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"Hoyerswerda '91" bei MDR im Livestream und TV: Hier sehen Sie die Geschichtsdoku

Heute, am 13.09.2022, gibt es die Geschichtsdoku "Hoyerswerda '91" im TV zu sehen. Alle Infos zur heutigen Sendung, zum Live-Stream und der Wiederholung von "Eine Stadt, die Gewalt und ihre Aufarbeitung" lesen Sie hier. Außerdem alle kommenden TV-Termine von "Hoyerswerda '91" in der Übersicht.
Am 13.09.2022 gibt es "Hoyerswerda '91" im Fernsehen.
Sie möchten die Sendung mit "Eine Stadt, die Gewalt und ihre Aufarbeitung" auf keinen Fall verpassen? Dann sollten Sie rechtzeitig bei MDR einschalten: Hier läuft "Hoyerswerda '91" um 22:10 Uhr. Für diejenigen, die eher im Netz fernsehen: MDR bietet online auch einen Livestream an.

"Hoyerswerda '91" heute im Fernsehen und Livestream mit "Eine Stadt, die Gewalt und ihre Aufarbeitung"

Im September 1991 kommt es scheinbar aus dem Nichts zu einer öffentlichen Hetzjagd in Hoyerswerda. Eine stetig wachsende Menge aus "einfachen Bürgern" und Neonazis belagert eine ganze Woche lang das Wohnheim von DDR-Vertragsarbeitern aus Mosambik und Vietnam und die zentrale Unterkunft für Asylbewerber aus Osteuropa. Die Menge wirft Fensterscheiben ein und lässt Brandsätze explodieren. Vor den Augen der Öffentlichkeit verschanzen sich die Angegriffenen in Todesangst, die Einsatzkräfte der Polizei sind überfordert, die Bilder der applaudierenden Menge gehen um die Welt. Die Behörden sehen keinen anderen Ausweg, als die Ausländer aus der Stadt zu evakuieren. 32 Menschen werden verletzt, 82 festgenommen, nur vier verurteilt. In rechten Kreisen wird Hoyerswerda im Anschluss an die Ausschreitungen als erste "ausländerfreie" Stadt bezeichnet. Der Begriff "ausländerfrei" wird daraufhin 1991 zum erstmals eingeführten "Unwort des Jahres" gewählt. Es ist eine Zäsur für Deutschland und der Auftakt zu einer Welle rechter Gewalt Anfang der 90er-Jahre. Der Film "Hoyerswerda '91 - Eine Stadt, die Gewalt und ihre Aufarbeitung" rekonstruiert zum einen die Chronik der Ereignisse jener sieben Tage im September und ihrer Ursachen. Zum anderen wird er mit dem Blick von heute - 30 Jahre danach - auf den Umgang mit dem Fanal bis in die Jetztzeit eingehen. Von dem Stigma 1991 hat sich Hoyerswerda bis heute nur schwer erholen können, ist seit der Wiedervereinigung ohnehin eine gebeutelte Stadt, deren Bevölkerung von 70.000 auf knapp 30.000 Einwohner geschrumpft ist. Der Film nimmt drei Generationen von "Hoyerswerdschen" in den Blick und schaut sich an, welche Spuren die Ereignisse des September 1991 in ihrem Leben hinterlassen und was sie selber mit diesem Erbe gemacht haben. Zudem wird der Film verstärkt auch aus der Perspektive der damaligen Opfer erzählen, die in letzten 30 Jahren zumeist unerzählt geblieben ist. Der Film rekonstruiert auch das damalige desaströse Krisenmanagement der sächsischen Behörden vor dem Hintergrund der damaligen Asyldebatte. Bereits im Frühjahr 1991 waren die Vorboten der sich im Herbst bahnbrechenden Gewaltwelle unverkennbar. Sachsen verzeichnete im Monat Mai allein ein Drittel aller in Deutschland erfassten rechtsextremen Gewalttaten, ohne darauf adäquat zu reagieren. Für den Film erinnern sich verschiedene damals Beteiligte und Zeitzeugen noch einmal an die Wendezeit, die Ausschreitungen 1991 und den Umgang damit in den folgenden Jahrzehnten: Da sind David Macou, der als Vertragsarbeiter zwölf Jahre in der DDR lebte und über Nacht in seine Heimat Mosambik zurückkehren musste. Die Polizisten Jörg Schwirtznik und Rainer Schölzel, die als Streifenpolizist bzw. Hundertschaftsführer der Bereitschaftspolizei vor Ort völlig überfordert waren und sich von Vorgesetzten und der Politik weitgehend im Stich gelassen fühlten. Da ist Grit Lemke, Regisseurin und Autorin, aufgewachsen in Hoyerswerda, die die Ausschreitungen hautnah miterlebte und Hoyerswerda schließlich wegen der Dominanz der Rechten verließ. Heute beklagt sie das lang anhaltende Schweigen und die fehlende Auseinandersetzung innerhalb der Stadt. Unter anderem kommt auch Gerhard Gundermann in Archivaufnahmen zu Wort, der "singende Baggerfahrer", der die Geschehnisse damals in zahlreichen Fernsehauftritten kommentierte.

"Hoyerswerda '91" online sehen: MDR-Mediathek MDR und Wiederholung im TV

Für all diejenigen, die "Hoyerswerda '91" heute, am 13.09.2022 um 22:10 Uhr, nicht sehen können: Werfen Sie doch mal einen Blick in die MDR-Mediathek. Diese bietet online zahlreiche TV-Beiträge als Video on Demand zum streamen - auch und vor allem nach der jeweiligen Ausstrahlung im Fernsehen. Eine Wiederholung im TV wird es bei MDR vorerst nicht geben. In der Regel finden Sie die Sendung nach der TV-Ausstrahlung auch online vor. Doch leider gilt das nicht für alle Sendungen.

Alle Infos zu "Hoyerswerda '91" im TV

Datum: 13.09.2022

Bei: MDR

Thema: "Geschichtsdoku"

Produktionsjahr: 2021

Länge: 45 Minuten (Von 22:10 bis 22:55 Uhr)

In HD: Ja



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