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Liebe Dich... (2004)

Zeigt Menschen, die das Down-Syndrom haben, privat und als Schauspieler auf der Bühne - im oft ausverkauften Berliner RambaZamba Theater.User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse ??? / 5

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Liebe dich ... sagt Moritz zu Nele, Liebe dich ... sagt Nele zu Moritz. Liebe dich ... - immer wieder, mitten im Gespräch, auf der Probe, zur Mutter, zur Regisseurin, zum Spielpartner, sagt einer der behinderten Schauspieler des Theaters RambaZamba diesen Satz. Umwerfend zärtlich und direkt. Liebe dich ... erzählt von dieser ungewöhnlichen Theatertruppe. Auf wunderbare Weise lässt er uns begreifen, wie sehr das Leben und die künstlerische Arbeit der Darsteller miteinander verbunden sind.
„Wir sind zwei Kolleginnen“, sagt Neles Mutter, die Schauspielerin Angela Winkler mit zärtlicher Bewunderung für ihre Tochter. Aber wir erfahren auch, wie schwer es für sie anfangs war, die Behinderung ihres Kindes anzunehmen. Ebenso wie für die Regisseurin Gisela Höhne, die Mutter von Moritz, und auch Julianes Eltern. „Der Umweg zu Juliane“ hat ihr Vater sein Tagebuch aus dieser Zeit überschrieben. „Sie hat uns in Besitz genommen“, sagt die Mutter. „Liebe dich ...“ - ein langer Weg.
Immer wieder werden im Film die Geschich- ten von Nele, Moritz und Juliane mit denen der anderen Spieler ergänzt. Immer wieder gehen Gespräche in Szenen aus den Auf- führungen über, in denen sich die Geschich- ten auf faszinierende Weise weiterzuerzählen scheinen.
Großartige Darsteller sind da zu sehen, berührende und hinreißend komische Momente. Und wenn es in dem neuen Stück, an dem sie gerade proben, um eine Welt geht, in der nur noch perfekte Menschen Platz haben sollen, begreift man, dass sie nicht nur fürs Leben gern spielen, sie spielen auch um ihr Leben.
Der Film lässt ahnen, dass ein Leben ohne die antrainierten Gesellschafts- und Konventionsfilter nicht nur anders, sondern auch besonders sein kann. Man spürt, was es bedeutet behindert zu sein, wenn Juliane, die Siebzehnjährige, die das Down-Syndrom hat, von sich sagt: „... ist mir doch egal, wenn ich behindert bin - ich bin ein ganz normaler Mensch!“ und vergisst ihre Behinderung völlig, wenn man sie tanzen sieht. In Theaterstücken, die die Regisseurin entlang eines Grundthemas durch Improvisation über Monate hinweg mit den Spielern entwickelt, spiegeln sich lebensweltliche Bezüge der geistig behinderten Menschen. Theaterregisseurin Giesela Höhne gelingt mit ihren Stücken die Kunst dieser Menschen zu fassen.
„Ich weigere mich, Masken zu tragen. Mich suche ich.“ Das sagt die Frau mit der wunderbaren Schminkmaske auf dem Gesicht. Nicht alle können deutlich sprechen. Aber theaterspielen, tanzen, Musik machen können sie alle: überschäumend und leise, temperamentvoll und genau. Mit starker Begabung und unerschöpflicher Energie.
Sie und viele andere kann man in diesem Film erleben, bei Proben und Vorstellungen, beim gemeinsamen Essen, bei der Begrüßung im Hof der Berliner Kulturbrauerei, wo das Theater zu Hause ist. Es gibt die großen und lauten Momente vor Publikum und die intimen Minuten zwischen zweien: Freunden, Eltern und Kindern, Brüdern und Schwestern, Verliebten. Mehr und mehr wird der Film zur Liebesgeschichte zwischen Moritz und Nele, die beide das Down-Syndrom haben, die einfach ihr Herz verschenken, großzügig und ungeschützt.
Die zwanzigjährige Nele spielt Theater wie ihre Mutter, die auch Schauspielerin ist: Angela Winkler, ein Star des deutschsprachigen Theaters. Von RambaZamba, sagt Angela Winkler, könne sie viel lernen. Die Filmemacherinnen haben solche Sätze aufgespürt. Auf Kommentar konnten sie verzichten. Die Theatermacherinnen und Darsteller müssen nicht erklärt werden. Sie holen die Zuschauer einfach in ihre Welt hinein.

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2004
Genre: Dokumentation
Länge: 92 Minuten
FSK: 0
Kinostart: Kein deutscher Kinostart
Regie: Sabina Engel, Sylvie Banuls
Darsteller: Nele Winkler, Klaus Erforth, Angela Winkler
Verleih: Basis-Film




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