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Il Palio - Das Rennen von Siena (2004)

The Last Victory / De Laatste Overwinning

Sport-Doku (Omu): Alljährlich findet das berühmte Pferderennen Il Palio auf dem Marktplatz von Siena statt. Der Film begleitet einige der leidenschaftlich engagierten Bewohner eines Stadtteils und erzählt von ihren Hoffnungen...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse ??? / 5

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Ein wenig mehr als eine Minute und alles ist vorbei. Nur so lange dauert das Rennen um den Palio von Siena für die Reiter, die Pferde und die leidenschaftlichen Anhänger der einzelnen Contraden, d.h. der Stadtviertel, die im jeweiligen Jahr am Spektakel teilnehmen dürfen, bis die Fahne der Sieger von den Fenstern des Rathauses weht und die Verlierer sich gedanklich schon mit den Vorbereitungen für das Rennen im nächsten Jahr beschäftigen können.
Was vor dieser erlösenden Minute des Rennens geschieht, in der die Menschen ihren aufgestauten Leidenschaften freien Lauf lassen, schreien und gestikulieren, wie es sonst wohl undenkbar wäre, erzählt der Film von John Appel. Er begleitet die Vertreter Civittas, des kleinsten der Stadtviertel Sienas, die die Ehre haben, einen Fantino (Jockey) ins Rennen zu schicken, das ganze Jahr über bis zum Ausgang des Rennens und damit der dramatischen Klärung der Frage, ob der Palio nach 24 langen Jahren wieder die Würde und Ehre der Civittaner repräsentieren kann.
Der Tag des Rennens selbst ist äußerst eindrucksvoll. Nachdem Sunto, die große Glocke des Torre del Mangia, das bevorstehende Ereignis angekündigt hat, folgen eine heilige Messe für die Reiter, die vom Erzbischof von Siena zelebriert wird, danach das Aufwärmen der Pferde, die offzielle Nennung der Teilnehmer im Rathaus, bei der auch noch einmal die Regeln des Rennens verlesen werden, die dort ohnehin jeder kennt. Schließlich die Prozession der Contraden - ein farbenprächtiges Spektakel, an dessen Ende der Palio, das Banner, das die siegreiche Contrada schließlich mit in ihr Viertel nehmen darf, auf einem von vier Ochsen gezogenem Wagen durch die Stadt gezogen wird.
Über den Ausgang des Rennens werden wie in Italien bei derartigen Anlässen üblich Wetten abgeschlossen, geheime Pakte ausgehandelt, Flüche und Verwünschungen ausgesprochen. Was sich alles in der Welt der Senesen mit dem Erringen der Trophäe verbindet, spürt die Dokumentation in Interviews mit Mitgliedern des Civetta-‚Clans’ (vom 92jährigen Egidio bis zum 21jährigen Paolo, der das Rennpferd pflegen darf) nach, und es zeigt sich, dass sich die Bedeutung des außergewöhnlichen Geschehens keineswegs nur auf das sportliche Ereignis bezieht:
Die von Geburt an außerordentliche Bindung der Senesen an ihre Contrada, die traditionellen, historisch nicht nachvollziehbaren Verfeindungen der Contraden untereinander, die Identifikation mit den ‚fremden’ d.h. nur gemieteten Pferden und Jockeys, die man ausgewählt hat, die Ehre des Stadtviertels zu repräsentieren, sind nur einige der vielen Aspekte senesischer Tradition und Kultur, die mit dem Pferderennen verbunden sind.

Bildergalerie zum Film

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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Niederlande
Jahr: 2004
Genre: Dokumentation
Länge: 88 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 15.06.2006
Regie: John Appel
Verleih: Salzgeber & Co




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