porno) von Radu Jude. Die Jury erläutert ihre Entscheidung: "Der Goldene Bär geht an einen Film, der die seltenen und grundlegenden Eigenschaften eines beständigen Kunstwerks besitzt. Es fängt auf der Leinwand den eigentlichen Gehalt, die Quintessenz, Geist und Körper, die Wertvorstellungen und das nackte Fleisch unseres gegenwärtigen Augenblicks ein. Genau dieses Augenblicks menschlichen Daseins. Er tut das, indem er den Zeitgeist heraufbeschwört, ihn ohrfeigt, zum Duell herausfordert. Und damit hinterfragt er auch den gegenwärtigen Zeitpunkt im Kinofilm, indem er mit derselben Kamerabewegung unsere gesellschaftlichen und filmischen Konventionen erschüttert. Es ist ein kunstvoll ausgearbeiteter Film, der zugleich ausgelassen ist, intelligent und kindisch, geometrisch und lebendig, auf beste Art ungenau. Er greift die Zuschauer an, ruft Widerspruch hervor, und erlaubt doch niemandem, Sicherheitsabstand zu halten."

Der Silberne Bär und Große Preis der Jury, sozusagen der zweite Platz, geht an das japanische Drama "Guzen to sozo" (Das Glücks- und Phantasierad) von Ryûsuke Hamaguchi. Der Silberne Bär des Preises der Jury, quasi Bronze, wurde dem deutschen Dokumentarfilm "Herr Bachmann und seine Klasse" von Maren Speth zugesprochen.

Als bester Regisseur bekommt Dénes Nagy für sein ungarisches Drama "Természetes fény" (Natürliches Licht) den Silbernen Bären. Für ihre schauspielerischen Leistungen bekommen Hauptdarstellerin Maren Eggert für den deutschen Science Fiction-Film "Ich bin dein Mensch" von Maria Schrader und Nebendarstellerin Lilla Kizlinger für das ungarische Drama "Rengeteg - mindenhol látlak" (Wald - Ich sehe dich überall) die Auszeichnungen.

Hong Sangsoo erhält für sein Drehbuch zu dem südkoreanischen Drama "Inteurodeoksyeon" (Einführung) den Silbernen Bären. Der Silberne Bär für eine "Herausragende Künstlerische Leistung" geht an den Cutter Yibrán Asuad für das mexikanische Drama "Una película de policías" (Ein Polizeifilm).


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