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Aber das Leben geht weiter
Aber das Leben geht weiter
© Karin Kaper

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Aber das Leben geht weiter (2010)

Deutsche Doku über das Schicksal deutscher und polnischer Frauen, die während bzw. nach dem 2. Weltkrieg aus ihren Heimatdörfern vertrieben wurden und sich jeweils im Westen ein neues Zuhause aufbauen mussten - die Deutsche Ilse Kaspar musste ihre ehemals ostdeutsche, heute westpolnische, Heimat Niederlinde verlassen und in Bremen neu anfangen, während die Polin Edwarda Zukowscy, aus ihrer ostpolnischen, heute russischen, Heimat in eben jenes ex-deutsche Niederlinde umgesiedelt wurde...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Ilse Kaper, die Mutter der Regisseurin, ist 1931 geboren. Ihre einzig noch lebende Schwester, Hertha Christ, ist sechs Jahre älter. Beide sind zwei Töchter von insgesamt sieben Geschwistern des Bauernpaars Hedwig und Gustav Queißer, die den seit Generationen in Familienbesitz befindlichen Hof 25 km östlich von Görlitz bewirtschafteten, in dem damaligen Dorf Niederlinde, heute Platerówka.
Bist fast ans Kriegsende blieb Niederlinde von Kampfhandlungen verschont, bis im März 1945 die Katastrophe über die Familie hereinbrach. Das erste Mal flüchtete das Dorf mit Sack und Pack vor den heranrückenden Einheiten der Roten Armee. Der Vormarsch geriet ins Stocken, die Menschen kehrten zurück. Auf dem Rückmarsch gen Westen quartierte sich die Pfrundsberger SS im Dorf ein. Als die Front näher rückte, sprengte diese die Brücken im Dorf und zog ab. Die Bevölkerung allerdings konnte dem Einmarsch der Roten Armee nicht mehr entkommen. Im Juni 1945 schickte diese die Deutschen über die Neiße, um vor der Ankunft der polnischen Neusiedler alles Wertvolle in Ruhe abtransportieren zu können. Der Familie Queisser war nicht bewusst, dass ihr Heimatdorf zukünftig Polen zugesprochen wurde. Nochmals kehrten sie zurück, begannen die Ernte einzuholen, bis die polnische Miliz ins Dorf kam.

Edwarda Zukowscy musste sechzehnjährig als Mitglied einer sechsköpfigen Bauernfamilie miterleben, wie am 10. Februar 1940 die sowjetische Armee sie alle aus ihrem Dorf in den ehemaligen Ostgebieten Polens vertrieb und nach Sibirien zur Zwangsarbeit deportierte. Nach dem Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion, amnestierte Stalin zunächst die in den Lagern dahinvegetierenden Polen. Für Edwardas Familie begann eine Odyssee, die sie bis nach Kirgistan führte. 1943 erhielt sie den Einberufungsbefehl in die Rote Armee. Später erlebte sie ohnmächtig den Untergang Warschaus. Nach Ende des Krieges bekam sie den Marschbefehl, sich in dem niederschlesischen Dorf Niederlinde einzufinden. Ihrerseits ihrer eigenen Heimat beraubt, sollte sie nun mit dem Hof der Familie Queißer entschädigt werden. Es gelang ihr, ihre Familie aus Kirgistan nachkommen zu lassen.
Ein Jahr lang noch lebten die Queissers zusammen mit dem Vater Edwardas auf ihrem Hof. Das Zusammenleben war äußerst schwierig, aber geprägt von seltenem menschlichen Mitempfinden.
Im Juni 1946 wurden die Deutschen plötzlich endgültig aus dem Dorf vertrieben, nach langer Irrfahrt landete Familie Queisser in Syke bei Bremen. Die Töchter überlebten als Mägde und billige Arbeitskräfte, sorgten dann bald für das „ Deutsche Wirtschaftswunder“ während Edwarda und ihre Familie in die Zwänge neuer kollektiv geführter Landwirtschaft geriet.

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Land: Deutschland
Jahr: 2010
Genre: Dokumentation
Länge: 104 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 12.05.2011
Regie: Dirk Szuszies, Karin Kaper
Verleih: Karin Kaper Film

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