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Next Exit Nirvana (2010)

5.000 Gurus, 200.000 Sadhus, Millionen von Pilgern und Bettlern! Alle 12 Jahre geben sie sich ein Stelldichein an einem heilbringenden Ort am Ganges. Es wird gelehrt, gebetet, gesungen, getanzt, gebadet und … gestaunt!User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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30. März 2010, Haridwar/Indien. Es ist einer der Tage des "königlichen Bades" während der Kumbh Mela, dem größten Pilgerfest der Welt, das alle 12 Jahre in einer von 4 Städten am Ganges stattfindet. Rund 5.000 Gurus, spirituelle Lehrer, und 200.000 Sadhus, Mönche, die durch ein asketisches Leben Erleuchtung anstreben, beteiligen sich an der farbenprächtigen Prozession. Am Har-Ki-Pauri Ghat wird das erlösende Bad genommen, das von allen Sünden reinwaschen soll. Viele der über 2 Millionen Pilger, die an diesem Tag nach Haridwar gekommen sind, warten bereits seit den frühen Morgenstunden, um endlich ihren Guru zu sehen.

Ob es sich um eine Prozession oder einen Karnevalsumzug handelt, ob Spiritualität oder Eitelkeit die weisen Männer leitet, darüber ist sich der junge Mitarbeiter eines Callcenters, Buphinder Chahan, nicht im Klaren. Er selbst ist hin- und hergerissen zwischen Sensationslust, aufgeklärtem Denken und tradierten Werten, wie seiner unerschütterlichen Liebe zum Ganges: "Ich sehe den Fluss als meine Mutter, in ihm fließt das Leben."

Wer sind diese Menschen, die Pilger und Neugierige aus aller Welt in Millionenscharen anlocken? Sind sie weise, heilig, erleuchtet oder verrückt?

Da gibt es "Pilot-Baba", einen ehemaligen Kampfflieger der indischen Armee, der in vier Kriegen kämpfte und im Himalaya zur Erleuchtung fand: "Wir können über alles reden, aber nicht über Gott, nicht einmal über eine Begegnung mit ihm. Das ist eine Erfahrung, dafür gibt es keine Erklärung." Oder Bhagat Prakash und seine heiligen Kollegen von der Gemeinschaft "Prem Prakash Mandal", die ihre Philosophie weltweit bekannt machen wollen, "damit sich die ganze Menschheit moralisch und sozial weiterentwickeln möge." Und viele andere Asketen und Gurus, die im marktschreierischen Ambiente einer "Frühjahrsmesse der Spiritualität" das verkaufen, was sie als Monopol zu besitzen vermeinen: Selbsterfahrung, religiöses Wissen und die direkte Verbindung zu Gott.

Für Kritiker wie Buphinder Chahan eine unheilige Überschätzung. Seiner Meinung nach sind nur 1% der Gurus wirklich erleuchtet und daher fähig, die Grundlage von Meditation und Liebe den Suchenden nahezubringen. Andererseits seien auch die Suchenden selbst nicht immer von reiner Gesinnung: "Die meisten Menschen am Land glauben den Gurus blind. Das ist einer der Gründe, warum sie kommen und ihnen Respekt zollen. Der Hauptgrund aber ist ihre eigene Gier."

Sensationsgier mag einer der Gründe sein, der viele junge Menschen aus dem Westen nach Indien lockt. Die Zurschaustellung der verschiedenen Praktiken der Entsagung von allem Weltlichen übt eine große Faszination auf viele Suchende aus: Sadhus, die seit vielen Jahren einen Arm in den Himmel strecken; mit ihrem Penis 30 Kilo schwere Gewichte heben; völlig nackt, nur mit Asche bedeckt, durchs Leben gehen; 10 Stunden täglich auf einem Feuerstuhl schaukeln; auf Nagelbetten liegen oder für 12 Jahre auf einem Fuß stehen. Der Fantasie und Inszenierungskunst sind keine Grenzen gesetzt.

Der Film zeigt die widersprüchliche Position der heiligen Männer in der indischen Gesellschaft, die zwischen zeremonieller Verehrung und heimlicher Verachtung schwankt. "Diese Menschen wollen nicht arbeiten, sie sind eine Schande für die Gesellschaft!" Trotz gegensätzlicher Ansichten legt sich ein versöhnlicher Zauber über das Geschehen während der Kumbh Mela. Durch das gemeinsame Bad im Ganges scheinen sich alle sozialen Gegensätze und Ungerechtigkeiten beinahe aufzuheben. Religiöse Zeremonien und Bräuche verbinden. Sei es durch ein Baumwollband, das an den Banyanbaum geknüpft wird und Herzenswünsche erfüllen soll, oder durch das gemeinsame Rauchen einer Haschischpfeife als Vorgeschmack auf "Nirvana", den angestrebten Zustand von Wunsch- und Begierdelosigkeit…

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Land: Österreich, Indien
Jahr: 2010
Genre: Dokumentation
Kinostart: Unbekannt
Regie: Walter Größbauer

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