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Der entsorgte Vater (2008)

Deutsche Doku: Kinder brauchen Eltern, aber es gibt Mütter, die nicht wollen, dass ihre Kinder Väter haben. Diese Mütter versuchen mit allen Mitteln, den Kontakt zwischen Vater und Kind zu verhindern. Sie sind darin sogar gegen Richtersprüche und den innigen Wunsch des Kindes erfolgreichUser-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.3 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 35 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Seit mehr als fünf Jahren durchlebt der Regisseur und Produzent Douglas Wolfsperger eine besondere Spielart des Rosenkriegs getrennt lebender Eltern: Nach der Trennung setzt die ehemalige Lebensgefährtin alles daran, den Kontakt zwischen Vater und Tochter zu boykottieren, bis ihm schließlich der Kontakt zu seiner eigenen Tochter per Gerichtsentscheid verwehrt wird.
Anstatt sich um eine Vermittlung zwischen den Parteien zum Wohle des Kindes zu bemühen, hat das Gericht angeordnet, dass sich der Vater von der Tochter verabschieden soll. Endgültig.

Da die juristischen Mittel ausgeschöpft sind, entschließt sich Wolfsperger durch einen Film auf diese „Missachtung des Menschenrechts auf Familienleben“ in Deutschland aufmerksam zu machen, die wiederholt vom Europäischen Gerichtshof moniert wurde.
Auf seiner vorerst letzten Reise zur Tochter trifft er weitere Väter, die gegen Exfrauen, Ämter, Vorurteile und andere Windmühlen kämpfen. Wütend, enttäuscht, traurig, manchmal naiv schildern sie ihre Erlebnisse mit dem ganz normalen alltäglichen Irrsinn, der so viele Väter trifft – und zunehmend auch Mütter!

Bildergalerie zum Film

Der ensorgte VaterDer entsorgte VatePressefoto - Der entsorgte Vater

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2008
Genre: Dokumentation
Länge: 86 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 11.06.2009
Regie: Douglas Wolfsperger
Darsteller: Douglas Wolfsperger
Verleih: Gmfilms

ZusatzinformationAlles anzeigen

Nur ohne Tochter

Gericht verlangt Eingriff in den Film „Der entsorgte Vater“

Der Film «Der entsorgte Vater» darf nur in einer geschnittenen Version gezeigt werden. Das hat das [...mehr] Düsseldorfer Oberlandesgericht am 9.2.2010 entschieden. 
„Der entsorgte Vater“ schildert das Schicksal von fünf Vätern, denen der Umgang mit ihren Kindern verwehrt wird - einer von ihnen ist Filmregisseur Wolfsperger selbst. Stein des Anstoßes ist ein acht Jahre altes Kinderbild, das Wolfsperger 2 Sekunden lang mit seiner Tochter zeigt und die emotionale Nähe zwischen dem damals dreijährigen Mädchen und ihrem Vater dokumentiert. In dem Film sind keine Angaben enthalten, die auf die Identität der heute 12-jährigen schließen lassen. Dennoch war die Mutter im Namen des Kindes gerichtlich vorgegangen.
Der Senat unter Vorsitz von Richter Prof. Wilhelm Berneke gab der Mutter Recht: Das Informations-Interesse der Öffentlichkeit und die Kunstfreiheit des Regisseurs erlaube zwar grundsätzlich die Verwendung dieses für den Film wichtigen Bildes, jedoch wiege das Recht des Kindes schwerer, nicht öffentlich erkannt zu werden. Der Film darf also nur gezeigt werden, wenn das Gesicht des Kindes unkenntlich gemacht ist.

Die Mutter von Wolfspergers Tochter, die mit Unterstützung der Gerichte erreicht hat, dass Vater und Kind seit fast zwei Jahren keinerlei Kontakt mehr miteinander haben dürfen, hat im Sommer `09 kurz nach dem Kinostart gegen die Verwendung dieses Fotos im Film eine Einstweilige Verfügung erwirkt. Infolgedessen waren die Kinobetreiber unter Androhung einer Konventionalstrafe in Höhe von € 10.000 gezwungen, das Foto, das zwei Sekunden gezeigt wurde, herauszuschneiden oder den Film ganz aus dem Programm zu streichen.
Der Berliner Tagesspiegel schrieb am 16.07.09: "Erschütternde Vorstellung: Ein Mädchen, das im Rosenkrieg der Eltern zum Opfer wird. Der Hass – oder was ist es sonst? – einer Frau auf ihren Ex. Ein Hass, der zur Folge hat, dass der Vater nicht mal ein altes Foto öffentlich zeigen darf, als Unterpfand seiner Zuneigung zur Tochter, nicht mal zwei Sekunden lang."
Das Anliegen ist keinesfalls nur die Schilderung eines persönlichen Schicksals des Regisseurs. Vielmehr wird dieses neben mehreren anderen Fällen paradigmatisch dargestellt, um die von einer großen Zahl von Personen empfundene Ungerechtigkeit des geltenden Sorge- und Umgangsrechts für geschiedene, nicht sorgeberechtigte Väter und die Machtlosigkeit gegenüber Manipulationsversuchen der sorgeberechtigten früheren Lebensgefährten anzuprangern. Diese Aussage geht weit über die Eltern-Kind-Beziehung von Elternteilen ohne Erziehungsberechtigung hinaus und greift deutlich in den rechtspolitischen Raum ein.
Thematisiert wird insbesondere die Gleichsetzung von Sorgerecht mit Eigentumsrecht.  Der Film berührt zudem tiefe entwicklungspsychologische Implikationen und somit insgesamt ein Thema, das die Öffentlichkeit in zunehmendem Maße interessiert. Die insofern getroffenen bisherigen Feststellungen des Urteils gehen daher an dem eigentlichen Gehalt des gegenständlichen Films vorbei. Das Thema hat hohe politische Brisanz.
Da der Rechtsweg noch nicht ausgeschöpft ist, erwägt Douglas Wolfsperger, für seinen Film weiterzustreiten und ggf. eine verfassungsrechtliche Entscheidung zu erwirken.

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