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Regeln spielen keine Rolle
Regeln spielen keine Rolle
© 20th Century Fox

Kritik: Regeln spielen keine Rolle (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Handwerklich und hinsichtlich ihrer nostalgischen Ausstattung, kann man der im besten Sinne altmodischen Liebeserklärung an das legendäre, glamouröse Hollywood der 50er-Jahre nicht viel vorwerfen. Die Kulissen und Schauplätzen sind ebenso authentisch und glaubhaft gehalten wie jegliche Requisiten: von der Hotel-Inneneinrichtung über die Autos bis zur Kleidung der Figuren. Man wähnt sich als Zuschauer tatsächlich im L.A. der 50er-Jahre. Einer goldenen Ära der Traumfabrik, in der Filme wie "Manche mögen’s heiß", "Boulevard der Dämmerung" oder "Verdammt in alle Ewigkeit" zu Kassenschlagern wurden.

Beatty hat zudem das Regie-Handwerk nicht verlernt. Er versteht es, seine namhafte Darsteller-Riege zu führen und zu soliden bis teils sehr guten Leistungen zu anzutreiben. Was vorher nicht unbedingt für möglich gehalten wurde, ist dabei tatsächlich eingetreten: ausgerechnet die bis dahin als Schauspielerin nicht allzu oft positiv in Erscheinung getretene Lilly Collins zeigt eine überzeugende, nachdrückliche Darbietung als schüchternes, Reh-äugiges und erzkonservatives Mauerblümchen. Man schaut ihr auf der Leinwand gerne dabei zu, wie sie sich – mit verstohlenem Blick – langsam nach oben kämpft und versucht, in der Liga der Mächtigsten in Hollywood Fuß zu fassen. Da braucht es Geduld, die einer wie Howard Hughes – seines Zeichens Hollywoods größter Exzentriker und Marlas Boss – jedoch nicht hat.

Schon gar nicht, wenn sich zwei seiner Angestellten ineinander verlieben. Warren Beatty hat sich die Rolle des schwer fassbaren, geheimnisvollen Lebemanns auf den (mittlerweile 80-jährigen) Leib geschrieben. Mit Stil und Grandezza, mimt er den eigensinnigen Film- und Flugpionier, ohne dessen im Alter zunehmend auftretende geistige Verwirrung zu thematisieren. Das große Problem des Films ist, dass die Liebesgeschichte zwischen Marla und Frank weitestgehend kalt lässt. Man fühlt nicht wirklich mit den beiden Liebenden, was auch daran liegen könnte, dass zwischen Collins und Ehrenreich einfach die Chemie meist nicht stimmt. Leider nimmt aber dieser Teil der Handlung den mit Abstand größten Raum im mit 125 Minuten zudem etwas zu lang geratenen Film, ein.

Fazit: Überzeugend gespielte, toll ausgestattete Hommage an das goldene Zeitalter Hollywoods, in der nur leider der Funke zwischen den beiden Hauptdarstellern nicht überspringen will.





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