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Allein in vier Wänden
Allein in vier Wänden
© barnsteiner-film

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Allein in vier Wänden (2007)

Mehrfach preisgekrönte Dokumentation über ein Kindergefängnis in Tscheljabinsk (Ural)User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 4 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Man sieht in ihnen Straftäter und vergisst dabei, dass sie Kinder sind, die nie eine Kindheit hatten. Ein Teenager steht vor der Klasse und erklärt, warum Schwarz seine Lieblingsfarbe ist. Wenn man schwarz trägt, sagt er, ist es einfacher, schnell und unerkannt in dunkle Ecken zu schlüpfen, außerdem verdeckt es den Schmutz auf der Kleidung. Das ist nur eine von vielen Szenen aus Alexandra Westmeiers zu Herzen gehender Dokumentation über heranwachsende Jungendliche, die in einer russischen Strafanstalt inhaftiert sind. Mit ihrer unaufdringlichen Kameraführung beobachtet sie die Jungen, wie sie still und in klaren Stuhlreihen angeordnet im Klassenzimmer sitzen und lernen, wie man eine Gasmaske benutzt; man sieht sie beim Bettenmachen, beim Wischen des Flurs, beim Holzsägen. Dazwischen schalten sich Interviewpassagen, in denen die Jungen von ihrem Leben zu Hause erzählen und von den Vergehen, wegen derer sie hinter Gittern sitzen. Manche reden von Alkoholismus, von Schlägereien, von Diebstahl und von grausigen Morden; sie erzählen davon mit tonloser, indifferenter Stimme. Andere weinen aus Heimweh, ihnen fehlt der gutmütige, aber abwesende Stiefvater, die nachlässige Großmutter, die vergisst zu schreiben. Ein atemberaubender Film mit einem feinen Gespür für Farben und Bildkomposition, der den Jungen eine Ausdrucksfreiheit erlaubt, die sie vorher nie hatten und vielleicht auch nie wieder erfahren werden.
Tscheljabinsk im Ural. In einem Heim für jugendliche Straftäter sitzen 120 Jungs zwischen 11 und 16 Jahren ein. Sie sind ausgerissen, haben geklaut, geschlagen, getötet. Zum Zeitpunkt ihrer Straftaten waren die Knaben jünger als 14 Jahre. Die Jungen, die in dieser geschlossenen Anstalt im Ural einsitzen, erlebten bereits viele Schattenseiten des Lebens. Sie wuchsen am Rande der russischen Gesellschaft auf, in einem Milieu, das von Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit, Alkoholismus, Gewalt und Verwahrlosung geprägt ist. Sie begingen Verbrechen, die von Diebstahl über Vergewaltigung bis hin zu mehrfachem Mord reichen. Trotz ihrer scheinbar lakonischen Schilderungen ihrer Taten und ihrem coolen Gehabe, gibt es immer wieder Augenblicke, in denen das Kind in ihnen durchscheint. Ljoscha, ein Dieb, ist gerade neu eingewiesen. Er konnte sich nicht einmal bei seiner Mutter verabschieden. Unter Tränen gewöhnt er sich an seine neue Umgebung. Tolja, ein Mörder, steht kurz vor seiner Entlassung. Sein Dorf, in das er zurückkommt, gibt ihm keine Chance. "Töten sollte man dieses Kind". In dieser geschlossenen Anstalt erhalten sie Essen und Kleidung, sie gehen zur Schule und machen Sport. Das Leben hinter Gittern scheint besser zu sein als die Freiheit draußen. Sie müssen nicht ums Überleben kämpfen, haben eine Heimstätte und Geborgenheit auf Zeit, zwei Jahre oder länger, gefunden. Zum ersten Mal in ihrem jungen Leben können sie einfach das sein, was sie sind – Kinder.

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Land: Deutschland
Jahr: 2007
Genre: Dokumentation
Länge: 85 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 26.11.2009
Regie: Alexandra Westmeier
Verleih: barnsteiner-film

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